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14.12.2005 Petra Gramer, Hundeschule Armidas Family Dogs

Tipps zur Stubenreinheit

Ein Welpe wurde angeschafft und tritt als neues Familienmitglied in unser trautes Heim. Damit man selbst nicht in allzuviel treten muss, hat Frau Petra Gramer, Züchterin und Betreiberin der Hundeschule Armidas Family Dogs, einige Tipps, wie Welpen stubenrein werden, zusammengetragen.

Welpen in der Wurfbox, mit Zeitungspapier als Toilette (Foto: Petra Gramer)

Wenn ein neues, tierisches Familienmitglied einzieht, ist das erste Erziehungsziel meist, dass der Hund stubenrein wird, bzw. der Welpe seine Geschäfte schnell draußen erledigt. Teppiche und Auslegware sollen ja nicht zur Hundetoilette verkommen. Da ich gerade einen Wurf Welpen bei mir zu Hause habe und versuche, sie möglichst stubenrein zu verkaufen, habe ich mir dazu einige Gedanken gemacht.

Schon die drei Wochen alten Welpen bemühten sich, ihren Schlafplatz trocken zu halten. Also legte ich in unserer Wurfkiste die Schlafecke mit einer üblichen Kunstfelldecke (Heimtierdecke) aus, die Umgebung jedoch mit Zeitungspapier. Sobald sie dazu in der Lage waren, urinierten die Welpen auf die Zeitung, je mobiler sie wurden, desto weiter weg von ihnen breitete ich die Zeitung in der Wurfkiste aus.

Der nächste Schritt war dann, am Morgen als erstes mit den Welpen vor die Tür zu gehen, damit so viele wie möglich ihre Geschäfte draußen erledigen konnten. Ebenso spielten wir immer draußen, bis die Welpen wieder müde wurden, dann gab es Futter und ein Schläfchen. Danach ging es gleich als erstes wieder vor die Tür.

Nach kurzer Zeit hatte sich ein fester Rhythmus eingestellt. Wenn ein Welpe es nicht geschafft hatte, sich draußen zu lösen, konnte ich drinnen an seinem Verhalten beobachten, wann es soweit war, dass auch dieser Welpe musste. Dann aber schnell hinaus. Sicher, bei einem ganzen Wurf konnte ich nicht immer alle Malheure verhindern, aber der Grundstein für die Stubenreinheit war gelegt.

Wenn Sie also Ihren Welpen abholen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Vorbesitzer, wie er es gehandhabt hat. Sind Sie zu Hause angekommen, zeigen Sie dem Welpen als erstes den Platz, an dem er sich in der nächsten Zeit erleichtern soll.

Warten Sie und spielen Sie vor der Tür mit ihm bis er z.B. eine Pfütze macht und loben Sie den Kleinen anschließend. Erst dann gehen Sie mit dem Welpen hinein und zeigen ihm sein neues Zuhause. Beobachten Sie den Welpen: Fängt er an "irgendetwas" zu suchen und schnüffelt hektisch den Boden ab, sucht er den Platz an dem er sein Geschäft schon einmal erledigt hat. Also schnappen Sie sich den Welpen und bringen ihn raus an die schon bekannte Stelle. Sollte das funktionieren, herzen und loben Sie den Welpen ordentlich. Leckerlis zeigen dem Kleinen erst recht, dass Sie sich freuen, wenn er sich draußen löst.

Geben Sie dem jungen Welpen Sicherheit, indem Sie den Tag in feste Abläufe einteilen. Es ist wichtig, für einen regelmäßigen Tagesablauf zu sorgen, damit Sie sich auf das Verhalten Ihres Welpen einstellen können und lernen, ihn und sein Verhalten zu "lesen".

Die meisten Welpen verstehen schnell, dass sich ihre Toilette nun draußen befindet. Sie zeigen es durch fiepen, bellen oder vor der Tür sitzen, wenn sie hinaus müssen. Sicher wird der Welpe noch gelegentlich eine Pfütze oder auch mal einen Haufen in die Wohnung machen, aber dann liegt das meist daran, dass Sie ihn nicht genügend beobachtet haben. Nehmen Sie sich daher in den ersten Tagen mit ihm besonders viel Zeit.

Gehen Sie grundsätzlich immer dann nach draußen, wenn der Welpe gerade aufgewacht ist, wenn er sich suchend im Kreis dreht, sich mitten im Spiel hinhockt oder suchend den Boden abschnüffelt. Länger als zwei Stunden sollten Sie auch nicht abwarten, die Blase des Kleinen kann von ihm noch nicht kontrolliert werden. Und ganz wichtig: Bei Erfolg loben Sie ihn immer wieder!

Falls drinnen ein Unglück passiert, wischen Sie es kommentarlos weg, am besten mit einem Reiniger, der kein Ammonium enthält, sonst riecht es für den Welpen noch nach Pipi und er wird die Stelle weiterhin als Toilette nutzen. Für die Nacht empfehle ich eine hohe Kiste oder einen Transportkennel, kurz eine verschließbare Box, an die der Hund aber vorher gewöhnt wurde. Diese stellen Sie so auf, dass Sie den Welpen in Hörweite haben, wenn er nachts raus muss. Der Kleine wird sich melden, denn sein Bett beschmutzt der Welpe nur im Notfall. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie den Welpen bemerken, oder wenn Sie keine Box möchten, stellen Sie sich doch einfach einen Wecker. Je öfter, desto besser.

Alle diese Tipps funktionieren natürlich am besten, wenn der Vorbesitzer schon gute Vorarbeit geleistet hat und der Welpe im Haus oder in der Wohnung aufgewachsen ist. Bei Hunden aus einer Zwingerhaltung, die es gelernt haben, direkt neben oder auf ihr Schlaflager zu machen, müssen Sie äußerst aufmerksam sein und noch mehr loben, wenn der Welpe sich draußen löst. Gehen Sie daher bitte sehr oft ins Freie. Wenn Sie geduldig mit Ihrem Kleinen üben, werden sich schon bald erste Erfolge einstellen.

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