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01.12.2016 Snautz.de

Trächtigkeit beim Hund: Anzeichen und Ablauf der Schwangerschaft

Nun ist die Hündin eingedeckt und die Zeit des Wartens beginnt. Leider erkennt man nicht sofort nach dem Decken, ob die Hündin trächtig ist. Einige Hündinnen verändern ihr Verhalten stark, andere nur unwesentlich. Was also sind Anzeichen für die Hundeschwangerschaft, wie ist der Ablauf und welche Probleme kann es geben?

Eine tragende Chihuahua-Hündin. Bei diesem dicken Bauch ist die Trächtigkeit nicht zu übersehen. (Foto: ©iStockphoto.com/thisislover)

Ultraschall oder Röntgen

Frühestens nach dem 28. Tag, besser ab dem 30. Tag des Eindeckens kann man den Ultraschall bei einer schwangeren Hündin durchführen. Die Welpen sind zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein, die genaue Anzahl lässt sich nur schwer ermitteln. Teilweise wurden beim Ultraschall vier Welpen gezählt, aber sieben kamen später auf die Welt. Herzschläge und eventuelle Bewegungen sind ab Ende der 4.Woche nach dem Eindecken sichtbar. Für die Durchführung eines Ultraschalls ist es wichtig, dass der Hund nüchtern ist. Beim Röntgen ist die Verknöcherung des Fötus-Skeletts zu erkennen. Aufgrund dessen lässt sich die Trächtigkeit mit dieser Methode erst zu einem späteren Zeitpunkt feststellen: Optimal ist der 50. Tag. Sowohl beim Ultraschall als auch beim Röntgen ist eine gute Bindung zwischen Züchter und Hündin wichtig. Die Hündin sollte ohne Betäubung geröntgt werden, was oft unmöglich ist. Daher müsste die Hündin sediert werden. Das bedeutet einen Blutdruckabfall für die ungeborenen Welpen. Der Besuch beim Tierarzt äußert sich für eine trächtige Hündin in erheblichem Stress. Deswegen sollte möglichst ruhig vorgegangen und der trächtige Hund möglichst stressfrei und vorsichtig behandelt werden.

Optische Feststellung

Eine Hundeschwangerschaft dauert 58-70 Tage. In den ersten 30 Tagen ist äußerlich noch sehr wenig an der Hündin zu erkennen. Die Veränderung der Körperfigur sowie die Gewichtszunahme sind erst ab dem 35. Tag nach dem Decken sichtbar. Der Bauch der Hündin weitet sich. Besonders gut sieht man das nach dem Füttern, die Hündin wirkt regelrecht rund gefüttert. Ein gutes Zeichen ist auch das seitliche Abstellen des Fells zwischen Hinterlauf und Bauch. Genau in diesem Winkel stellen sich die Haare nach außen. Ab dem 40. Tag nach dem Eindecken sollte man mit bloßem Auge erkennen, ob die Hündin tragend ist. Ab dem 30. Tag ist auch ein Abtasten durch den Tierarzt möglich. Das Hormonbild der Hündin verändert sich. Somit lässt auch ihr Benehmen Rückschlüsse auf eine Trächtigkeit zu. Leider ist dies aber auch bei der Scheinträchtigkeit so.

Anhänglichkeit und Ruhebedürfnis

Viele Hündinnen haben nach dem erfolgreichen Eindecken ein vermehrtes Schmusebedürfnis gegenüber ihren Besitzern. Sie kommen öfters zum Kuscheln. Dieses Verhalten beginnt etwa eine Woche nach dem Eindecken. Außerdem legen sich die schwangeren Hündinnen gern öfters einmal hin. In dieser Zeit suchen sie merklich die Nähe zu ihrem Besitzer.

Futter

Der Futterverbrauch der trächtigen Hunde steigt in den ersten drei Wochen nur ein wenig an. Erst dann benötigen sie mehr. In den ersten drei Wochen ist es sinnvoll, die Hündin mit etwas mehr Vitaminen und Mineralien zu versorgen, weil die Welpen etwas abbekommen möchten. Sollte eine schwangere Hündin in den ersten drei Wochen zu viel gefüttert werden, kann man schnell annehmen, sie sei trächtig. Dabei ist es jedoch auch möglich, dass sie einfach zu viel frisst und zu dick vom vielen Futter wird.

