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07.10.2016 Snautz.de

Spiel und Spaß für Hunde

Mit dem Hund spielen ist die Lieblingsbeschäftigung vieler Hundehalter - und vieler Hunde natürlich auch. Immer wieder ist man erstaunt, wie intelligent sich die Hunde beim Spiel zeigen. Wie spiele ich aber richtig, welche Form des Spielens gibt es und was sollte man dabei beachten?

Dieser Hund beschäftigt sich selber. Selbst so einfache Dinge wie Gießkannen können als Spielzeug dienen. (Foto: Svenja Damm)

Die meisten Säugetiere sowie einige Vogelarten zeigen spielerisches Verhalten. Spielen ist nicht nur für den Menschen essentiell, um motorische sowie soziale Fähigkeiten zu erlernen und zu verbessern, sondern wird auch vom Hund in der gleichen Weise genutzt. Gewissermaßen im Probelauf können Verhaltensweisen durch Versuch und Irrtum auf ihre Wirkung untersucht werden. Was funktioniert und wo muss noch geübt werden? Hunde lieben es daher, einem Ball nachzujagen oder Stöckchen zu holen, mit Artgenossen zu tollen und sich mit Herrchen beim Tauziehen zu messen. Spielen schult nicht nur die Koordinationsfähigkeit und bringt die grauen Zellen in Schwung, sondern verbessert auch die Hund-Mensch-Beziehung. Wer viel mit seinem Hund spielt, hat tatsächlich einen treuen, besten Freund auf vier Beinen an seiner Seite. Doch welche Spiele sind besonders förderlich für Körper und Geist des Hundes?

Welche Spielarten gibt es?

Bei Hundespielen werden grob Solitärspiele allein von Sozialspielen in Gemeinschaft unterschieden. Hunde spielen gerne allein, mit Artgenossen, aber auch mit Frauchen bzw. Herrchen.

Solitärspiele – der Hund beschäftigt sich selbst

Spielt der Hund allein, ist sein Spieltrieb stets auf ein Objekt gerichtet. Allein übt der Hund häufig den Umgang mit potentieller Beute am Objekt. In der Zoohandlung ist spezielles Hundespielzeug für diesen Zweck erhältlich. Es bieten sich jedoch gleichsam Naturgegenstände wie Äste oder Gegenstände aus dem Haushalt wie Tuchlappen dazu an. Die spielerische Beute kann der Hund herumtragen oder -werfen, schütteln oder darauf knabbern. Zuweilen kann ein Hund einen Gegenstand auch länger belauern, um ihn schließlich anzugreifen. Manchmal springt er einfach um das Objekt herum. Um für ausreichend geistige und körperliche Auslastung zu sorgen, werden darüber hinaus sogenannte Intelligenzspielzeuge im Handel angeboten. Bälle, Knochen oder komplizierte Spielplatten können mit Futter befüllt werden. Der Hund kann anschließend das Objekt so manipulieren, bis er an das Futter kommt. Das gemeinsame Spiel mit anderen Artgenossen und dem Hundebesitzer ersetzen aber auch solche Spielzeuge nicht.

Sozialspiele – Spiele in Gemeinschaft

Will ein Hund spielen, sei es mit einem Artgenossen oder mit dem Menschen, wird er seinen potentiellen Spielpartner zum Spiel auffordern. Häufig nähert sich der Hund mit freudigem Schwanzwedeln, manchmal begleitet von Bellen, senkt auffordernd den Vorderkörper herab und schaut den Spielpartner an. Dabei sind die Gesichtszüge entspannt, keinesfalls fletscht der Hund drohend die Zähne oder ähnliches. Manchmal signalisiert der Hund seine Spielbereitschaft auch durch Schwenken des Kopfs oder durch Treteln mit den Pfoten. Ebenfalls eine Möglichkeit zur Spielaufforderung ist die spielerische Unterwerfung, indem sich der Hund auf den Rücken legt und rollt. Selbst Alpha-Rüden können im Spiel ein solches Verhalten an den Tag legen. Der tierische Mitbewohner bringt vor allem dem Herrchen oder Frauchen gerne einen Ball, einen Knochen oder ein anderes Spielzeug, um es dadurch zum Werfen oder Tauziehen aufzufordern.

Mit anderen Hunden wirkt das Spiel oft stark körperbetont. Spielerische Raufereien und Verfolgungsjagden sind möglich. Ein Hund signalisiert dabei durch typische Unterwerfungszeichen seine Rolle als spielerische Beute: Er zieht den Schwanz ein, senkt den Kopf, legt die Ohren an und rundet den Rücken. Ist die Rollenverteilung einmal klar, beginnen die Hunde aufeinander zu springen, sich nachzujagen, Haken zu schlagen, sich aufzulauern und sich gegenseitig den Weg abzuschneiden. Im Spiel kann die Rollenverteilung jederzeit wechseln, wodurch ein sehr dynamisches Spiel entsteht. Das Spiel mit Artgenossen ist wichtig für das Sozialverhalten sowie die körperliche Ertüchtigung und sollte auch Hunden, die mit dem Menschen leben, regelmäßig ermöglicht werden. Der Austausch mit Spielgefährten verhindert Langeweile und mögliche Verhaltensstörungen beim Hund. Welpen sollten frühzeitig an das Spiel gewöhnt werden.

