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09.12.2016 Snautz.de

Welpenaufzucht in den ersten acht Wochen

Die Welpen sind gesund geboren und nun beginnt für den Züchter eine schöne Zeit. Er kann das Wachstum und die Entwicklung der Welpen beobachten. Er sieht zu beim liebevollen Umgang der Mutterhündin mit den Welpen. Später, besonders dann, wenn er selber den Welpen zufüttert, beginnen sich die Welpen auf ihn zu prägen. Worauf der Züchter in den ersten Wochen der Welpenaufzucht achten muss, haben wir hier für euch zusammengetragen.

Eine zufriedene Mutterhündin mit ihren Welpen. In den ersten Wochen hat sie ausreichend Milch. (Foto: Mario Jessat)

Es ist geschafft: Die Hundegeburt ist vorbei, die Welpen sind da! Wichtig ist, dass sie in eine warme Umgebung kommen. Im Bauch der Mama war es warm. Kurz nach der Geburt sollten sie schon zielstrebig zum Gesäuge der Mutterhündin hinstreben. In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Welpe noch komplett von der Mutter abhängig. Er benötigt ihre Milch, ihre Wärme und ihr Säubern.

Die Milch

Kontrollieren Sie das Gesäuge der Mutter. In der ersten Welpenaufzuchtsphase ist die Milch der Mutter sehr wichtig. Noch während der Trächtigkeit der Hündin beginnt die Bereitstellung der Milch. So kann die Mutterhündin den Welpen ausreichend mit Antikörpern angereicherte Kolostralmilch zur Verfügung stellen. Diese Milch bringt die Immunabwehr der Welpen in Gange, dient dem Schutz vor Infektionskrankheiten und hilft der Wundheilung. Daher ist es wichtig, dass die Welpen innerhalb der ersten 24 Stunden gut gesäugt werden. Notfalls legen Sie den Welpen an. Eine gutes, reichliches, fettreiches Futter nach der Geburt unterstützt die Mutterhündin bei der Produktion von genügend Milch für die Welpen.

Tastsinn und Wärme

Die Welpen haben schon nach der Geburt einen guten Tastsinn und ein ausgeprägtes Gefühl für Wärme. Sollte der Raum nicht warm genug sein, kann man mit einer Rotlichtlampe Abhilfe schaffen. Die Welpen - wenn sie sich nicht gerade direkt bei Mama befinden - suchen dann die Wärme der Rotlichtlampe. Ein weicher, kuscheliger Untergrund ist von Vorteil. Sie sind kurz nach der Geburt noch nicht in der Lage, die Körpertemperatur vollkommen selbstständig zu regeln. Ihre Körpertemperatur beträgt zwischen 35,5 und 36,2 Grad. Mit ihren kleinen Köpfchen schaukeln die Welpen hin und her und ertasten damit die Zitzen der Mutter. Der Saugreflex ist angeboren. Und nun geht es los mit der Mahlzeit. Die Welpen saugen, bis sie satt sind. Bei mehreren Welpen ist eine Kontrolle wichtig. Acht Zitzen der Mutter sind mit reichlich bis wenig Milch gefüllt. Alle Welpen sollten satt werden.

Alle anderen Arbeiten übernimmt nun die Mama. Sie putzt die Welpen oft, kontrolliert die Nabelschnur. Die Nabelschnur trocknet sehr schnell aus und fällt innerhalb von vier Tagen ab. Durch das Putzen und Belecken der Welpen beginnt sie die Verdauung der Welpen anzuregen. Kot und Urin werden dabei auch sofort mit entfernt. Und nach zirka. 14 Tagen beginnen die Welpen Augen und Ohren zu öffnen. Sie krabbeln nun viel fleißiger und haben sehr zugenommen.

Wurmkur

Viele Hunde haben Würmer. Die Welpen auch. Auch wenn die Mutterhündin entwurmt ist, besteht die Gefahr, dass die Welpen Würmer bekommen. Der Grund dafür ist, dass einige Larven bei der Hündin abgewandert sind und sich in der Muskulatur eingekapselt haben. Durch die hormonelle Veränderung der tragenden Hündin wandern diese Larven los und infizieren schon den Welpen im Mutterleib. Daher macht es Sinn, die Welpen mit einem leichten Wurmmittel schon ab dem 15. Lebenstag zu behandeln. Zeitgleich wird die Mutterhündin ebenfalls behandelt. Sprechen Sie dieses mit Ihrem Tierarzt ab. Weiterhin ist es sinnvoll, diese Wurmkur alle 14 Tage zu wiederholen. Andernfalls kann man auch vorhandene Würmer, aber auch Giardien bei den Welpen durch Kotproben über den Tierarzt feststellen lassen.

