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14.04.2015 Mario Jessat, Snautz.de

Intelligente Tiere: Eine Betrachtung der gegenwärtigen Forschung

Über die Intelligenz der Hunde wird viel gesprochen. Es gibt aber viele weitere Tierarten, die sich durch geistige Fähigkeiten von anderen abheben. Interessante Fakten über intelligente Tiere und die verschiedenen Arten der Intelligenz hat unser Mitarbeiter Mario Jessat hier zusammengetragen.

Der Border-Collie zählt zu den klügsten Hunderassen. (Foto: KatrinKerou, pixabay, Public Domain)

Was ist Intelligenz?

Definition

Bei der genauen Definition von Intelligenz (lat. intellegere - verstehen) sind sich die Forscher nicht immer einig. Oftmals wird sie vereinfacht als Fähigkeit des Geistes beschrieben. Eine einheitliche Präzisierung konnte bisher jedoch noch nicht gefunden werden. Erkennbar ist die Divergenz besonders bei den Studien der Forscher Robert Sternberg und Douglas Detterman, die bei zwölf Experten nach einer Definition fragten und zwölf unterschiedliche Ergebnisse erhielten. Dazu kommt erschwerend, dass die Intelligenz kulturell unterschiedlich ist. An dieser Stelle muss auch der Jurist Alfred Binet erwähnt werden, der im Jahre 1905 gemeinsam mit Théodore Simon den Binet-Simon-Intelligenztest, ein Vorläufer des IQ-Tests, erfand. Obgleich die Auswahl der Definitionen von Intelligenz vielfältig ist, wird an dieser Stelle mit einer allgemeinen Beschreibung des Gabler Wirtschaftslexikons gearbeitet:

Intelligenz ist "in der Psychologie ein hypothetisches Konstrukt (d.h. eine Erklärung für ein nicht direkt beobachtbares Phänomen), das die erworbenen kognitiven Fähigkeiten und Wissensbestände einer Person bezeichnet, die ihr zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Verfügung stehen."

Fragestellung

Sind die Menschen den Tieren tatsächlich geistig überlegen oder sind es Entwicklungen wie beispielsweise die Sprache, die den Menschen so dominant machen?

Verschiedene Formen der Intelligenz

Heutzutage gehen die meisten Forscher von multipler Intelligenz aus, die mehrere Dimensionen miteinander verbindet. Erkennbar ist dies daran, dass es durchaus möglich ist, durch irreparable Schäden gewisse Bereiche des Gehirns nicht mehr nutzen zu können. Im Gegenzug sind andere Bereiche jedoch weiterhin aktiv. Um eine Form der Intelligenz jedoch als solche anzuerkennen, muss diese in einem bestimmten Hirnareal lokalisiert werden. Erkennbar ist das unter anderem daran, dass diese Funktionen bei einer Schädigung eben dieses Areals ausfallen und nicht mehr zur Verfügung stehen. Es gibt noch weitere Modelle, die auch den sozio-kulturellen Aspekt berücksichtigen, weswegen in diesem Zusammenhang einige Ausschnitte der verschiedenen Formen berücksichtigt werden.

Sprachliche Intelligenz

Zur sprachlichen Intelligenz gehören die Beherrschung der Sprache und die Fähigkeit, diese Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern. Das Lernen neuer Sprachen ist ebenfalls zu dieser Begabung zu zählen. Es gibt durchaus Tiere, die darüber verfügen. In den späteren Fallbeispielen werden einige Arten vorgestellt.

Logisch-mathematische Intelligenz

Diese Form behandelt die Kenntnisse über Zahlen und Logik. Bei den Menschen verfügen besonders Naturwissenschaftler oder Programmierer über diese Form. Es geht darüber hinaus um die Fähigkeit des logischen Denkens. Das Beispiel der Krähe verdeutlicht die logische Intelligenz im Tierreich.

