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08.02.2008 Jutta Hackenberg, SV OG Werdohl-Herscheid

Ist der Hundesportverein auch eine Hundeschule?

Die Ausbildung und Sozialisierung ihrer Hunde liegen immer mehr Menschen am Herzen. Die Frage, ob die Hunde in einem Hundeverein oder besser in einer Hundeschule ausgebildet werden, beschäftigt viele Hundebesitzer. Ist die Erziehung der Welpen oder Hunde zum Familienhund auch in einem Verein möglich?

Gruppenarbeit mit freilaufendem Hund. (Foto: Jutta Hackenberg)

Spricht man mit Hundehaltern über die eventuelle Ausbildung ihrer vierbeinigen Lieblinge in einem Hundeverein, so hört man oft einen Standardsatz: "Auf dem Hundeplatz heißt es Sitz, Platz, Fuß und Fass. Das möchten wir für unseren Hund nicht." Das ist gut nachzuvollziehen, wollen doch viele Menschen ihren Hunden gerade das Beißen nicht beibringen. Aber geht es bei den Hundevereinen hauptsächlich nur um die Schutzdienstausbildung?

Immer mehr Vereine bieten neben der klassischen Ausbildung auch ein breites Spektrum an Hundefreizeitaktivitäten. Agility, Dogdancing, Welpenspielstunden sind da die Favoriten. Die Ausbildung der Hunde erfolgt über positive Motivation, z.B. Körpersprache, Leckerlies oder Spielzeug. Das kommt der Ausbildung bei einer Hundeschule sehr nah.

"In einem Verein muss man ja gleich Mitglied werden, sonst kann man nicht am Unterricht teilnehmen", ist weiterhin zu hören. Das ist aber oft gar nicht der Fall. Viele Vereine, dazu gehört z.B. unser Verein in der Nähe von Lüdenscheid, die SV OG Werdohl-Herscheid, mit Übungsplatz in Herscheid, Schwarze-Ahe, bieten Erziehungskurse auf der Basis einer Hundeschule an. Dazu muss man dann nicht zwangsläufig Mitglied des Vereins werden, man kann als Gast viele verschiedene Erziehungskurse besuchen.

An diesen Kursen kann man gegen eine geringe Gebühr teilnehmen und hat die Gewissheit, dass man von ausgebildeten und geprüften Übungsleitern betreut wird, die selbst aktiv einen Hund führen und ausbilden. Unsere Übungsleiter bilden sich häufig in Seminaren weiter, um immer wieder Neues zu erlernen und an die Schüler weitergeben zu können. Auch sind bei sehr vielen Schäferhundevereinen mittlerweile Hunde aller Rassen mit ihren Herrchen oder Frauchen willkommen, ob Dackel oder Dogge, Rassehund oder Mix.

Am Anfang dieser Kurse steht der Welpentreff, auch Welpenspielstunde genannt. Hier treffen sich, wie der Name schon sagt, Welpen ab der 10. Woche mit ihren Herrchen oder Frauchen. Im Vordergrund steht das Kennenlernen anderer Hunde und Menschen zur Förderung des Sozialverhaltens. Was der Kleine hier als Welpe lernt, ist für sein späteres Leben von großer Bedeutung. Deswegen wird der Welpe bereits in den ersten Wochen seines Lebens an Dinge des Alltags herangeführt, z.B. verschiedenste Untergründe, über die er laufen muss, Geräusche, Fahrradfahrer, Menschenansammlungen usw.

Danach folgt der Junghundekurs. Hier lernen die jungen Hunde ab einem Alter von ca. 6 Monaten Leinenführigkeit sowie die Grundkommandos Sitz, Platz und bei Fuß. Der Umgang mit Konfliktsituationen beim Zusammentreffen mit Joggern, Radfahrern, Autos und anderen Hindernissen wird weiter geübt und gefestigt, auch ein Stadtspaziergang mit allen Teilnehmern steht auf dem Programm. Durch gemeinsames Spielen wird das Sozialverhalten des Hundes weiter gefestigt. Nach Durchlaufen dieser beiden Erziehungskurse kann man bei der Gruppe der Fortgeschrittenen einsteigen. Auch hier steht die Erziehung des Hundes weiter im Vordergrund, aber ebenso auch der Spaß, den man zusammen mit seinem Hund bei der Arbeit haben kann. Ein Quereinsteigen ist dabei in jeder Gruppe nach vorheriger Absprache mit dem Übungsleiter jederzeit möglich. Neben Praxis und Theorie in der Hundeerziehung bietet unser Verein auch Seminare an, z.B. "Erste Hilfe am Hund" oder "Kind und Hund", bei denen jeder Hundebesitzer ein gerngesehener Gast ist.

Gerade die Vielfältigkeit, die das Vereinsleben manch einem Hundefreund bietet, macht dieses so interessant. Die Familien der Hundebesitzer sind immer recht herzlich zu Vereinsveranstaltungen eingeladen, wie z.B. zum Osterfeuer, Zeltlager, zu gemütlichen Grillabenden oder zu einer Nachtwanderung. Falls bei dem einen oder anderen jetzt doch der Funke überspringt und er mit seinem Hund nun eine Begleithundeprüfung, eine Fährtenhundprüfung oder eine Schutzhundprüfung ablegen möchte, kann er dies gerne im Verein tun. Wichtig erscheint mir weiterhin auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Besitzern unserer vierbeinigen Freunde. Vor allem beim geselligen Zusammensein lässt sich Erlebtes austauschen, diskutieren und fachsimpeln.

Man hat also mittlerweile die Wahl. Am besten ist es natürlich, sich im Voraus über die Aktivitäten eines Hundevereins zu informieren und das für sich Passende herauszusuchen. Oft reicht ein Blick auf die eventuell vorhandene Homepage des betreffenden Hundevereins, und man ist über die Aktivitäten bestens informiert. Aber auch einen Besuch ohne Hund kann und sollte man vorher tätigen. Dabei stellt man dann schnell fest, ob die Arbeit des Hundevereins den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Vielleicht wird es ja ein Verein fürs Leben.

Für Informationen über die SV OG Werdohl-Herscheid stehen Ihnen gerne zur Verfügung: Thomas und Martina Schulz, Tel. 02392 507111 oder Jutta Hackenberg, Tel.02394 800800

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weitere Bilder:

Bei der Welpenspielstunde. (Foto: Jutta Hackenberg)
Bei der Begleithundeprüfung. (Foto: Jutta Hackenberg)
Die fortgeschrittene Gruppe bei der Arbeit. (Foto: Jutta Hackenberg)
Kurs "Erste Hilfe am Hund". (Foto: Jutta Hackenberg)
Das Kennenlernen anderer Hunde. (Foto: Jutta Hackenberg)
Die Ausbildung mit Leckerlie. (Foto: Jutta Hackenberg)