Mops: Geschichte, Charakter und Haltung
Inhaltsverzeichnis
Der Mops ist eine der ältesten Hunderassen der Welt und stammt ursprünglich aus China, wo er bereits vor über 2.000 Jahren als höfischer Begleithund geschätzt wurde. Sein charakteristisches Aussehen und sein liebenswürdiger Charakter machen ihn bis heute beliebt.
Herkunft und Geschichte des Mopses
Die Wurzeln des Mopses reichen weit zurück ins alte China, wo er bereits vor mehr als 2.000 Jahren als Kaiserhund geschätzt wurde. Damals war der Besitz dieser kleinen doggenartigen Hunde ein Privileg, das ausschließlich dem Kaiserhof vorbehalten war. Dementsprechend genossen die Tiere ein Leben in Luxus und wurden streng bewacht. Über Handelswege gelangte die Rasse schließlich im 16. Jahrhundert in die Niederlande und verbreitete sich von dort aus über die europäischen Königshöfe. Besonders in den Salons der feinen Gesellschaft avancierte der Mops schnell zum lebenden Accessoire und Statussymbol.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Bild vom rein höfischen Begleiter zum beliebten Familienhund. Historische Gemälde zeigen den Mops oft als treuen Gefährten von Adligen, wobei er sich optisch noch deutlich von den heutigen Vertretern unterschied. Er war hochbeiniger und besaß eine längere Schnauze. Die moderne Rolle dieser Rasse ist die eines reinen Begleithundes, der keine Arbeitsaufgaben erfüllen muss, sondern primär für Gesellschaft sorgt. In Deutschland ist die Bezeichnung Mops geläufig, während er international als Pug oder in Frankreich als Carlin bekannt ist. Unabhängig vom Namen hat er sich seinen festen Platz in der Kulturgeschichte als Sinnbild für Treue und Gemütlichkeit gesichert.
Größe, Gewicht und Erscheinungsbild
Der Mops gehört zu den kleinen Hunderassen, wirkt dabei aber alles andere als zerbrechlich. Er zeichnet sich durch einen quadratischen, gedrungenen Körperbau aus, der bei guter Kondition sehr muskulös ist. Nach dem offiziellen Rassestandard liegt das Idealgewicht zwischen 6,3 und 8,1 Kilogramm. Die Schulterhöhe wird im Standard zwar nicht exakt festgeschrieben, pendelt sich aber meist bei etwa 25 bis 30 Zentimetern ein. Sein gesamtes Erscheinungsbild verkörpert das Prinzip "multum in parvo" – viel Hund in kleiner Verpackung.
Das markanteste Merkmal ist der Kopf. Er ist rund und massiv, ohne dabei apfelartig gewölbt zu sein. Die großen, dunklen und runden Augen verleihen dem Mops seinen typischen, sanften und manchmal etwas besorgten Ausdruck. Dennoch sollten die Augen keinesfalls hervorquellen. Die Schnauze ist kurz und stumpf, was fachsprachlich als Brachycephalie bezeichnet wird. Über dem Nasenrücken befinden sich Falten, die jedoch das Sichtfeld nicht einschränken dürfen. Ein weiteres typisches Rassemerkmal ist die Rute, die so eng wie möglich über der Hüfte geringelt getragen wird.
Fellfarben und Farbvarianten beim Mops
Das Fell eines Mopses ist fein, glatt, weich und kurz. Es glänzt im Idealfall und darf weder harsch noch wollig wirken. Hinsichtlich der Farben unterscheidet man im Wesentlichen vier Varianten:
- Silber
- Apricot
- Gelbbrand (Beige oder Fawn)
- Schwarz
Besonders beliebt ist der Kontrast bei den helleren Farbschlägen. Hierbei zeichnet sich eine deutliche schwarze Maske im Gesicht ab. Auch die Ohren, die Muttermale an den Backen und der sogenannte Aalstrich, der vom Hinterkopf bis zur Rute verläuft, sollten so dunkel wie möglich sein. Ein schwarzer Mops hingegen ist meist durchgehend gefärbt und wirkt dadurch oft etwas schlanker, obwohl sich Körperbau und Gewicht nicht von den andersfarbigen Artgenossen unterscheiden.
