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21.02.2006 Dina Lilkendey-Scherf, Altdeutsche Schäferhunde vom Lappwald

Langstockhaar- oder Altdeutscher Schäferhund?

Warum nennt man den langstockhaarigen Schäferhund eigentlich auch den Altdeutschen Schäferhund? Frau Dina Lilkendey-Scherf erklärt es uns und stellt dabei auch ihre Zucht der "Altdeutschen vom Lappwald" vor.

Franjo vom alten Wingertshaus, Vater unseres B- und C-Wurfes

Seit zehn Jahren sind wir aktive Hundesportler und hatten, neben einem Rottweiler-Schäferhund-Mischling auch einen "normalen" kurzhaarigen Deutschen Schäferhund. Uns war schon bald klar: Wenn bei uns noch einmal ein Schäferhund einzieht, dann nur einer mit langen Haaren. Dazu muss man sagen, dass wir immer nur Schäferhunde aus Leistungslinien hatten und diese oftmals extrem kurzes Fell haben. Das gefiel uns gar nicht. Im Jahr 2000 kam dann der erste "Altdeutsche" Schäferhund ins Haus.

Der sogenannte "Altdeutsche" unterscheidet sich nur in der Länge des Fells von seinem kurzhaarigen Verwandten. Es gibt auch hier zwei Zuchtrichtungen, genau wie beim stockhaarigen deutschen Schäferhund: Die Leistungszucht und die Hochzucht. Hunde aus einer Leistungszucht werden mehr nach ihrer Gebrauchshundveranlagung gezüchtet, die aus der Hochzucht mehr nach der Optik. Wir legen in unserer Zucht besonderen Wert auf die Erhaltung der Gebrauchstüchtigkeit.

Momentan haben wir drei Hunde: Franjo vom alten Wingertshaus, Wurftag 18.05.2003, HD a-normal und ED 0. Franjo hat bisher die BGH3 (Begleithundeprüfung), die Ausdauerprüfung und die SchH2 (Schutzhundprüfung). Dann gibt es da noch unsere Juma vom Oesederberg, Wurftag 22.08.2002, HD a-normal und ED 0. Juma hat die BGH2, Ausdauerprüfung und macht dieses Frühjahr die SchH1. Das Nesthäkchen bei uns ist Chalin vom großen S. Sie ist erst ein Jahr alt und hat noch keine Prüfungen. Alle unsere Hunde stammen aus SV-Leistungslinien, ihre Eltern sind kurzhaarige Schäferhunde.

Der "Altdeutsche Schäferhund" ist eigentlich keine eigenständige Rasse. Richtigerweise ist er eigentlich ein langstockhaariger Schäferhund. Alle "Altdeutschen" stammen aus Würfen kurzhaariger Schäferhunde. Bis 1991 durfte im großen Schäferhundeverband, dem SV, auch noch mit solchen Hunden gezüchtet werden. Dann änderte man den FCI-Rassestandard und das langstockhaarige Fell wurde als zuchtausschließend eingestuft. Es gab aber schon immer Liebhaber der langstockhaarigen Variante und so entstanden die ersten Zuchtverbände. Da das lange Fell beim deutschen Schäferhund rezessiv vererbt wird, fallen auch heute noch immer langhaarige Welpen in Würfen von kurzhaarigen Eltern.

Die Rassebeschreibung ist dieselbe wie beim deutschen Schäferhund. Der langstockhaarige Schäferhund zeichnet sich durch längeres, nicht immer gerades und vor allem nicht straff am Körper anliegendes Haar aus. Besonders im Ohrinneren, hinter den Ohren, auf der Rückseite des Unterarmes und meistens auch in der Lendengegend sind die Haare erheblich länger, sie bilden mitunter Ohrbüschel und Fahnen ab Ellenbogen bis Vordermittelfuß. Die Hosen an den Keulen sind lang und dicht. Die Rute ist buschig, mit leichter Fahnenbildung nach unten. Diese Hunde weisen auch genügend Unterwolle auf und besitzen die gleichen Gebrauchshundeeigenschaften wie der stockhaarige Schäferhund. Man kann also nicht pauschal sagen, dass der Altdeutsche Schäferhund ruhiger wäre oder eine höhere Reizschwelle hätte als sein kurzhaariger Verwandter. Es kommt auch hier auf die Zuchtlinien an.

Unser Hauptaugenmerk in der Zucht liegt auf der Gesundheit und der Gebrauchstüchtigkeit des "Altdeutschen "Schäferhundes. Wir züchten nur mit Hunden, die HD und ED normal haben. Unser Zuchtverband ist der LSVD e.V. (Langhaar-Schäferhunde-Verband Deutschland). Dort gelten die gleichen Zuchtkriterien wie beim SV. Die Hunde müssen dem Standard entsprechen, HD- und ED-ausgewertet sein, mindestens zwei Schaubewertungen haben, eine Gebrauchshunde- und Ausdauerprüfung nachweisen und die Körung bestehen. Wir bemühen uns, gesunde und wesensfeste Hunde zu züchten, die sowohl problemlos "nur" als Familienhund leben, aber auch erfolgreich im Hundesport geführt werden können. Fast alle unsere Welpen werden im Hundesport oder in der Rettungshundearbeit geführt.

Unsere Welpen werden im Haus geboren und leben die ersten Wochen auch dort. Wenn sie dann selbständiger und unternehmungslustiger werden, kommen sie mit ihrer Mutter in den Außenauslauf. Unseren Hunden steht ein 1500 m² großer Garten zur Verfügung. Von Anfang an werden sie mit allen Umwelteinflüssen konfrontiert und lernen von Welpenbeinen an, was sie für ihr späteres Leben brauchen, seien es Geräusche im Haushalt, Ausflüge in die Stadt, Autofahren, Kinder, andere Hunde, Katzen oder verschiedene Bodenbeläge. Auch ist uns ein enger Kontakt mit den Welpenbesitzern wichtig, um die Entwicklung unserer Nachzucht mitzuverfolgen. Wir appellieren auch an unsere Welpenkäufer, ihre Hunde HD- und ED-röntgen zu lassen, damit wir ein Feedback über die Gesundheit unserer Zucht bekommen. Einmal im Jahr veranstalten wir ein Welpentreffen. Da uns nicht die Quantität, sondern die Qualität wichtig ist, haben wir höchstens zwei Würfe im Jahr, um unsere Welpen optimal prägen zu können.

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weitere Bilder:

Belisha vom Lappwald, auf dem Foto 8 Monate alt
Chalin vom großen S
Cajun und Charon vom Lappwald
Crazy-Giovannie vom Lappwald