Räumliche Intelligenz

Hier geht es um die Wahrnehmung der sichtbaren Umwelt sowie um die Veränderung dieser. Darüber hinaus stehen Orientierung, Wiedererkennung von Objekten und dreidimensionale Betrachtungsweisen im Vordergrund. Tiere verfügen über diese Art der Intelligenz, erkennbar am Bienentanz, der Richtung und Entfernung von Blüten genau wiedergibt. Diese besondere Form der räumlichen Intelligenz ist beachtenswert, zumal sie auch zur sprachlichen Intelligenz gezählt werden kann, denn der Tanz dient ebenso der Kommunikation zwischen den Insekten.

Musikalische Intelligenz

Takt-, Melodie- und Rhythmusgefühl sind Fähigkeiten, die bei der musikalischen Intelligenz von Bedeutung sind. Hier geht es darum, mehrere unterschiedliche Instrumente zeitgleich zu betätigen. Darüber hinaus ist das Erkennen von Melodien sowie von Disharmonien in einem musikalischen Stück von Bedeutung. Im Tierreich sind es Delfine, die durch Töne kommunizieren und über eine ausgeprägte musikalische Intelligenz verfügen.

Soziale Intelligenz

Zur sozialen Intelligenz gehören mehrere Aspekte. So beispielsweise das Erkennen und die Einsicht in soziale Situationen oder auch Empathie. Die friedliche Bewältigung von Konflikten kann ebenfalls zur sozialen Intelligenz gezählt werden. Die Diskussion, ob die Gesamtintelligenz diesen Bereich beinhaltet, wird gegenwärtig rege geführt, aber wie in der Einleitung bereits angedeutet wurde, ist die Frage nach einer einheitlichen Definition ohnehin noch nicht abschließend geregelt.

Handlungsintelligenz

Das Konzept der Handlungsintelligenz bezeichnet diese als zweckvolle Handlung. Hier ist die Interpretation dieser zu beachten, schließlich kann diese von Mensch zu Mensch vollkommen anders ausfallen. Während für eine Person beispielsweise der frühe Eintritt in eine Partei als zweckmäßig erscheint, sehen andere gänzlich unterschiedliche Aspekte als sinnvoll an. Darüber hinaus ist auch hier eine kulturelle Differenz zu beachten, denn es hängt stark von der Gesellschaft ab, in der der Betroffene lebt

Schwarmintelligenz

Die Weisheit der Masse ist die Umschreibung der sogenannten Schwarmintelligenz. Im Grunde geht es darum, dass Menschenmassen klügere Entscheidungen treffen als einzelne Personen. Allerdings ist nicht pauschal anzunehmen, dass die Schwarmintelligenz immer die richtige Entscheidung trifft. Als Beispiel dient die Finanzkrise, die aus Sicht eines Forscherteams aus der Schweiz auf die Schwarmintelligenz untersucht wurde. Diese kann, so Ergebnis, schnell in "Schwarmdummheit" umschlagen, denn Menschen lassen sich von den Meinungen anderer beeinflussen, auch wenn sie falsch ist. Im Tierreich sieht es anders aus, denn hier ist die Schwarmintelligenz eine Methode zu überleben. So beispielsweise in der Unterwasserwelt bei Fischschwärmen.

Intelligenz der Tiere

Die Forschung über die Intelligenz im Tierreich ist noch nicht alt. Lange Zeit wurde dies schlicht ignoriert, denn aus Sicht der Menschen war es nicht möglich, den Tieren eine menschliche Eigenschaft zuzusprechen. Schließlich vertiefte die Harvard-Absolventin Irene Pepperberg 1977 diesen Forschungszweig erstmals.