Mops früher und heute: Unterscheidung verschiedener Zuchtlinien
Vergleicht man einen Mops früher und heute, fallen gravierende Unterschiede auf. Der historische Mops, oft auch als Mops original oder Ur-Mops bezeichnet, besaß eine deutlich erkennbare Nase und längere Beine. Über die Jahrzehnte hinweg forcierten Züchter jedoch das Kindchenschema, was zu immer kürzeren Nasen, flacheren Schädeln und mehr Hautfalten führte.
Diese Entwicklung wird heute kritisch betrachtet. Viele Zuchtverbände steuern mittlerweile gegen und fordern wieder mehr Nasenlänge und weniger extreme Merkmale. Eine Strömung, die sich hieraus entwickelt hat, ist der sogenannte Retromops oder Altdeutsche Mops. Züchter dieser Linie kreuzen gezielt den sportlicheren Typus – manchmal auch durch Einkreuzung von Fremdrassen wie dem Parson Russell Terrier, um die Gesundheit und Atmung zu verbessern. Wer einen Mops mit langer Schnauze sucht, wird häufig bei diesen alternativen Zuchtbemühungen fündig. Das Ziel ist ein Hund, der zwar das Wesen des Mopses behält, aber körperlich leistungsfähiger ist.
Charakter und Wesen des Mopses
Kaum eine andere Hunderasse besitzt einen derart menschenbezogenen Charakter wie der Mops. Er gilt als ausgesprochen charmant, fröhlich und oftmals geradezu humorvoll. Viele Besitzer beschreiben ihre Tiere als kleine Clowns, die es verstehen, ihre Menschen zum Lachen zu bringen. Dabei ist der Mops keineswegs nur ein Pausenclown; er besitzt eine große Würde und kann durchaus eigensinnig sein, wenn ihm etwas nicht passt.
Zu den wichtigsten Eigenschaften eines Mops zählt seine Friedfertigkeit. Aggressives Verhalten liegt ihm fern. Er begegnet Fremden meist aufgeschlossen und freundlich. Im Haus verhält er sich ruhig und ist sehr verschmust. Er ist kein Kläffer, schlägt aber durchaus an, wenn sich Besuch ankündigt, beruhigt sich danach jedoch schnell wieder. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem sehr anpassungsfähigen Hund, der sich in einer Einzimmerwohnung in der Stadt ebenso wohlfühlt wie in einem Haus mit Garten auf dem Land.
Haltungsbedingungen und Anfängereignung
Aufgrund seines moderaten Bewegungsdrangs und seiner handlichen Größe ist der Mops prädestiniert für die Wohnungshaltung. Er benötigt keine kilometerlangen Fahrradtouren, liebt aber ausgedehnte, gemütliche Spaziergänge, bei denen er ausgiebig schnüffeln kann. Für Anfänger ist der Mops gut geeignet, da er Fehler in der Erziehung eher verzeiht als spezialisierte Arbeitshunderassen. Allerdings darf man seine Intelligenz und seinen Dickkopf nicht unterschätzen. Konsequenz ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg.
Als Familienhund ist er ideal, da er meist sehr geduldig mit Kindern umgeht. Auch für Senioren ist er ein wunderbarer Partner, da er sich dem Tempo seiner Menschen anpasst und vor allem die gemeinsame Zeit auf dem Sofa genießt. Er bleibt ungern allein, weshalb Berufstätige eine gute Betreuung sicherstellen sollten.
Rassestandard und offizielle Anerkennung
Der Mops ist eine international anerkannte Hunderasse. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) führt ihn in der Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) sowie in der Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde) unter der Standard-Nummer 253. Diese Klassifizierung unterstreicht, dass der Mops trotz seiner Größe genetisch eng mit den großen Molossern verwandt ist. In Deutschland wird die Zucht und Einhaltung der Standards durch zuständige Zuchtverbände überwacht. Die offizielle Anerkennung garantiert, dass Mops-Welpen aus seriöser Zucht bestimmte physische und psychische Merkmale aufweisen, die für die Rasse typisch sind.
