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16.02.2013 Andrea Bickel, 1. Vorsitzende Native Swiss Cat Club (NSCC)

Die Macawi Cat - eine neue Schönheit aus der Schweiz

Immer wieder entstehen neue Hunde- und Katzenrassen. Diese Katzen-Neuzüchtung kommt aus der Schweiz, wobei bestimmte Bauernhofkatzen aus den Schweizer Alpen eine Hauptrolle spielen. Einen eigenen Verein hat diese neue Katzerasse auch schon - den Native Swiss Cat Club, kurz NSCC. Dessen Vorsitzende, Andrea Bickel, stellt uns hier die Macawi Cat vor.

Macawi-Kitten in silver tabby. (Foto: A. Bickel)

In den Schweizer Alpen kommen in den Hauskatzenpopulationen immer wieder Kätzchen vor, die sich besonders in ihrem anhänglichen Charakter auszeichnen. 2006 entdeckte eine Katzenliebhaberin und Betreuerin einer Pflegestelle in der Schweiz diesen ursprünglichen Typ von Hauskatzen. Die Züchterin hatte sogenannte "Bauernhofalpenkatzen" in Pflege, die sonst getötet werden sollten und konnte daher die Katzen gut beobachten. Später wurden diese Katzen dann weiter vermittelt.

Einige Katzen unterschieden sich im Wesen von den anderen. Sie waren ein eher ruhigerer Typ. Auffällig war ebenfalls, dass es unter diesen Katzen in ihren Würfen immer langhaarige Kätzchen gab. Farblich waren sie meist getigert und es fehlte weiße Farbe. Mit diesen Katzen beschloss die Pflegestellenbesitzerin zu züchten.

Die Züchterin besuchte auch die Orte, woher einige Katzenbabys kamen, um sich die Katzen und ihre Ahnen vor Ort anzusehen. Sie entschloss sich, nach intensiven Erkundigungen innerhalb der Zucht von Rassenkatzen, diesen Katzentyp unter dem Namen Macawi Cat gezielt zu züchten. Die Züchterin gab den Zuchttieren zuerst den Namen Mountain Lion. Merkte aber bald, dass dieser Name unpassend war. Der Name wurde neu definiert und mit Macawi der passendere gefunden. Denn Macawi kommt aus dem Indianischen und bedeutet großzügig, edel.

Einige der Katzen waren leider für die Zucht nicht geeignet. Deren Elterntiere waren nicht geimpft, sie hatten Symptome von Katzenschnupfen und vieles mehr. Mit Einfluss von Perserkatzen des europäischen Typs und den Britisch-Kurzhaar-Katzen wird seit 2006 gezielt auf die Europäische Kurzhaar-Katze zurück gekreuzt.

Da dieser Typ der gesichteten Katze aus der Hauskatze stammt, wird diese als weiteres "Fundament" genutzt und in diese gezielt Perser Katzen (mit Nase / europ. Typ) und Britisch Kurzhaar eingekreuzt. Beide dieser Rassen entstanden im Ursprung mit Einfluss der Europäischen Kurzhaarkatze. Das Ziel ist, das Langhaar-Gen in den Kurzhaar Katzen zu festigen (mischerbig), so wie es auch im Ursprungstyp vorhanden ist. Weiter soll das auch eher ruhigere, freundliche und anhängliche Gemüt mit Einkreuzung der obigen Rassen gefestigt werden. Der natürliche Typ dieser Schweizer Alp-Hauskatze soll ohne äußere Extreme erhalten bleiben: Eine Katze, die durch ihren Ursprung flexibel und anpassungsfähig und trotz ihrer Natürlichkeit sehr geeignet für die Wohnungshaltung ist.

Die Nachzuchten benötigen einen Gesundheitscheck beim Tierarzt. Jede Zuchtkatze muss, um die Zuchtzulassung zu erhalten, von einem Tierarzt untersucht werden. Dabei werden auf einem vorgefertigten Formular die Ohren, Augen, Beine, die Gesamterscheinung, die Fitness, der Charakter und  die Gesundheit überprüft. Für die Weiterzucht als Macawi ist der Macawi-Standart wichtig. Er enthält zusätzlich die Farbe, Größe, Fellbeschaffenheit und Gesamterscheinung. Diese Formulare muss der Züchter dann beim Verein einreichen. Weiterhin muss natürlich jedes Tier gechipt und bei der Tierdatenbank in der Schweiz "ANIS" registriert werden.

Für die Zuchtauslese der Perser, BKH, EKH wird weiterhin ein Gentest durchgeführt. Dabei sind die Punkte Tierarztuntersuchung und der rassenspezifische DNA-Test ausschlaggebend. Weiterhin wird auf Farbe und Typ selektiert. Nur wenige BKH und Perser kommen für die Einkreuzung in Frage. Bei den zur Zucht eingesetzten Perser, Britisch Kurzhaar, Europäisch Kurzhaar ist ein obligatorischer DNA-Test notwendig, um bekannte rassespezifische Krankheiten auszuschließen. Das Ziel ist, die genetisch bedingten und testbaren Veranlagungen zu Krankheiten bei den Rassekatzen auszuschließen. Es ist Interesse des Vereins, auf dem neuesten Stand der DNA-Tests zu bleiben.