Der Graupapagei "Alex" als Vorreiter in der Forschung

Der Papagei Alex war das erste Exemplar, das darlegen sollte, dass Tiere nicht nur auf Automatismen und Reflexe angewiesen sind, sondern durchaus kalkuliert handeln können. Hierfür versuchte Pepperberg, dem Vogel die englische Sprache beizubringen, um ihn im Umkehrschluss über seine Gefühle und seine Gedanken auszufragen. Auf diese Weise wollte sie beweisen, dass die Handlungen nicht nur aus starren und vorprogrammierten Aktionen bestehen. Diese Begabungen, die bisher nur den Menschen nachgesagt wurden, sind inzwischen charakteristisch für viele Tiere. Der Vogel verfügte schließlich über außergewöhnliche Fähigkeiten in Sprache und Rechenleistung. So konnte er Farben benennen, ganze Sätze bilden und sich sogar über bestimmte Aspekte bei den Forschern beschweren. Das faszinierende an diesem Experiment war also nicht, dass der Vogel in der Lage war, unterschiedliche Laute zu imitieren, sondern vielmehr, dass er komplexe Zusammenhänge erschließen und diese auch zum Ausdruck bringen konnte. Darüber hinaus war er in der Lage zu zählen. Wurden ihm beispielsweise mehrere Symbole gezeigt von denen eines häufiger vorkam, so konnte er benennen, welches der Symbole öfter vertreten war.

Ein weiteres Beispiel für die Intelligenz von Tieren ist der Border Collie Rico, der bei "Wetten, dass..?" verschiedene Wörter unterschiedlichen Spielzeugen zuordnen und diese auch gezielt aus einem Nebenraum holen konnte. Nachdem die Show ausgestrahlt wurde, meldete sich eine Biologin, die den Hund genaueren Tests unterzog und die Forschung mit Tieren weiter vertiefte.

Die Förderung der kognitiven Leistung

Im Allgemeinen wird Intelligenz als Handlung bezeichnet, durch die ein Problem gelöst werden kann. Allerdings muss bei Tieren bedacht werden, dass es trotz der Forschungsergebnisse häufig die Reflexe sind, die die Tiere intelligent wirken lassen. Nichtsdestotrotz gibt es Möglichkeiten, die Tiere zu trainieren, ohne die Reflexe anzusprechen.

Rechentraining

Hunden und Katzen kann das Zählen antrainiert werden. So können Herrchen ihrem Haustier immer regelmäßig lediglich drei Hundekuchen geben. Nach einer Weile fällt auf, dass das Tier nach dem dritten Teil bereits abdreht und kein viertes Stück mehr erwartet, da es mitgezählt hat.

Logisches Denken

Wie bereits beschrieben, sind Papageien besonders intelligent. So können sie durch logisches Denken verschiedene Formen zuordnen. Beobachtet der Vogel oft genug, wie und wo bestimmte Bausteine wieder eingeordnet werden, ist er sogar in der Lage, den Gegenstand selbstständig wegzuräumen.

Beispiele intelligenter Tiere

Studienergebnis: Hunde sind so intelligent wie Kleinkinder

Anhand der Beobachtung der Border-Collie-Dame Chaser haben Forscher herausgefunden, dass die Tiere ähnlich intelligent sind wie Kleinkinder. Sie sind durchaus in der Lage, zwischen unterschiedlichen Spielzeugen, Begriffen und Kommandos zu differenzieren. Darauf geht auch Hundeexperte Stanley Cohen ein, der bekräftigt, dass die Tiere über die geistigen Fähigkeiten eines zwei- bis zweieinhalb-jährigen Kindes verfügen. Diese These stützt zusätzlich der Mathematiker Dr. Norbert Herrmann, der in diesem Artikel bekräftigt, dass Hunde ebenfalls in der Lage sind, zu rechnen. Die Konsequenz, sie können den kürzesten Weg errechnen, wenn es darum geht, einen Stock aus dem Wasser zu holen. Hierfür gibt es eine Formel, deren Ergebnisse deckungsgleich mit den Wegen der Hunde sind. Folglich laufen die Hunde anfangs am Ufer entlang, bis sie schließlich die passende Stelle gefunden haben, um hineinzuspringen. "Es gibt einen optimalen Punkt und den kann ich ausrechnen. Da gibt es auch eine Formel und die Hunde halten die ein", bekräftigt der Mathematiker und untermauert dadurch die These der Forscher um Stanley Cohen.

