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30.11.2009 Mario Jessat, Snautz.de

Schlittenhunderennen in Halle-Dieskau

Der zweite Lauf zur Mitteldeutschen Meisterschaft 2009

Wo andere über das nasskalte Herbstwetter stöhnen, behaupten diese Hundesportler, dass für sie und ihre Hunde jetzt erst der Sommer beginnt. Mit ihren Hunden waren sie nach Halle/Saale angereist, um am zweiten Lauf zur Mitteldeutschen Meisterschaft off-snow teilzunehmen. Eine anspruchsvolle Strecke sollte sie und ihre Hunde erwarten.

Marcel Kreuzig mit seinem 8er-Huskyteam. (Foto: Monica Dachsel)

Knapp 75 Starter trafen sich am 15./16.11.2009 in Halle-Dieskau auf der Motorradcross und -offroadstrecke des Motorradsportvereins Dieskau zu ihrem zweiten Lauf zur Mitteldeutschen Meisterschaft 2009. Der Wettergott meinte es mit den Startern, den Hunden, aber auch den Zuschauern gut. Bei ca. 11 °C mussten die staunenden Gäste nicht frieren und für die Hunde wurde es auf dem knapp 4 km langen Parcours nicht zu warm. Wäre das Thermometer weiter auf 15 °C gestiegen, hätte die Strecke zum Wohle der Hunde gekürzt und bei 18 °C hätte das Rennen abgebrochen werden müssen.

Da der Mitteldeutsche Schlittenhundeclub für seine anspruchsvollen Strecken bekannt ist, war auch hier mit keiner leichten Strecke zu rechnen. War beim ersten Lauf zur Meisterschaft im Oktober 2009 in Mosbach (Thüringer Wald) ein steiler Anstieg über 2 km Strecke mit 200 m Höhenunterschied zu bewältigen, so sollte es diesmal über eine fahrerisch anspruchsvolle Strecke gehen. Die Tierschutzbeauftragte des Vereins, Susanne Kallasch, erzählte vorher, dass es auf dieser Strecke auf sichere Leithunde (Leader) ankäme. Und so sollte es auch kommen.

Scharfe uneinsehbare Kurfen bis hin zu fast einer Spitzkehre, dabei diese Kurve zweimal scharf links herum, wo sich der Wagen bei zu schnellem Anfahren dieser Kurve neben dem Weg durch das Unterholz bewegte. Schnelle einsehbare Kurven, in welchen man aber auch schnell durch den feuchten rutschigen Unterboben dem knapp neben der Strecke fließenden Bach besuchen konnte. (Spuren nach dem Rennen zeigten, dass es dieses Jahr wieder ein Musher geschafft hat, 2008 waren es noch drei.)

Weiterhin Berg-und Talfahrten mit rutschigen Abfahrten, wobei es auf der Motorradstrecke nach einem leichten Anstieg auf einmal so steil herunter ging, dass der Wagen ohne Anbremsen wie über eine Schanze einige Meter keinen Bodenkontakt mehr hatte. Und dabei noch zwei Brückenüberfahrten, wobei man, getrennt durch Absperrbanner, mit entgegenkommenden Schlittenhunden rechnen musste (Head and Passing). "Das ist Mushing.", sagten einige Fahrer und freuten sich auf diesen anspruchsvollen Trail.

Und so konnte ein spannendes Rennen gefahren werden. Auch dieses Rennen war in mehrere Klassen unterteilt. Läufer mit einem Hund, Fahrradfahrer mit einem oder zwei Hunden davor und Roller mit Hund. Hier war es in der Fahrradklassen besonders spannend. Nach dem ersten Lauf am Sonnabend in den Fahrradklassen (V1 und V2) lagen Platz 1 und Platz 9 gerade drei Minuten auseinander. Gewinnen konnte Martin Weide aus Elsholz mit einem Hund und Torsten Stein vom MSC mit zwei Hunden. Sieger bei den Läufern mit Hund wurde Robert Delor, der für die knapp 4 km 11,57 min benötigte und dadurch schneller als manch anderes Hundegespann war.

Bei den Gespannen wurde mit vier, sechs und acht Hunden gestartet. Dort ging es in der Vierhundeklasse spannend zu. Hans-Jürgen Linde lag nach dem ersten Lauf mit seinen Hounds gerade 12 sek vor Torsten Umlauft mit seinen Sibiriern. Dies sollte sich auch am zweiten Tag nicht ändern. Aber da hier getrennt gewertet wird (reinrassige Sibirier extra), gab es zwei Sieger.

In der Sechshundeklasse konnte sich Mario Jessat durchsetzen, die Achthundeklasse gewann Lars Viertel mit seinen German Trail Hounds.

Zwischen 16 km/h und 32 km/h lagen die gefahrenen Durschschnittsgeschwindigkeiten der Hunde mit ihren Fahrern über diese Strecke. Mit dabei waren Sibirian Husky, Alaskan Husky, Skandinavian Hounds, German Trail Hounds und auch die großen Alaskan Malamutes. Die MSC-Vereinsmitglieder Lars Viertel und Torsten Umlauft fungierten diesmal als Sprecher im Startbereich und erklärten den zahlreichen Gästen die Unterschiede zwischen diesen Rassen. Gut auch für Gäste und Fahrer war der geräumige Stake-out-Platz, wo alle miteinander über die Hunde und den Schlittenhundesport sprechen konnten.

Schön ist auch, dass der Mitteldeutsche Sportclub immer versucht, ein Kinderrennen zu organisieren. Damit wird das Interesse für diesen Sport beim Nachwuchs geweckt. Auch diesmal gingen die Kids begeistert allein oder mit ihren Eltern auf die 600 m lange Strecke. Das Basteln für Kinder am Sonnabendnachmittag rundete das Programm für die Jüngsten ab.

Alle außer einem (aufgrund eines technischen Defekts) kamen gut durch und an, was natürlich am Können der Fahrer, der Hunde und an der gut ausgeschilderten und abgesperrten Strecke lag. Das Abschlussrennen zur Mitteldeutschen Meisterschaft findet am 20./21. März 2010 in Ziegelroda statt. Wir von Snautz.de wünschen viel Erfolg.

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weitere Bilder:

Besucherkids schmusen mit den sehr freundlichen Hunden. (Foto: Monica Dachsel)
Uwe Busse mit seinem 8er-Team Alaskan Huskys. (Foto: Monica Dachsel)
Ralf Gotthardt mit seinem 8er Hundeteam am Start. (Foto: Marcus Gutheil)
Dominic Wernecke mit seinem Hund Luis am Start. (Foto: Marcus Gutheil)
Marcus Gutheil mit seinem 4er-Huskyteam am Start. (Foto: Marcus Gutheil)
Die Tierschutzbeauftragte Susanne Kallasch und Mario Jessat beim Start zur Sechshundeklasse. (Foto: Marcus Gutheil)
Lucas und Jonas fertig zum Start ins Kinderrennen. (Foto: Marcus Gutheil)
Mario Jessat mit Streckenteilen im Ziel. (Foto: Marcus Gutheil)