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23.03.2012 Kornelia Utecht, Neva-Masquarade-Zucht "Dorogaja's"

Die Neva Masquarade und ihre Schwester, die Sibirische Katze

Kornelia Utecht ist Züchterin von Neva Masquarade und Sibirischen Katzen. Über 25 Würfe dieser beiden Rassen konnte sie in den letzten zehn Jahren schon erfolgreich aufziehen. Warum sie sich gelegentlich über die Zucht der seltenen und jungen Katzenrasse Neva Masquarade hier in Europa ärgert und gar von Betrug spricht und wieso man die Neva Masquarade als Schwester der Sibirischen Kaztze bezeichnet, lesen Sie hier.

Moby van Moya Dorogaya, black smoke white, Sibirischer Kater. (Foto: K. Utecht)

Mit Katzen bin ich als Kind auf- und zusammengewachsen. Mit neun Jahren habe ich meine erste Hauskatze bekommen und seitdem gab es nur ein paar Jahre, in denen ich ohne Katzen gelebt habe. Oh, das war unerträglich für mich. Heute bin ich 49 Jahre alt und kann mir ein Leben ohne meine Vierbeiner nicht mehr vorstellen.

1995 sah ich in einer Katzenzeitschrift ein Foto von einer hellen Katze und verliebte mich unsterblich. Bis dahin wusste ich noch nicht, um was für eine Rasse es sich handelte. Zu dieser Zeit gab es noch nicht so selbstverständlich das Internet. Also habe ich mich mit dem Fotografen des Fotos in Verbindung gesetzt. So bin ich auf die Neva Masquarade bzw. Sibirische Katze gestoßen und bei ihr hängen geblieben.

Das "Hängenbleiben" an den Neva Masquarade und an den Sibirischen Katzen durfte allerdings erst später stattfinden. In der damaligen Wohnung durfte nur ein einzelnes Haustier gehalten werden und ich besaß schon einen Kurzhaardackel. Natürlich habe ich mir nach dem Wohnungsumzug sofort eine Sibirische Katze bzw. Neva Masquarade ausgesucht oder besser gesagt zwei.

Toshi und Caro sind 2001 bei mir einzogen und kurz darauf folgte Bacci, ein Neva Masquarade-Kater. Mit Katzen von dieser Rasse, liebevoll Sibi und Neva genannt, zu leben war, für mich eine einmalige Erfahrung und so kam der Gedanke, dass ich auch anderen Menschen die Rasse näher bringen wollte. Ich fing mit meiner Hobbyzucht an.

Mein damaliger Dackel Scotty war immer ein begehrtes Kuschelopfer der Katzen. Im Laufe der Jahre konnte ich selber und von Kittenkäufern erfahren, dass es eigentlich kein Lebewesen gibt, mit denen sich die Neva Masquarade nicht verstehen.
Vielleicht ausgenommen Mäuse, dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer.

Neva Masquarade sind sehr gesellige Katzen und fühlen sich in Einzelhaltung nicht wohl. Überall müssen sie dabei sein, und wenn es auf der Toilette oder in der Wanne ist. Bei der Gelegenheit kann super aus dem Wasserhahn getrunken werden. Das Wasser ist ja viel besser als das in der Schüssel.

Charakter

Die eine Katze erzählt gerne Romane, die andere beschränkt sich auf das Wesentliche beim Erzählen und für wieder andere ist Schweigen Gold. Was alle gemeinsam haben, sie beschäftigen sich gerne, untersuchen alles, müssen alles wissen und sind schlaue Luchse. Deshalb kann man bei ihnen ganz prima mit dem Klickertraining arbeiten. Das Beste, das ich mal bei jemandem gesehen hatte (Ich glaube, es war ein Nevakater.), war, dass er nach einem Klick seine rechte Pfote hob und Frauchen sie abklatschen konnte. Das hat sie mehrmals vorgeführt. Wie ich schon sagte, einfach mal nur schlau!

Leider ist es so wie auch bei vielen anderen Dingen, dass der Mensch der Natur immer wieder ins Handwerk pfuscht! Anstatt diese Rasse zu erhalten und zu unterstützen, wird gemischt, was das Zeug hält! Somali und Birmas sind in den Mischungen leider öfter zu sehen und werden dann als Sibis und Nevas bezeichnet. Dass damit die Menschen getäuscht werden, interessiert diese Leute nicht!