Der Bienentanz - Eine besondere Sprache zur Orientierung

Ein Pionier bei der Forschung mit Bienen ist Karl von Frisch, der feststellte, dass die Insekten in der Lage sind, Farben zu sehen, zwischen Düften zu unterscheiden, ein Zeitgefühl haben und die Flugrichtung sowie Entfernung in Form von Tänzen mitzuteilen. Die Koordination erfolgt durch einen Sonnenkompass, sodass sie befähigt sind, durch Erinnerungen zuverlässig zu navigieren. Darüber hinaus ist es ihnen möglich, das Gelernte über einen langen Zeitraum im Gedächtnis zu halten. Planet-Wissen.de beschreibt die zwei verschiedenen Tanzarten, die bisher erforscht wurden.

Rundtanz

Angenommen das Futter ist in einem Umkreis von 100 Metern, so reicht dieser Tanz, um über die Existenz des Futterplatzes zu informieren. Der genaue Standort wird jedoch nicht mitgeteilt.

Schwänzeltanz

Bei größeren Entfernungen kommt der Schwänzeltanz zum Einsatz. Die Biene teilt sich darüber mit. Sie gibt die genaue Richtung, Entfernung und sogar die Qualität der Quelle an.

Dabei bewegt sich die Biene auf einer Wabe und durchläuft dabei mehrere Zyklen, die die Form einer Acht darstellen. Wichtig ist die Gerade, auf welcher das Insekt schwänzelt, denn hier teilt es die grundlegenden Informationen mit. Auch der Winkel im Zusammenhang mit der Sonne ist wichtig, denn dieser verdeutlicht die Richtung.

Elefanten - Intelligenz als Schutz vor Feinden

Eine Studie ergab, dass auch Elefanten über eine besondere Intelligenz verfügen. So sind sie in der Lage, zu differenzieren, ob es sich bei nähernden Menschen um Feinde oder Freunde handelt. Dies erkennen die Dickhäuter mit Hilfe ihres Gehörs. Durch eine Stimmenanalyse stellen sie fest, welches Alter, Geschlecht oder Ethnie die nahenden Menschen haben. Die Forscherin Karen McComb hat dies gemeinsam mit ihrem Team in einer aktuellen Studie herausgefunden. Die Tiere reagieren bei Stimmen von Jägern eingeschüchtert und rückten enger zusammen. Bei anderen Stimmen, beispielsweise der von Landwirten, war dies nicht zu beobachten. Völlig entspannt blieben sie schließlich bei Frauen- oder Kinderstimmen. Auch zwischen den Stämmen wurde differenziert. So leben in der Region sowohl das Kriegervolk der Massai, das die Elefanten öfter jagt, als auch das Volk der Kamba, das sich durch die Landwirtschaft ernährt. Die Tiere unterschieden und blieben bei den Kambamännern entspannt, während sie bei den Massai nervöser reagierten. Darüber hinaus verfügen die Tiere über ein langfristiges Gedächtnis, denn je älter die Tiere waren, desto besser konnten sie zwischen den Gefahren differenzieren.

Raben und Krähenvögel - Meister der Improvisation

National Geographic erläutert die Intelligenz der Raben, die bereits als eine Vorstufe der komplexen Kommunikation anzusehen ist. Im Jahre 2011 fanden Forscher diesen Umstand heraus. Zuvor war es lediglich den Menschen und den Menschenaffen vorenthalten, sich auf diese Art und Weise mitzuteilen. Besonders die Zeigegesten sind in dem Zusammenhang von Belang. Allerdings wird diese erst dann ausgeführt, wenn der Partner den Blickkontakt erwidert. Wissenschaftler haben die Fähigkeiten der Raben im Magazin "Nature Communications" verdeutlicht. Die Vögel nutzten dabei ihre Schnäbel wie Menschen ihre Hände und hoben Gegenstände hoch, die sie schließlich dem "Gesprächspartner" zeigten.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich ebenfalls mit der Kommunikation zwischen Raben befasst und kam zusätzlich zu dem Schluss, dass die Gesten, also das gegenseitige Zeigen von Gegenständen dazu dient, das Interesse möglicher Partner zu erkunden.

