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21.07.2015 Mario Jessat, Snautz.de

Wo kaufe ich sicher einen Hund?

Im Tierheim, beim Züchter, mit oder ohne Papiere? Unsere Checkliste hilft beim Hundekauf

Nun weiß man, dass das Umfeld stimmt, welche Hunderasse es sein und was der Hund an Wesens- und Charaktermerkmalen mitbringen soll. Stellt sich nur noch die Frage, wo man den neuen Lebensgefährten kaufen sollte: Reinrassig beim Züchter, mit oder ohne Papiere, einen Mischlingshund aus dem Tierheim oder einen Nothund aus dem Ausland? Hier finden Sie Tipps und eine Checkliste zum Hundekauf.

Eine Mutterhündin und Welpen mit Papieren. Die Hündin ist auf HD-ED untersucht und die Welpen vom Tierarzt abgenommen. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)

Tierheimhunde oder Nothunde aus dem Ausland

Meistens hat man sich schon vorher entschieden. Bei einem Tierheimhund oder Hund aus dem Ausland möchte man einem Tier helfen oder aber der geringere Preis spielt eine tragende Rolle. Oft leben in den Tierheimen schon ältere Hunde. Je nach Geschick und Wissen der Mitarbeiter des Tierheims können Sie einen kleinen Einblick in das Wesen und das Sozialverhalten der Hunde bekommen. Das hilft bei der Auswahl. Bei einem Auslandshund ist das schwerer. Meistens kommt der Hund direkt aus seinem Heimatland und ist noch nicht so lange in Deutschland. Versuchen Sie auch hier so viel wie möglich über ihn in Erfahrung zu bringen, nicht dass es böse Überraschungen gibt. Hunde von der Straße zeigen Artgenossen gegenüber oft ein gutes Sozialverhalten, neigen aber zum Wildern. Wenn der Hund aber schon in einer Pflegefamilie oder Pflegestelle ist, dann bekommen Sie auch hier viele nützliche Tipps. Fragen Sie auch nach seinen bekannten Krankheiten und auf welche Krankheiten er untersucht wurde.

Welpen ohne Papiere oder reinrassig aus dem Ausland

Beim Kauf eines Welpen sollte immer die Mutter vor Ort sein. Diese sehen Sie sich zuerst an. Wie wird sie gefüttert? Wie sieht sie insgesamt aus? Und so lernen Sie wenigstens ein Elternteil kennen und Sie fallen auf keinen Händler herein. Kaufen Sie niemals einen Hund vom einem Transporteur. Diese Hunde könnten aus grausamen Vermehrungsstationen stammen. Sollte der Welpe geliefert werden, was bei Auslandshunden vorkommt, dann kaufen Sie nur reinrassig von einem Züchter. Eine Homepage sollte vorhanden sein, eine gängige Telefonnummer und Fotos oder Filme der Welpen. Betrug beim Welpenkauf ist keine Seltenheit. Überweisen Sie kein Geld im Voraus. Und auch bei Anlieferung des Welpen kann das Muttertier dabei sein. Ansonsten lassen Sie unbedingt die Finger weg. Wenn ein Wurf Mischlinge zu vergeben ist, können Sie die Hoffnung haben, Einiges zu erfahren. Wer sind die Eltern, sind diese gesund? Passen die Rassen zueinander? Wenn es ein Unfall war, sollte wenigstens die Mutter der Welpen vor Ort sein. Ist Ihnen das Umfeld angenehm oder haben sie das Gefühl, hier wird wahllos vermehrt? Hat der Hund einen gültigen Impfpass?

Oft heißt es, Mischlinge sind gesünder als reinrassige Hunde. Dass sie die Krankheiten beider Rassen haben könnten, wäre aber auch eine Variante. Ist es ein Wurf reinrassiger Hunde ohne Papiere, sind die Welpen meistens etwas billiger als die gleichen Rassehunde mit Papieren. Aber auch hier sollten die Elterntiere auf bekannte Krankheiten der Rasse untersucht worden sein. Lassen Sie sich Unterklagen des Tierarztes zeigen. Fragen Sie nach. Reinrassig ohne Papiere bedeutet nicht, dass die Mutterhündin nicht gechipt und geröngt sein muss. Diese Welpen liegen im Kaufpreis meistens ab 400 Euro, da kann der Verkäufer auch etwas an Nachweisen erbringen. Es macht ihn seriöser. Ein EU-Impfpass für die Welpen, Wurmkur durchführen und chippen kann auch dieser Verkäufer. Sind die Elterntiere dem Tierarzt vorgestellt worden? Besitzen Sie einen gültigen Impfpass?

Welpen mit Papieren

Bei einem Züchter werden reinrassige Hunde gezüchtet und verkauft. Er unterwirft sich je nach Verein gewissen Vorschriften, die die Gesundheit der Tiere und die Erhaltung des Wesens garantieren sollen. Papiere, Impfen, Zuchtwart, Tierarzt sind Pflicht. Anschaffung der Zuchttiere, Fahrten zum passenden Deckrüden, eventuell müssen die Elterntiere auch Prüfungen ablegen und Zuchtschauen besuchen. Viel Aufwand an Zeit, Benzinkosten und vieles mehr. Abnahmebescheinigungen vom Zuchtwart, Prüfungsgebühren. Alles kostet extra. Daher haben die Welpen einen höheren Preis. Bei einem Züchter ist die Mutterhündin immer mit vor Ort. Der Züchter kann Ihnen etwas über ihr Wesen und ihre Gesundheit sagen. Auch der Deckrüde, auch wenn er nicht beim Züchter lebt, wird er für den Züchter nicht unbekannt sein. Er hat ihn ja ausgewählt, da wird es Gründe geben.

Checkliste für den Hundekauf

Nachdem Sie nun alle drei Teile unserer Artikelreihe gelesen haben, finden Sie im Folgenden unsere Checkliste, um alle wichtigen Vorraussetzungen beim Hundekauf in einer Übersicht noch einmal überdenken zu können:

  • Haben Sie ausreichend Zeit?
  • Haben Sie die Kosten bedacht?
  • Ist die Hundehaltung in der Wohnung erlaubt?
  • Sind die Nachbarn kein Problem?
  • Spielt die Familie mit?
  • Sind alle Voraussetzungen für eine Hundehaltung vorhanden?
  • Ein sportlicher Hund oder eher ruhiger Hund?
  • Ein großer Hund oder kleiner Hund?
  • Ein Welpe oder erwachsener Hund?
  • Ein Hund mit oder ohne Papiere?
  • Ein Rüde oder eine Hündin?
  • Ein reiner Familienhund, Sporthund oder Wachhund, welcher Hund passt zu mir?
  • Ist die Mutterhündin vorhanden und in einem guten Zustand? Ist das Umfeld beim Züchter sauber?
  • Sind vorherige Besuche möglich?
  • Ist es kein Hund von einem Hundehändler?
  • Kann Ihnen das Tierheim oder die Hundenothilfe etwas zum Wesen oder dem Verhalten des Hundes sagen?
  • Wurden die Elterntiere auf bekannte rassetypische Krankheiten untersucht?

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weitere Bilder:

Ein schöner Yorkshire-Terrier ohne Papiere. Auch diese Welpen sind tierärztlich untersucht. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)
Ein schöner Hund aus dem Tierheim. Seine Vorgeschichte ist bekannt. Er ist ein Dackel-Yorkshire-Mischling. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)