Zickig mit Artgenossen

Eine eingedeckte Hündin ist während der Läufigkeit oft ungenießbar gegenüber anderen Hunden. Die Dauer dieses Unmutes in der tragenden Zeit kann sich bis zum Ende der Trächtigkeit ziehen. Dieses Verhalten kann sich bis hin zu Mobbing oder einer Beißerei steigern. Die Hündin beginnt quasi jetzt schon, ihren Nachwuchs zu schützen. Bis ca. 5 Wochen nach dem Eindecken macht sie ihren Artgenossen klar, dass sie ab sofort keinen Spaß mehr versteht. Nach der fünften Woche wird sie oft ruhiger. Sie kennt ihre körperlichen Grenzen.

Ausfluss und Zitzen

Vor dem Decken der Hunde macht es Sinn, sich die Zitzen der Hündin genau anzusehen. Optimal ist es, auch ein Foto zu machen. Ab der dritten Woche der Trächtigkeit beginnen sich die Zitzen zu verändern. Sie variieren farblich zur normalen Farbe und schwellen an. Zu einem späteren Zeitpunkt der Hundeschwangerschaft kann man auch ein Anschwellen der Milchleisten feststellen. Ab der dritten Woche der Trächtigkeit kann es zu Ausfluss aus der Scheide des Hundes kommen. Da die tragende Hündin sich in der Scheidengegend oft putzt, muss man hier genau hinsehen. Wie immer ist auch hier von wenig bis viel Ausfluss alles möglich. Am besten ist der Ausfluss nach der Nachtruhe sichtbar. Der Ausfluss ist glasig, klar und zäh. Mit einem hellen, weißen Taschentuch kam man dies nachprüfen. Oft ist der Schleim auch an den umliegenden Haaren etwas eingetrocknet.

Trächtigkeitskalender

Mit einem Trächtigkeitskalender können zwei verschiedene Hilfen zur Feststellung der Schwangerschaft bei Hunden gemeint sein. Dieser Kalender ist mehr eine Art Wurftagebuch. Dort trägt man die erste Blutung der Hündin ein, das erste und wiederholte Decken bis hin zum letzten Tag. Diese Daten sind wichtig, um die Dauer der Trächtigkeit bei den Hündinnen zu berechnen. Ein weiterer Kalender ist meistens online zu finden. Hier trägt man das Deckdatum der Hunde ein. Der Onlinekalender berechnet, wie lange Ihr Hund trächtig sein wird und ermittelt den Termin der Hundegeburt. Aber Vorsicht, alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Dauer der Schwangerschaft der Hunde ist eine nicht genau zu berechnende, natürliche Angelegenheit.

Probleme bei der Trächtigkeit bei Hunden

Blut im Ausfluss

Eigentlich ist Blut im Ausfluss beim Hund kein Problem. Die Hündin kann nach dem Decken noch Blut ausstoßen. Auch sind leichte Blutfädchen im Schleim nicht immer gefährlich. Kontrollieren Sie den Ausfluss der Hündin mit dem Taschentuch. Der Ausfluss darf nie übelriechend sein oder gar stinken. Ist dies der Fall, dann suchen Sie sofort einen Tierarzt auf. Bei einem übelriechenden Ausfluss nach dem 35. Tag kann ein Abgang der Welpen erfolgt sein (Abort). Sollten die Welpen vor dem 30. Tag sterben, ist die Hündin in der Lage, die Welpen selbst zu resorbieren. Ein Abbruch Abbruch der Trächtigkeit beim Hund kann viele Ursachen haben. Diese müssen unbedingt mit einem Tierarzt abgeklärt werden.

Frühgeburt

Sollte eine Gefahr für die Hündin oder die Welpen bestehen, kann die Hündin eine Frühgeburt einleiten. Abhängig vom Zeitraum können die Welpen lebensfähig sein. Dabei sagt die Regel, dass dies ab dem 53. Tag möglich ist. Ganz wichtig ist hier Wärme für die Welpen.

In der Regel läuft eine Trächtigkeit jedoch immer gut ab. Frühgeburten, ein Abbruch der Schwangerschaft und das Abstoßen von Welpen sind eher selten. Genießen Sie die Zeit mit der tragenden Mutter und geben Sie dabei viel Zuneigung und Geborgenheit. Ihr Hund wird es Ihnen während der Geburt danken.

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