Hintergrund dieser Studie von 2012 ist jedoch nicht nur die Erforschung der Vögel, sondern vielmehr ein vergleichender Ansatz, um die Kommunikation und die Komplexität der Vorfahren des Menschen zu erkunden. Eine Betrachtung der Raben ergab, dass deren Gestik durchaus mit der der Primaten vergleichbar ist. Darüber hinaus improvisieren Raben bezüglich des Täuschens und des Tricksens. So berichten Forscher, dass sich die Tiere neben einem essbaren Kadaver tot stellen, um den Eindruck zu erwecken, dass das Tier vergiftet wurde.

Grundsätzlich sind die Tiere extrem anpassungsfähig und einfallsreich, um an Nahrung zu gelangen oder sich und ihre Artgenossen zu schützen. In Idaho leben die Tiere inzwischen vorzugsweise auf Strommasten, um sich einerseits besser vor natürlichen Feinden zu schützen und andererseits eine höhere Geschwindigkeit bei der Jagd zu erzielen. Denn beim Hinunterstürzen von den Strommasten erreichen die Tiere eine höhere Geschwindigkeit als normal.

Der Affe - soziale Intelligenz und Empathie

Forscher der Universität Georgia fanden heraus, dass Affen über große soziale Intelligenz verfügen. So haben sie beispielsweise einen großen Sinn für Gerechtigkeit und sind sich über die Vorteile der Arbeit im Team bewusst. Entsprechend zeigte eine Studie, dass Menschen und Affen gemeinsam Rätsel lösten, um an die Belohnung zu gelangen. Den großen Unterschied, den die Studie aufzeigte, war der Einsatz der Sprache. Denn sobald die menschlichen Teilnehmer miteinander sprechen konnten, erzielten sie noch größere Erfolge.

Empathie ist bei Affen ebenfalls zu beobachten und wird als Fähigkeit bezeichnet, zu erkennen, dass ein anderes Lebewesen leidet. Schimpansen sind beispielsweise in der Lage, die Empfindungen der Artgenossen zu erkennen. Dies ist anhand unterschiedlichster Tests nachvollziehbar.

Der Delfin - Erkennen positiver und negativer Empfindungen

Eine Studie der schottischen Universität St. Andrews ergab, dass sich Delfine anhand ihrer Laute gegenseitig identifizieren können. Durch einen bestimmten Pfeifton erkannten sich die Tiere untereinander. Zunächst klang der Ton immer gleich, dennoch waren minimale Unterschiede zu hören, die bei jedem untersuchten Tier variierten. Die Studie ergab, dass die Tiere zwar nicht auf fremde Pfeiftöne reagierten, aber auf ihre eigenen. Die Forscher schlossen daraus, dass die Meeressäuger die Signale nutzen, um Artgenossen "anzusprechen".Deren erhöhte Intelligenz wurde jedoch kürzlich von einer Studie widerlegt. Sicherlich sind die Tiere weiterhin intelligenter als viele ihrer Artgenossen, jedoch nicht so schlau wie verbreitet angenommen wurde.

Erstaunliche Geistesleistung: Drei Beispiele

Krake - Futter in verschlossenen Glasbehältern

In diesem Video wird das Verhalten der Tintenfische näher beleuchtet. Deren Intelligenz ist mit den höheren Wirbeltieren vergleichbar. Dies verdeutlicht sich anhand einer Kokosnussschale, die ein Tintenfisch vorausschauend mit sich führt, um sich auf offenem Terrain verstecken zu können. Wissenschaftler sind erstaunt über die Intelligenz der Tiere. Besonders die Lernfähigkeit ist bemerkenswert. Problemlösungskompetenz, Gedächtnis und Neugier sind Indikatoren, die für die Biologen von übergeordneter Bedeutung sind. Besonders die Lernfähigkeit und das Gedächtnis erstaunt. So haben Forscher dem Tier zunächst gezeigt, wie es einen Deckel von einem Behältnis entfernen kann. Wochen später wird das Experiment erneut gemacht mit einem Shrimp im Behältnis als Motivation. Das Tier war in der Lage, den Behälter zu öffnen, konnte sich also an das Gelernte erinnern, obwohl bereits einige Zeit vergangen ist.