Tipp: Spiel sollte stets Spiel bleiben und nicht plötzlich in Ernst umschlagen. Daher ist auch der Hundehalter dazu aufgefordert, bestimmt, aber keinesfalls aggressiv mit dem Hund umzusetzen.

Spiel zwischen Hund und Mensch – Tipps und Spielideen

Im Umgang mit dem Menschen ergeben sich einige Sonderregeln für den Hund. Einerseits ist die menschliche Haut sehr empfindlich gegen Bisse. Das muss der Hund frühzeitig lernen und sich darauf einstellen. Andererseits kann der Mensch physisch selbst mit mittelgroßen Hunden schon nicht mehr mithalten. Sie bringen es auf Geschwindigkeiten, mit denen selbst Leistungssportler nicht konkurrieren können. Trotzdem muss sich ein Hund bei Jagdspielen austoben können. Beliebt ist daher die Laufangel, bei der ein Beuteobjekt an einer Schnur hängt. Der Mensch kann die Laufangel dynamisch bewegen und den Hund dadurch zu Höchstleistungen animieren. Ähnlich beliebt sind Apportierspiele. Der Mensch wirft einen Ball, einen Stock oder ein anderes Spielzeug, das der Hund jagen kann und zurückbringen soll. Dieses Spielverhalten muss jedoch antrainiert werden. Diese Ballspielideen sind besonders empfehlenswert, um die Hund-Mensch-Beziehung zu stärken. Damit der Hund versteht, dass er das Spielzeug jagen und zurückbringen soll, muss er Schritt für Schritt an Apportierspiele gewöhnt werden. Nur so kann sich diese Spielform festigen. Dabei sollte der Mensch den Hund stets in positiver Weise anleiten. Ein Tipp hierfür ist die Arbeit mit Lob und Belohnungen, wenn der Hund etwas richtigmacht. So verbindet er sein richtiges Verhalten stets mit einem Erfolgserlebnis. Das macht richtig Lust aufs Spielen!

Zu viel des Guten?

Doch auch übertreiben sollten es Herrchen und Frauchen nicht. Beim Spiel zwischen Artgenossen gilt: Nur solange sich beide wohlfühlen, wird gespielt. Bei Müdigkeit, Erschöpfung, Überforderung oder Unlust wird aufgehört zu spielen. Das Gleiche sollte auch für das Spiel zwischen Hund und Mensch gelten. Zeigt der Hund erste Erschöpfungsanzeichen oder geht ihm so langsam die Motivation verloren, ist eine Pause einzulegen.

Achtung: Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt mit dem Hund spielen. Beiden sind die genauen Spielregeln oft nicht klar. So kann es zwischen den zwei Kindsköpfen schnell zu Missverständnissen kommen, die mit Verletzungen enden können. Gibt es Spielzeug, das ungeeignet für Hunde ist? Grundsätzlich kann das Hundespielzeug aus der Zoohandlung für Hunde genutzt werden. Bei Quietsch- und Zerrspielzeug gehen die Meinungen jedoch auseinander. Einerseits spricht nicht jeder Hund auf jedes Spielgerät an, andererseits können vor allem Quietschspielzeuge bereits überdrehte Hunde noch aufgedrehter machen. Während Spielzeug grundsätzlich gut dazu geeignet ist, dass sich der Hund auch einmal abreagieren kann, sollten bestimmte Spielzeuge nur unter Aufsicht verwendet werden.

Tipp: Liegen die Spielzeuge nicht immer herum, bleibt der Reiz und das Interesse erhalten. Einige Spielzeuge, die für das gemeinsame Spiel reserviert sind, können daher ruhig in einer speziellen Spielbox aufbewahrt werden. Der Mensch sollte mit seinem vierbeinigen besten Freund regelmäßig spielen, also tatsächlich am Ball bleiben. Das hält den Hund gesund sowie fit und macht beiden jede Menge Spaß.

Fakten

  • Beim Spiel ist oberstes Gebot, dass es beiden Spielpartnern Spaß bereiten sollte. Ein freundlicher Umgang, sowie Belohnungen und Lob erhöhen den Spielspaß. Aggressionen und Genervtsein sind hingegen tabu.
  • Besonders beliebt sind Apportierspiele, die gemeinsam durchgeführt werden. Darüber hinaus bieten sich Intelligenz- und Versteckspiele mit Futtersuche an. Diese Spielvarianten halten den Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit.

Zusammenfassung

Wenn der Vierbeiner spielen möchte, macht er dies meist selbst deutlich. Er bringt selbstständig Spielzeug und fordert den Menschen oder einen Artgenossen zum gemeinsamen Spiel auf. Idealerweise hat der Hund die Möglichkeit, mit anderen Artgenossen zu spielen, um sein Sozialverhalten zu verbessern. Der Umgang mit anderen Hunden ist ein wichtiger Faktor im Leben eines Hundes. Auch das Spielen mit dem Menschen muss früh erlernt werden – damit beide Seiten das Spiel in vollen Zügen genießen können. Mit der richtigen Art zu spielen können sowohl Herrchen als auch Hund eine Menge Spaß haben und dabei Ihre Beziehung zueinander vertiefen.

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weitere Bilder:

Diese zwei Hunde spielen miteinander. Ein anderer Hund ist als Spielpartner sehr gut geeignet. (Foto: Mario Jessat)
Hier spielt der Hund mit seinem Besitzer. er wird durch das gemeinsame Spiel gut ausgelastet und bewegt. (Foto: Annett Schwerdtfeger)