Haltung und Pflege des Mopses
Obwohl das Fell kurz ist, haart der Mops recht stark, weshalb regelmäßiges Bürsten zur Routine gehören sollte. Ein besonderes Augenmerk bei der Pflege gilt den Gesichtsfalten. Da hier kaum Luft an die Haut kommt, können sich Feuchtigkeit und Schmutz sammeln, was Entzündungen begünstigt. Die Falten müssen daher sanft gereinigt und trocken gehalten werden. Auch die Ohren und Augen bedürfen regelmäßiger Kontrolle.
Beim Thema Bewegung ist Balance gefragt. Der Mops neigt schnell zu Übergewicht, weshalb Bewegung unverzichtbar ist. Allerdings verträgt er Hitze aufgrund seiner kurzen Nase sehr schlecht. Im Hochsommer sollten Spaziergänge daher in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Geistige Auslastung ist ebenso wichtig: Suchspiele oder das Einüben von Tricks lasten den klugen Kopf aus, ohne den Körper zu überhitzen.
Sozialisation und Erziehung
Eine frühe Sozialisation ist entscheidend, damit der Welpe verschiedenste Umweltreize, andere Hunde und Menschen kennenlernt. In der Erziehung reagiert der Mops am besten auf positive Verstärkung und Lob. Härte oder Druck führen bei dieser sensiblen Rasse oft dazu, dass sie "dicht macht".
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Kommunikation. Um dem charmanten Betteln des Mopses zu widerstehen, muss der Halter lernen, klare Grenzen zu setzen. Ein "Nein" muss auch wirklich "Nein" bedeuten. In der Hundesprache wird ein Verbot weniger durch Lautstärke als durch eine körpersprachliche Blockade und entschlossene Ruhe kommuniziert. Wenn der Mops merkt, dass er mit seinem niedlichen Blick Erfolg hat, wird er dieses "schlechte Benehmen" – wie Betteln oder Sofa-Belagerung – perfektionieren. Wer jedoch liebevoll konsequent bleibt, wird feststellen, dass ein Mops durchaus lernwillig ist.
Gesundheit & Ernährung
Die Gesundheit ist das wohl am meisten diskutierte Thema bei dieser Rasse. Leider hat die Zucht auf extreme Merkmale vielen Tieren geschadet. Die Lebenserwartung liegt bei guter Gesundheit zwischen 12 und 15 Jahren, kann aber durch genetische Vorerkrankungen reduziert werden. Das Durchschnittsalter hängt stark davon ab, wie stark der Hund unter brachyzephalen Symptomen leidet.
Typische Gesundheitsprobleme und Qualzuchtaspekte
Die traurige Wahrheit über viele Möpse ist, dass sie kaum Luft bekommen. Das Brachycephale Atemnotsyndrom (BOAS) führt zu verengten Nasenlöchern und einem zu langen Gaumensegel. Bekannte Hundetrainer und Experten weisen immer wieder darauf hin, dass die typischen Mops-Geräusche – Schnarchen und Röcheln – kein Ausdruck von Gemütlichkeit sind, sondern Anzeichen massiver Atemnot.
Zusätzlich neigen Möpse durch die flachen Augenhöhlen zu Augenverletzungen und Hornhautentzündungen. Auch Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) und Hautprobleme kommen vor. Es gibt Zuchtbestrebungen, diese Qualzuchtmerkmale zurückzudrängen. Wer sich einen Mops wünscht, sollte daher sehr genau prüfen, ob der Züchter Belastungstests mit den Elterntieren durchführt und Wert auf freie Atmung legt. Der Retromops gilt hier oft als die gesündere Alternative.
Ernährung des Mopses
Da der Mops das Fressen liebt und sich vergleichsweise wenig bewegt, ist Übergewicht ein großes Risiko, das wiederum die Atmung und Gelenke belastet. Eine proteinreiche, hochwertige Ernährung ist wichtig. Leckerlis müssen unbedingt von der Tagesration abgezogen werden. Bei brachyzephalen Rassen sollte zudem auf flache Näpfe geachtet werden, um die Nahrungsaufnahme zu erleichtern.