Ritualisiertes Verhalten von Elefanten

Häufig wird von mysteriösen Elefantenfriedhöfen gesprochen. Deren Existenz ist jedoch nur ein Gerücht. Dennoch üben die Tiere beim Umgang mit dem Tod ein ritualisiertes Verhalten aus und verfügen über Empathie sowie Trauer. Stirbt ein Elefant, so trauern die anderen Artgenossen um den Verstorbenen. Es findet eine Art Totenwache statt, die Tiere kehrten über einen gewissen Zeitraum täglich zu dem Verstorbenen zurück und betrauerten dessen Tod. Dies beobachtete das Forscherteam des Biologen Ian Redmond, der die Tiere in der afrikanischen Steppe und deren Verhalten erforschte.

Logisches Denken von Krähen

Wie die amerikanische Fachzeitschrift "Current Biology" berichtete, sind Krähen in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu durchschauen. So können sie Spielkarten in einer bestimmten Reihenfolge ordnen, eine Leistung für die sich auch Menschen anstrengen müssen. Die Krähen hatten eine Erfolgsquote von 78 Prozent. Ein deutlicher Beleg für die Fähigkeit, die komplexen kognitiven Herausforderungen zu meistern. Auf ähnlich positive Ergebnisse kamen bei dem Test lediglich die Primaten oder Menschen. Dabei ist dies nicht das erste Experiment, das das logische Denken der Krähen hervorhebt. In diesem Interview erläutert der Ornithologe Josef H. Reichholf, dass die Vögel vorneweg denken können. Ähnlich wie der Mensch spielen sie die Ereignisse im Geiste durch, überlegen sich einen Plan und setzen diesen dann in die Tat um.

Fazit

Fakt ist, das abstrakte Denken ist keinesfalls eine menschliche Domäne, sondern findet sich auch in vielen Bereichen des Tierreiches wider. Grundsätzlich sind viele Tiere intelligenter als auf den ersten Blick angenommen. Die überlegene Intelligenz des Menschen wird seit Jahrtausenden so weitergegeben, obgleich es durchaus Bereiche gibt, in denen die Tiere den Menschen in nichts nachstehen. Besonders in den Bereichen der Vernunft wurde, ausgehend von Aristoteles, eine Überlegenheit des Menschen verbreitet, obgleich auch Tiere vernünftig handeln.

Ein vermeintlich großer Vorteil des Menschen ist die Sprache. Denn wie einige Experimente zeigen, ist es besonders durch eine ausführliche Kommunikation möglich, das Potential voll auszuschöpfen. Aber auch die Tiere sind in der Lage, zu kommunizieren. Der Mensch hat bisher schlicht nicht das Wissen, diese Form der Unterhaltung adäquat zu interpretieren.

Diese scheinbare Überlegenheit des Menschen und die Mängel in der bisherigen Forschung thematisiert der Evolutionsbiologe und Professor für Psychologie Dr. Gordon Burghardt gegenüber der Huffingtonpost:

"Es heißt oft, dass wir durch unsere Sprache und die Möglichkeit, alles aufzuzeichnen, eine Gemeinschaftskultur haben. Dass wir Dinge erreichen können, die für andere Tiere nicht möglich sind. Das bedeutet aber nicht, dass der Mensch als Einzelperson anderen Gattungen in allen Bereichen überlegen ist."

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weitere Bilder:

Der Graupapagei zeigte Gefühle und konnte kontrolliert und kalkuliert handeln. (Foto: Hans, pixabay, Public Domain)
Die Schwergewichte unter den intelligenten Tieren: Elefanten halten Totenwache und laufen eine Zeit lang jeden Tag zu den Leichen anderer Elefanten. (Foto: RoDobby, pixabay, Public Domain)