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11.12.2012 Christine Henning, Katzen-Hobbyzucht Selkirk Rex "vom Sudmerberge"

Selkirk Rex, die Katze mit "Dauerwelle"?

Eine relativ neue Katzenrasse ist die Selkirk Rex: Von Amerika nach Europa wandernd, findet sie auch hier in Deutschland unter immer mehr Katzenzüchtern Beachtung. Christine Henning, Hobbyzüchterin der Selkirk Rex, berichtet hier über die Entstehung und die Zucht dieser gelockten Katzenrasse.

Selkirk Rex Bijou vom Sudmerberge mit sechs Monaten. (Foto: C. Henning)

Es gibt schon länger Katzen mit Locken, z. B. German Rex (1930), die Cornish Rex (1950), La Perm (1982) oder Devon Rex (1960). Neu dazu kommt nun aber die Selkirk Rex.

Die Selkirk Rex ist zwar noch eine sehr junge, aber besondere und auch sehr seltene Rasse, deshalb sind auch die heutigen Züchter bemüht, den Genpool zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum die Selkirk Rex nicht reinrassig gezogen werden, sondern über Britisch-Kurzhaar-Katzen und in der Vergangenheit auch z. B. über Exotic Shorthair und Perser. Selkirk-Rex-Katzen sind sehr liebevolle Katzen, die unter Züchtern auch als Hundskatzen bezeichnet werden. Sie lieben es, ihrem Menschen den ganzen Tag nah zu sein, sind ruhige Katzen, die auch gerne mit anderen Artgenossen zusammen sind.

Erlaubte und frühere Outcrossrassen:

  • Amerikanisch Kurzhaar (vgl. Hauskatze) - 31.12.1997
  • Perser - 31.12.2010
  • Exoten - 31.12.2010
  • Britisch Kurzhaar - 31.12.2015

Alle Selkirk Rex, die nach dem 31.12.2015 geboren werden und noch einen Elternteil dieser Rassen haben, gelten nach heutigen Bestimmungen als Mischlinge und sind dann keine Selkirk Rex.

Der Typ einer Selkirk Rex ist durch die verschiedensten Paarungspartner noch sehr unterschiedlich. Idealerweise soll er jedoch in Richtung Britisch Kurzhaar gehen. Die Selkirk Rex ist mittelgroß bis groß und relativ schwer und stämmig. Der Knochenbau ist kräftig. Sie strahlt erhebliche physische Kraft aus. Katzen sind unter Umständen kleiner als Kater, jedoch nicht unbedingt zierlicher. Kater wie Katze haben einen runden, breiten Kopf mit ausgeprägten Wangen. Das Kinn ist kräftig ausgeprägt. Die Nase ist zwar kurz, zeigt aber keinesfalls ein Nasenstopp. Ihre Augen sind groß, rund und auseinanderstehend. Sind Haare in den Ohren vorhanden, kräuseln sich auch diese. Die mittellangen Beine sollten im ausgewogenen Verhältnis zum Körper stehen. Die Pfoten sind groß, rund und kräftig. Selkirk Rex-Katzen gibt es in der Kurz- und in der Langhaarvariante.

Es sind alle Farben erlaubt, sowohl Solid als auch Tabby und Point. Die Augenfarbe sollte immer zur Fellfarbe passen. Das Haarkleid der Selkirk Rex ist flauschig und gelockt. Das Fell ist dicht und weich, es sollte nicht dicht anliegen, sondern schön vom Körper abstehen. Meist sind die Locken am Hals, Bauch und Schwanz stärker ausgeprägt. Bei Kurzhaarkatzen hat die Schwanzbehaarung dieselbe Länge wie die Körperbehaarung, die Schwanzlocken sind plüschig. Bei Langhaarkatzen sind die Schwanzlocken fedrig. Die Kurzhaarvariante hat kurze, griffige Locken, die wie schon beschrieben überwiegend hinter den Ohren, am Hals und am Bauch in kleine Löckchen mündet. Die langhaarigen Katzen haben halblanges Fell mit größeren Löckchen. Meist sind die Locken bei der Langhaarvariante etwas ausgeprägter. In einem Selkirk Rex-Wurf findet man fast immer gelockte und nicht gelockte Junge.  Es ist nicht schwer, die gelockten Jungen von den glatthaarigen Kitten zu unterscheiden, denn die Schnurrbarthaare sind bereits gleich nach der Geburt gekräuselt. Auch das Fell hat sofort Locken, die mit der Zeit immer intensiver ausgeprägt sein werden. Werden zwei lockige Tiere verpaart, erhält man relativ häufig homozygote (reinerbige) Kitten. Dies passiert, wenn für ein Merkmal in einem Genpaar beide Gene gleich sind. Die homozygoten Kätzchen haben sehr große Ohren und sehen besonders und lustig aus.

Die Kurzhaarvariante möglichst selten bürsten, da sonst die schönen Locken glattgebürstet werden. Mit nassen Händen oder einem feuchten Tuch können die Locken wunderschön wieder aufgefrischt werden. Selbst bei der Langhaarvariante ist die Pflege nicht allzu aufwändig.

Einmal die Woche sollte die Selkirk Rex aber schon mit einem grob gezinkten Kamm gekämmt werden. Während des Fellwechsels ein bis zwei Mal, danach sollte auch ihr Fell mit nassen Händen schön durchgeknetet werden, damit die Locken wieder schön in ihrer vollen Pracht fallen.

Bislang sind keine rassespezifischen Krankheiten bekannt, von der die Selkirk Rex besonders stark befallen wird. Natürlich kann diese Katze, wie jede andere Rasse auch, an Infektionskrankheiten erkranken. Damit die Katze gesund bleibt, muss sie jedes Jahr gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft werden. Eine gesunde artgerechte Ernährung wie auch bei jeder anderen Rasse ist unbedingt zu empfehlen. Die beste Ernährung ist immer noch das BARFEN mit Muskelfleisch von z. B. Rind, Huhn oder Lamm. Niemals Schweinefleisch füttern. Bei Trockenfutter unbedingt auf getreidefreies Futter achten, um Allergien vorzubeugen. Mais muss dringend gemieden werden, da der Katzendarm zu kurz ist, um diesen zu verwerten, es würde unweigerlich zu schweren Erkrankungen kommen, die ein echter Katzenfreund jeder Rasse seinem Liebling nicht antun würde.

Manch ein Katzenfan ist beim Anblick der Locken zunächst irritiert (sie sind ja auch etwas ungewöhnlich), aber spätestens bei der ersten Berührung sind auch die letzten Zweifler überzeugt. Wir haben es hier mit lebendigen Teddybären zu tun.

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weitere Bilder:

Selkirk Rex Bijou vom Sudmerberge mit sechs Wochen. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Lupo, neun Monate alt. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Balu vom Sudmerberge, neun Monate alt. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Bijou vom Sudmerberge, drei Monate alt. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Alice, ca. ein Jahr alt. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex, der B- und C-Wurf im Alter von sechs Wochen. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Charlie vom Sudmerberge, fünf Wochen alt. (Foto: C. Henning)
Selkirk Rex Kaiserkätzchen Lupo, neun Monate alt. (Foto: C. Henning)