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04.10.2013 Vivien Buckendahl, Tourenbegleiterin für Hundewanderungen

Hundewandern

Welche Wanderausrüstung brauchen Einsteiger beim Wandern mit Hund?

Wandern allein macht den meisten keinen Spaß. Nehmen Sie doch einfach Ihren Hund mit und entdecken mit ihm gemeinsam die Wunder der Natur. Vivien Buckendahl, Tourenbegleiterin für Hundewanderungen, erklärt Einsteigern in diesem Artikel, wie man sich am besten auf eine Tour vorbereitet und was man auf keinen Fall vergessen sollte.

Spaß für die Hunde. (Foto: V. Buckendahl)

Wandern ist eine der ältesten, billigsten und lange Zeit auch eine der miefigsten Freizeitbeschäftigungen, die plötzlich wiederentdeckt, sogar die Trendforscher überrollt hat. Wandern kann jeder, einigermaßen gesunde Mensch und jeder gesunde Hund. Es bedarf keiner besonderen Technik und nicht unbedingt einer teuren Ausstattung. Beim Wandern können Sie mit allen Sinnen genießen und sollten jedweden Leistungsgedanken ausschalten. Entschleunigen ist das Stichwort. Gemeinsam mit dem Hund auf Abenteuersuche gehen.

Konditionelle Vorbereitung auf das Hundewandern

Um sich auf die erste Hunde-Wandertour konditionell vorzubereiten, können Sie die täglichen Spaziergänge mit Ihrem Vierbeiner kontinuierlich ausdehnen. Als Einstieg empfehle ich dann, zuerst eine kleine Rundtour von 10-12 km in ebenem Gelände zu wählen. Haben Sie diese Strecke mit einem guten Gefühl bewältigt, können Sie sich auch an eine Tagestour von um die 20 km trauen. Beachten Sie nur, dass junge Hunde im Wachstum oder auch alte Hunde einer nicht zu großen Belastung ausgesetzt werden. Ansonsten ist jeder Hund, egal welcher Rasse, für das Hundewandern geeignet.

Wichtige Wander-Grundausrüstung

Sie werden schnell merken, wie sinnvoll eine spezielle Grundausrüstung ist. Das heißt nicht, dass man sich gleich diverses teures Outdoorequipment kaufen muss. Dennoch sollten die wichtigsten Dinge dabei sein. Die folgenden Tipps beziehen sich auf normale Tageswanderungen und können je nach Tourengröße beliebig erweitert werden.

Ganz oben auf der Liste stehen die Schuhe und Socken. Eine Wandertour steht und fällt mit dem richtigen Schuhwerk. Lassen Sie sich ruhig beraten. Ein Wanderschuh oder Stiefel sollte gut sitzen und die Zehen dürfen beim bergab Laufen vorn nicht anstoßen. Mein Tipp: Halten Sie zum Wandern die Fußnägel kurz. Ein hoher Schaft stabilisiert das Fußgelenk und sorgt für einen sicheren Tritt. Die Bedeutung einer guten Wandersocke wird häufig unterschätzt. Am besten eignen sich spezielle Wander- oder Trekkingsocken. Sie halten den Fuß trocken, absorbieren den Schweiß und verringern die Reibung. Blasen entstehen meist durch schlecht sitzende Strümpfe.

Als Rucksack eignet sich ein sogenannter Daypack, mit ca. 20 L Volumen. Am besten kaufen Sie gleich eine Regenschutzhülle dazu.

Mit der Outdoor-Bekleidung sollte man für jedes Wetter gerüstet sein. Ich empfehle nach dem Zwiebelprinzip vorzugehen. Mehrere dünne Bekleidungsschichten werden dabei übereinander angezogen. So können Sie je nach Temperatur und Wetter etwas überziehen oder wieder in den Rucksack packen. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Atmungsaktivität. Ein Regenschutz sollte immer mit dabei sein. Das Wetter kann unterwegs schnell umschlagen. Nehmen Sie im Sommer unbedingt eine Kopfbedeckung mit und schützen Sie sich mit Sonnencreme. Einen Überblick über Ausrüstung und Outdoor-Bekleidung bekommen Sie z.B. bei Bergzeit oder Bergfreunde.

Was darf sonst noch nicht fehlen?

Die Verpflegung: Bei einer Tagestour verbraucht man bis zu 2000 Kilokalorien. Daher sollten Sie immer genügend Proviant dabei haben und auch ruhig ein paar Leckerlies für den Hund. Etwa 1,5-2 l Wasser, Traubenzucker, Nüsse, Energieriegel, Trockenobst, Bananen oder Äpfel, Brötchen.

Auch ein Erste-Hilfe-Set muss immer dabei sein. Die gibt es schon in Ultraleicht und auch für Hunde. Verbandsmaterial, Schere, Pinzette, Pflaster, Blasenpflaster, Notfalldecke, Schmerzmittel, Desinfektionsmittel, Coldpack, Ortsbeschreibung für den Notarzt und persönliche Medikamente gehören mindestens ins Set. Außerdem dabei sein sollte auch ein aufgeladenes Handy.

Nützlich sind auch:

  • Fotoapparat
  • GPS Gerät wenn vorhanden
  • Sonnenschutz
  • Insektenschutz
  • Taschentücher
  • Feuchttücher
  • Taschenmesser
  • evtl. Trinksystem
  • Geld
  • Wanderkarte
  • Kompass
  • Wanderführer

An den Hund muss natürlich auch gedacht werden:

  • Halsband
  • Geschirr
  • Leine oder Langlaufleine
  • Halsband mit Tassomarke oder Telefonnummer
  • faltbarer Napf
  • Wasser
  • Leckerlies
  • evtl. Pfotenschuhe, um die Hundepfote bei langen oder steinigen Touren zu schützen

Vielleicht hat Ihr Hund auch Spaß daran seinen eigenen Rucksack zu tragen. Es gibt verschiedene Modelle speziell für Hunde. Über die verschiedenen Rucksäcke und die Gewöhnung daran sollten Sie sich aber vorher eingehend informieren.

So gut ausgerüstet steht einer tollen Hundewanderung, mit Ihrem Vierbeiner auch nichts mehr im Wege. Ich wünsche viel Spaß!

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Das Wandern macht den Hund müde. (Foto: V. Buckendahl)
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Hundewandern ist für jeden gesunden Hund geeignet. (Foto: V. Buckendahl)