Zufüttern

Die ersten drei Wochen sind geschafft. Nun kann man der Mutterhündin helfen und etwas zufüttern. Eine Welpenmilch zufüttern zum Beispiel ist dafür gut geeignet. Sie hat alles, was der junge Hundemagen so begehrt. Der Napf sollte niedrig genug sein und fest stehen. Dann stellt man den Welpen an den Napf und schmiert mit dem Finger etwas Milch an die Nase. So bekommt er schnell mit, dass dort etwas Leckeres ist. Alternativ gehen zum Zufüttern auch ein flüssiger Brei aus Trockenfutter oder eine Geflügelbrühe mit Hackfleisch zum Beispiel. Nur flüssig sollte es sein. Zu Beginn der vierten Woche können die Welpen zwar gut schlabbern, aber noch wenig kauen. Mit zunehmendem Alter kann das Futter dann fester zubereitet werden. Das Trockenfutter ist beim Zufüttern gut einzuweichen. Mindestens bis zur siebenten Lebenswoche, die Welpen könnten sich an den Peletts verschlucken und ersticken. Der Welpe frisst im Alter von sechs bis acht Wochen sehr viel. Eventuell wird er rundlicher. Dieser Babyspeck ist für den Welpen ungefährlich, wenn er sich ausreichend bewegen kann. Hier hat er einige Reserven, sollte er eine Krankheit bekommen.

Der Züchter liegt beim Füttern in der Verantwortung. Ist nach Abgabe der Welpen eine Umstellung von Trockenfutter zu Fleisch kein Problem, ist es anders herum nicht ungefährlich. Der kleine Magen ist das Trockenfutter nicht gewöhnt. Daher sollte man den Welpen mit Trockenfutter, Büchsenfutter und Fleisch auf seine Zukunft vorbereiten.

Impfen

Der Trend geht in den heutigen Tagen zum Nichtimpfen. Dieses ist jedoch eine gefährliche Angelegenheit für die Welpen, aber auch für die Züchter. Daher sollte der Züchter dem Impfen nachkommen. Die Erstimpfung im Alter von sechs Wochen ist gegen Parvovirose und Zwingerhusten. Parvovirose kommt immer wieder vor und befällt Junghunde auch noch später. Parvo, wie es kurz genannt wird, kann einen Welpen in wenigen Stunden töten. Sollte ein Züchter seine Hunde nicht impfen, auch wenn dieses dem Welpenkäufer gefällt, kann er dadurch später in die Haftung genommen werden oder sein Ruf wird beschädigt. Daher wäre es sinnvoll, es vertraglich festzuhalten, sollte ein Welpenkäufer keine Impfung wünschen, und auf die Problematiken hinzuweisen. Die Zweitimpfung erfolgt mit acht Wochen. Welcher Impfschutz für die Zukunft nötig ist, kann mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Die dritte Impfung gegen Tollwut erfolgt mit zwölf Wochen. Darüber kann der Welpenkäufer dann aber selber entscheiden.

Sozialisierung

Der Welpe muss auf seine Zukunft in unserem Leben vorbereitet werden. Hier trägt der Züchter ebenfalls große Verantwortung bei der sogenannten Welpenprägung. 30 Prozent an Charakter und Wesensmerkmalen kann der Züchter durch die Auswahl der Elterntiere festlegen. Freundliche Menschen, andere Tiere, Hinzufügen von Lärm, damit er in unserer lauten Welt nicht erschreckt, all das kann der Züchter vorbereiten. Spielzeug sollte den Welpen immer angeboten werden. Erste Regeln können abgesteckt werden, wie zum Beispiel das Unterbinden von Ziehen an der Kleidung oder an den Schuhen. Tauschen Sie im Welpenalter das Futter mit ihm. Am Futter kann geübt werden, dass er später nicht futterneidig gegenüber seinem neuen Herrchen wird. Ein Außengehege ist von Vorteil und natürlich der kontrollierte Kontakt mit Kindern. Der Fleiß und der Ideenreichtum des Züchters entscheiden hier das soziale spätere Leben des Welpen. Es ist wichtig, den Welpen optimal zu sozialisieren. Verluste in der Sozialisierung können später vom Welpenkäufer nicht vollständig aufgeholt werden.