Rassestandard

Informationen zum Rassestandard findet man bei der World Cat Federation:

Körper: Die mittelgroße bis große Katze ist muskulös und schwer. Der Hals ist kurz und kräftig. Die Beine sind ebenfalls muskulös und mittellang. Die Pfoten sind groß, kompakt und haben Haarbüschel zwischen den Zehen. Der Schwanz reicht bis zum Schulterblatt, läuft leicht spitz zu und ist buschig behaart.

Kopf: Der Kopf ist kurz und breit mit gerundeter Schnauze und leicht abgerundetem Kinn. Die Stirn ist leicht gewölbt. Die Konturen sind sanft gerundet, das Profil ist leicht geschwungen. Die Nase ist gleich breit vom Ansatz bis zum Nasenspiegel.

Ohren: Die Ohren sind mittelgroß, breit am Ansatz mit leicht gerundeter Spitze. Sie sind weit gesetzt und leicht nach vorne geneigt.

Augen: Die Augen sind groß, leicht oval und an der Unterseite gerundet,leicht schräg gestellt und weit auseinanderstehend. Die Augenfarbe soll einheitlich sein und harmonisch zur Fellfarbe passen. Alle Schattierungen von gelb/gold bis grün sind erlaubt. Bei Van-Zeichnung und weißer Fellfarbe auch blau oder odd eyed. Bei Point-Zeichnung grundsätzlich blau, je dunkler, desto besser.

Fell: Das Fell ist mittellang. Die sehr dichte Unterwolle ist weich und fein unter gröberem festem Deckhaar. Das dichte, locker fallende Deckhaar ist wasserabweichend, von fester, griffiger Struktur und glänzend. Es bedeckt Rücken, Flanken und Schwanzoberseite vollständig. Die Körperunterseite und die Rückseite der Hinterbeine besitzen nur Unterwolle. An Hals, Brust, Hosen und  Schwanz ist das Fell besonders lang.

Farbvarianten: Die Pointvariante heißt Neva Masquerade. Die Farben Chocolate und Cinnamon sowie deren Verdünnung (Lilac und Fawn) sind bei der Sibirischen Katze und der Neva Masquerade in allen Kombinationen (Solid, Bicolour, Tricolour, Tabby) nicht anerkannt, ebenso wie der Burma-Faktor. Alle anderen Farben sind anerkannt. Die Beschreibungen sind der allgemeinen Farbliste bzw. der Pointfarbliste zu entnehmen.

Es tut mir in der Seele weh, dass durch solch einen unnötigen Unfug die Rasse mit der Zeit vernichtet bzw. verändert wird! Aus dem Grund haben die seriösen Züchter sich dazu entschlossen, die Katzenliebhaber aufzuklären und versuchen, den Schaden/Betrug an der Rasse so gering wie nur irgend möglich zu halten.

Sollte jemand die Farbe fawn, cinnamon, lilac oder chocolate im Stammbaum sehen, dann kann er sicher sein, dass es sich um einen Mischling und nicht um eine Sibirische Katze oder Neva Masquarade handelt. Mischlinge sind auch sehr schöne Katzen, aber sollten dann auch als solche bezeichnet werden. Wenn sich jemand nicht sicher ist und nähere Informationen benötigt, steht immer ein Züchter mit Rat und Tat zur Seite. Meistens sehen Sie schon auf der Homepage, ob sich der Züchter Ihrer Wahl Gedanken um den Erhalt dieser tollen Rasse macht.

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weitere Bilder:

Dorogaja's Innochenta, seal tortie point und rechts Dorogaja's Vanilla, seal torbie point, zwei Neva Masquarade. (Foto: K. Utecht)
Hater Potap Formular Uspekha, genannt Poppi, blue silver tabby point white, Neva Masquarade. (Foto: K. Utecht)
Nevada-Kitten aus dem Z-Wurf. (Foto: K. Utecht)
Dorogaja's Quira Maline und Schwester, black tortie smoke, Sibirische Kitten. (Foto: K. Utecht)
Dorogaja's Riccie Lou, red tabby point, eine Neva Masquarade. (Foto: K. Utecht)
Katzenkitten von "Dorogaja's". (Foto: K. Utecht)