Mops kaufen: Was ist bei der Anschaffung zu beachten?
Die Entscheidung, einen Mops zu kaufen, sollte wohlüberlegt sein. Vor allem die Bereitschaft, eventuell höhere Tierarztkosten zu tragen und sich intensiv um die Pflege zu kümmern, muss vorhanden sein.
Wichtige Fragen vor dem Kauf
Stellen Sie sich vor der Anschaffung folgende Fragen:
- Komme ich mit den Haaren und der nötigen Faltenpflege zurecht?
- Bin ich bereit, einen Züchter zu suchen, der Gesundheit über extreme Optik stellt?
- Kann ich dem Hund genügend Gesellschaft bieten?
Worauf beim Kauf achten?
Kaufen Sie niemals Welpen aus dem Kofferraum oder von dubiosen Händlern. Ein seriöser Züchter zeigt Ihnen stolz die Mutterhündin und die Zuchtstätte. Achten Sie auf den Atem der Elterntiere: Hören Sie schon im Ruhezustand lautes Röcheln? Dann sehen Sie vom Kauf ab. Mops-Welpen sollten agil, neugierig und nicht ängstlich sein. Papiere, Impfungen und ein Chip sind Pflicht.
Was kostet ein Mops?
Wer einen Mops kaufen möchte, muss mit Anschaffungskosten zwischen 1.200 und 2.500 Euro rechnen. Die Kosten enden jedoch nicht beim Kaufpreis. Rechnen Sie mit monatlichen Unterhaltskosten für hochwertiges Futter, Steuer und Versicherung. Zudem sollten Sie unbedingt ein finanzielles Polster für Tierarztbesuche einplanen, da Rassehunde wie der Mops im Alter betreuungsintensiver sein können.
Wo kann man Mopswelpen kaufen?
Sie finden Angebote bei offiziellen Mops-Züchtern, die einem Verband angeschlossen sind. Manchmal suchen auch ältere Tiere oder Mops-Mischlinge über den Tierschutz oder von Privat ein neues Zuhause ("Mops in Not"). Snautz bietet Ihnen als Online-Plattform die Möglichkeit, Anzeigen von Züchtern, Privatpersonen und Tierschützern/Tierheimen zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Mops für Anfänger geeignet?
Ja, der Mops gilt als sehr anfängerfreundlich. Er verzeiht kleine Erziehungsfehler und ist vom Wesen her friedlich und anpassungsfähig. Dennoch benötigt er eine konsequente Führung, damit er seinen Besitzer nicht um den kleinen Finger wickelt, sowie Wissen über seine gesundheitlichen Bedürfnisse.
Warum kein Mops?
Gegen einen Mops sprechen vor allem ethische Bedenken bezüglich der Qualzucht. Die extrem kurze Nase führt oft zu lebenslangem Leiden durch Atemnot. Zudem sind Möpse hitzeempfindlich und haaren stark. Wer einen sportlichen Hund für Joggingrunden sucht, wird mit einem Mops nicht glücklich werden.
Wie viel kostet ein Mops?
Der Preis für einen Welpen aus seriöser Zucht bewegt sich in der Regel zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Angebote, die deutlich darunter liegen, sollten kritisch hinterfragt werden, da hier oft an der Gesundheitsvorsorge gespart wurde, was später zu hohen Tierarztkosten führen kann.
Ist ein Mops ein guter Hund?
Objektiv gesehen ist der Mops ein hervorragender Begleithund mit einem liebevollen Charakter. Er ist treu, verschmust und kinderlieb. Wenn man einen Hund sucht, der primär Gesellschaft leistet und wenig Jagdtrieb besitzt, ist der Mops eine sehr gute Wahl, sofern man auf eine gesunde Zuchtlinie achtet.
Ist der Mops ein Kläffer?
Nein, der Mops neigt nicht zum ständigen Bellen. Er ist eher ein ruhiger Mitbewohner. Er meldet zwar kurz, wenn es an der Tür klingelt oder er etwas Ungewöhnliches bemerkt, beruhigt sich aber meist schnell wieder. Nervöses Dauerbellen ist für diese Rasse untypisch.