Die Macawi Cat wird nicht in Linienzucht (Inzucht) gezüchtet, sondern im Kreuzungsverfahren. Mit dieser Zuchtmethode wird das Ziel nicht auf die Schnelle und auf Kosten der Gesundheit erreicht, sondern langsam und mit einer bestimmten Mischerbigkeit. Es können Kurzhaar- oder Langhaarkatzen sein, es besteht eine Farbenvielfalt. Das sind zwei Grundsteine, die gerne erhalten werden sollen. Bei der Farbe sind reinweiß und point, sowie deren Varianten nicht erlaubt.

Die Macawi Cat ist eine natürlich erscheinende Katze ohne extreme äußere Merkmale und hat einen anhänglichen Charakter. Die Macawi Cat gibt es in Kurzhaar und Halblanghaar, in allen Farben und Kombinationen, nur rein weiß und point sowie point-Varianten sind nicht erlaubt. Bevorzugt werden: black tabby, blue tabby, golden tabby, silver tabby, sowie deren shaded Varianten, schoko, black, blue, lilac mit und ohne weißen Abzeichen.

2011 wurde der Club NSCC (Native Swiss Cat Club) gegründet, um die Macawi Katze zu fördern, ein Stammbaumregister zu führen sowie RIEX Stammbäume auszustellen. Alle Macawi Katzen sind dort registriert. Der Club sieht sich als Anlaufstelle für alle Informationen rund um die Haltung, Zucht und den züchterischen Austausch unter Macawi-Haltern für die weitere Entwicklung der Katze. Die Macawi Cat ist keine anerkannte Rasse. Sie überzeugt aber viele Katzenfreunde mit ihrer natürlichen Vielfältig- und Einzigartigkeit.

Aussehen/Standard

  • Körperbau: Die mittelgroße Katze hat einen kräftigen Knochenbau bei gut ausgebildeter Muskulatur. Der Körper ist mittelschwer und leicht gestreckt. Die Beine sind kräftig, mittellang, mit rundlichen Pfoten.
  • Fell: Kurzhaarig und Halblanghaar in den Farben:
    • schwarz, blau, rot, creme, schoko, lilac, cinnamon, fawn, silver, golden und deren Kombinationen, self, tabby, shaded und chinchilla.
    • Kombinationen: bicolor, tricolor, tabby, shaded, chinchilla, schildpad, torbi
    • Folgende Muster, Farben und Rassen sind nicht erlaubt und dürfen auch nicht eingekreuzt werden: weiß uni, point (Siam Farb-Gene), Burma, Ragdoll, Colorpoint usw.
    • Sollte es Kitten in den Würfen geben, die das Point Gen ganz oder teilweise zeigen, müssen diese als Liebhabertiere mit Kastrationsauflage abgegeben werden.
  • Gewicht: bis 8 Kg
  • Kopf: Der Schädel bildet ein leichtes Dreieck mit abgerundeten Konturen. Die Wangenknochen sind eher hoch angesetzt, die Wangen gut gerundet und die Stirn leicht gewölbt. Das Profil ist leicht geschwungen bei mittellanger römischer Nase und ausgeprägter kräftiger Schnauze und Tasthaarkissen.
  • Ohren: Die Ohren sind mittelgroß, mit leicht abgerundeten Spitzen, breit gesetzt. Bei den Halblanghaar-Varianten seidenweiches glänzendes Fell, wenig Unterwolle
  • Augen: oval bis rundlich
  • Farben der Augen: alle Farben außer blau sind erlaubt (kein Tränen, gesunder Tränenkanal)
  • Schwanz: länger, mit rundlicher Schwanzspitze bei Kurzhaar, bei den Halblanghaar abgerundete Behaarung
  • Pfoten: oval bis rund, groß, bei den Halblanghaarigen: Fell zwischen den Pfoten erwünscht
  • Beine: mittel bis lang, gut bemuskelt
  • Charakter: sehr Menschen bezogen, anhänglich, trotzdem eigenständig, ruhig, verspielt
  • Fehler: sehr ängstliches Verhalten, starker Drang nach Freigang, zu spitzer Kopf, große Ohren, Knickschwanz, zu viel Unterwolle, Break, zu gedrungener Körper

Bis 2020 dürfen Perser im europäischen Typ, Britisch Kurzhaar, Europäisch Kurzhaar/Foundations eingekreuzt werden.

Möchten Sie weitere Informationen, können Sie gern den Förderverein kontaktieren.

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weitere Bilder:

Macawi-Kitten in black golden tabby. (Foto: A. Bickel)
Ganz junge Macawi-Kitten beim Kuscheln. (Foto: A. Bickel)
Zwei Macawi-Kitten. (Foto: A. Bickel)
Macawi-Kater aus der ersten Generation. (Foto: A. Bickel)