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28.03.2014 Helga Barnert-Gmelin, Betreiberin der Tierpension "Der Eindachhof"

Ein Welpe kommt ins Haus: Tipps für die Betreuung in den ersten Wochen

Es gibt seit vielen Jahren Unmengen von Welpenratgebern und doch fallen in der Praxis einige Punkte immer wieder auf, von denen nicht viel in den Büchern steht. Helga Barnert-Gmelin, frischgebackene Welpenbesitzerin, teilt in diesem Artikel wertvolle Tipps für die Betreuung des neuen Familienmitglieds in den ersten Wochen und Monaten.

Ein neuer Welpe im Haus ist für alle etwas ganz Besonderes. (Foto: H. Barnert-Gmelin)

Häufig möchten in der ersten Begeisterung alle Familienmitglieder etwas mit dem Welpen machen und ihm positive Erlebnisse schaffen. Bitte bedenken Sie dabei, dass es sich noch immer um ein Baby bzw. Kleinkind handelt. Der Welpe hat noch nicht die geistige Kapazität, die große weite Welt zu erfahren, sondern ist mindestens zwei Wochen lang damit beschäftigt, Haus und Garten bzw. Hof zu erforschen und sich dort wohl zu fühlen.

Welpen in den ersten Wochen nicht allein lassen

Es ist ganz wichtig, dass der Welpe in dieser ersten Zeit bis ca. 16 Wochen Lebensalter nicht allein gelassen wird. Das angeborene Instinkt-Programm eines Welpen sagt ihm, dass er verloren ist, wenn er seine Familie verliert und er ruft voll Panik nach seiner Gruppe. Ein Tier, das in dieser Zeit allein gelassen wird, erleidet schlimme Einbußen an Vertrauen, Lebensfreude und Lernfähigkeit, was sich lange Zeit negativ auswirkt.



Verlässliche Betreuungsmöglichkeit für den Welpen suchen

Ich kann nur jedem Hundekäufer raten, sich vor der Anschaffung eines Welpen einen Platz zu suchen, wo der Welpe hingebracht werden kann. Erfahrungsgemäß funktionieren Absprachen wie "der Sohn kommt von der Schule heim, wenn ich auf Arbeit muss" oder dergleichen nicht. Es gibt immer Unvorhersehbares, Termine, Arztbesuche, ein Kind muss ins Krankenhaus, im Geschäft ist noch ein dringendes Gespräch, unterwegs gab es Stau usw. Außerdem gibt es ja auch noch Aktivitäten, bei denen der Welpe nicht mitgenommen werden kann, wie Schwimmbadbesuche, Busausflüge, lange Wartezeiten beim Arzt, größere Einkäufe etc. Darunter darf der Welpe nicht leiden. Deshalb ist es ganz wichtig, entweder in der Verwandtschaft, im Freundeskreis oder mit einer professionellen Tierbetreuung Absprachen zu treffen.



Auch im täglichen Zusammenleben ist der ständige Kontakt des Welpen zu einer Person lebenswichtig. Sehr hilfreich ist es, wenn schon ein Hund im selben Haushalt lebt. Auch dieser ist Bezugsperson für den Welpen und so kann man kurze Zeiten der Abwesenheit schon sehr gut überbrücken, auch die Schlafzeiten. Wenn der Welpe allein in der Familie ist, muss man ihn anfangs mit ins Schlafzimmer nehmen, auch damit man merkt, wann er raus muss, um sich zu lösen. Den Welpe stubenrein zu bekommen ist ein großes Thema, das ich in einem extra Artikel behandeln werde.

Ab der 16. Woche Welpen umgewöhnen

Erst ab ca. 16 Wochen Lebensalter und wenn der Welpe mit seinem neuen Umfeld vertraut ist, kann man das allein bleiben üben. Dann wird sich ein junger Hund leicht in die neue Anforderung finden. Das ist auch das Alter, wo man den Schlafplatz des Welpen vom Schlafzimmer auf den Flur und dann dorthin verlegt, wo er sich sein Leben lang aufhalten soll.



Wer diese Anforderung für die ersten Wochen des Welpen im neuen Heim berücksichtigt, wird sehen, dass er in vielerlei Beziehung später wenig Probleme mit dem Hund haben wird.

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weitere Bilder:

Der ständige Kontakt des Welpen zu einer Person ist am Anfang lebenswichtig. (Foto: H. Barnert-Gmelin)
Der Welpe darf in den ersten Wochen auf keinen Fall allein gelassen werden. (Foto: H. Barnert-Gmelin)
Dieser Welpe fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen Zuhause. (Foto: H. Barnert-Gmelin)
Am Anfang sind die kleinen Welpen besonders neugierig. (Foto: H. Barnert-Gmelin)