Probleme

Gewichtsverlust oder keine Zunahme des Welpen

Am besten ist es, wenn Sie die Welpen regelmäßig, am besten täglich wiegen. Eine Wiegetabelle lässt Sie den Überblick behalten. Sollte ein Welpe zwei Tage hintereinander nicht zunehmen, sofort den Tierarzt verständigen. Dass der Welpe nicht zunimmt, kann viele Ursachen haben. Bei einem größerem Wurf ab sieben Welpen kann der kleinste zum Beispiel von den Zitzen weggedrückt werden. Das kann man mit regelmäßigem Anlegen des Kleinen an die Zitzen verbessern. Am besten ist ein separater Raum, wo die Hündin den Nachzügler ungestört säugen kann.

Euterentzündung

Kontrollieren Sie von Anfang an die Zitzen der Mutterhündin. Aus jeder Zitze sollte Milch kommen. Sollte eine Zitze heiß werden oder sich verhärten, keine Milch mehr geben, dann müssen Sie schnell zum Tierarzt. Eine Euterentzündung kann der Tierarzt gut heilen, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Dabei bleiben keine Schäden am Gesäuge der Hündin.

Unwohlsein nach dem Impfen

In der sechsten und achten Woche werden die Welpen geimpft. Danach müssen sie beobachtet werden. Wenn die Impfreaktion einsetzt, können sich die Welpen unwohl fühlen. Der Welpe liegt viel, will weniger spielen. Auch eine Fressunlust ist zu erkennen. Beobachten sie ihn gut. Ändert sich sein Verhalten am zweiten Tag nicht, müssen Sie mit ihm zum Tierarzt.

Welpe frisst Kot

Oft fressen Welpen ihren Kot. Sie ahmen damit die Mutter nach, welche den Kot der Welpen frisst. Manche Mutterhündinnen sind besonders sauber und "räumen" bis zum Auszug der Welpen. Hier ist die Gefahr der Nachahmung besonders groß. Lassen Sie daher die Welpen ab der sechsten Woche immer einmal ohne die Mutter und sammeln Sie gründlich und oft den Kot ein.

Und nun hinein ins neue Leben

Die Welpen dürfen nach dem Tierschutzgesetz erst ab der achten Woche von ihrer Mutter getrennt werden. Bei der Impfung zur achten Woche ist es besser, noch einige Tage zu warten. Der Welpe hatte durch Impfen und Chippen Stress, der Umzug wäre weiterer Stress. Daher geben sie ihm nach der Impfung noch etwas Zeit. Lassen Sie zur Achtwochenimpfung den Welpen auf jedenfall von Ihrem Tierarzt untersuchen. Gaumenspalte, Augen, Herztöne, Hoden, alles was der Tierarzt sehen kann, sollten Sie untersuchen lassen. Lassen Sie sich die Abnahme bescheinigen.

Klären Sie vorab, ob der Welpenkäufer alle Voraussetzungen für die Hundehaltung geschaffen hat. Nun sollte sein Start ins neue Leben optimal verlaufen.

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weitere Bilder:

Diese Welpen sind schon groß. Würde man ihnen nicht zufüttern, wären sie unterernährt und würden an die Substanz der Hündin gehen. (Foto: Mario Jessat)
Bei den größeren Welpen bietet sich eine runde Futterschale an. So haben alle Welpen ausreichend Platz zum Fressen. (Foto: Mario Jessat)
Das ruhige Abtragen der Welpen ist wichtig für die Sozialisierung. Der Welpe hat Kontakt zum Züchter und kommt auch allein zurecht. (Foto: Mario Jessat)
Der kontrollierte Kontakt zu Kindern ist wichtig. Hier werden die Welpen freundlich auf Kinder geprägt. (Foto: Mario Jessat)