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13.08.2015 Mario Jessat, Snautz.de

Gesundheit für den Hund - was Hundehalter beachten sollten

Der Hund kann sich nicht mit Worten bemerkbar machen. Krankheiten erkennt man an seinem Zustand, Benehmen oder auch Wesensveränderungen. Daher gilt es, den Hund genau zu beobachten. Mögliche Tipps für die Anzeichen einer Krankheit, zur Vorsorge und Ernährung finden Sie in diesem Artikel.

Ein gesunder Weißer Schäferhund mit Lust am Spielen. (Foto: Nikiko, pixabay, Public Domain)

Haustiere haben in Deutschland bereits seit Jahren Hochkonjunktur. Zu den klassischen Haustieren gehört neben der Hauskatze natürlich auch der Hund. Und auch wenn sich die Zahlen zum Bestand nicht genau festlegen lassen – der Hund ist für viele Singles und Familien ein willkommener Begleiter im Alltag. Wer sich für die Hundehaltung entscheidet, darf nicht nur an die schönen Seiten des Alltags mit Haustier denken. Gerade Verantwortungsbewusstsein für das Tier und dessen Umgebung gehört zu den Grundvoraussetzungen. Anders als Menschen kann ein Hund allerdings nicht auf seine Krankheiten direkt aufmerksam machen. Halter müssen ihr Tier daher sehr genau beobachten, um Anzeichen für Erkrankungen zu erkennen und abzuschätzen, wie dringend der Besuch beim Tierarzt ist. Woran lassen sich Hundekrankheiten erkennen?

Hundegesundheit: Auf wichtige Zeichen achten

Hunde können an einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen leiden, wie:

  • Infektionen
  • Defekten am Halteapparat (Hüftgelenksdysplasie)
  • Vergiftungen (zum Beispiel durch Zwiebel) oder
  • zuchttypischen Einschränkungen (verkürzter Gesichtsschädel).

Um den Gesundheitszustand des Tieres zu bewerten, ist natürlich eine gewisse Erfahrung notwendig. Allerdings gibt es Tipps, die schon dem Laien weiterhelfen können. Beispiel: Als Halter kann man Hunde beobachten, die ihren After am Boden reiben. Bezeichnet als das sogenannte "Schlittenfahren", können neben Problemen mit Analdrüsen auch Würmer die Verursacher dieser Symptomatik sein.

Es gibt also mitunter Anzeichen für verschiedene Erkrankungen. Um den Gesundheitszustand einzuschätzen, sollten verschiedene Punkte überprüft werden. Dazu gehören:

  • das Fell (glatt und glänzend, stumpf, fleckig oder kahle Stellen)
  • die Ohren (bestimmte Rassen neigen zu Infektionen und Entzündungen)
  • das Gebiss (Zahnstein, Belagbildung).

Bereits hier lässt sich nicht selten erkennen, ob alles in Ordnung ist oder der Hund gesundheitliche Probleme hat. Gerade die Kombination aus Fellkleid und Verhalten kann wichtige Hinweise liefern. So ist der Tiermedizin beispielsweise bekannt, dass diverse Erkrankungen mit Juckreiz einhergehen.

Dies gilt etwa für die Flohbisse laut dem Badener Tagblatt oder den Befall mit Herbstgrasmilben. Tritt eine Allergie auf, versucht sich der Hund an betroffenen Stellen durch Benagen und Kratzen Linderung zu verschaffen – was wiederum zu Hautveränderungen und Fellschäden führt.

Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt betrifft den Bereich um Augen, Ohren und Nase. Verschiedene Erkrankungen gehen mit einer vermehrten Sekretion einher. Als Halter erkennt man hier dann Krusten oder den Sekretfluss. Der Gang und eine verminderte Bewegungsfreude können Anzeichen für Probleme mit den Muskeln oder dem Skelett sein – wie etwa einer Arthrose oder Dysplasie. Als Halter sollte man hier aber auch an Herzwürmer denken.

Wichtig: Hunde mit deutlichen Wesensveränderungen sind immer ein Alarmzeichen. Hier können schwerwiegende Infektionen mit neuronaler Schädigung vorliegen, weshalb an dieser Stelle umgehend ein Tierarztbesuch anzuraten ist.

Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt

In der Humanmedizin werden in fast jedem Lebensabschnitt regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt empfohlen. Nicht wenige Halter vernachlässigen diesen Aspekt für ihren Vierbeiner und verlassen sich stattdessen auf den medizinischen Fortschritt, der die Krankheiten schon heilen wird. Genau diese Haltung führt allerdings dazu, dass Hunde heute immer wieder zu spät beim Tierarzt vorgestellt werden. Hätte man den Profi schon Monate früher einen Blick auf das Tier werfen lassen, wäre die Behandlung nicht so komplex. Aus diesem Grund sollte man auch als Hundehalter an regelmäßige Untersuchungen denken. Dabei liegt das Augenmerk im ersten und letzten Lebensdrittel. Gerade im Welpenalter ist der Impfschutz herzustellen und gegen Würmer o. Ä. vorzugehen. Darüber hinaus sollte der Tierarzt den Hund hier einem Check-up hinsichtlich verschiedener Risikoerkrankungen unterziehen. In der Lebensmitte sieht das Ganze etwas entspannter aus, hier sind Auffrischungsimpfungen und bei Bedarf Entwurmungen durchzuführen. Wird der Hund älter, ist ein jährlicher Check-up sinnvoll, um Herz-, Gefäß- oder Stoffwechselleiden zu erkennen.

Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Die Fütterung von Hunden ist inzwischen zur Glaubensfrage geworden. Während sich einige Halter mit industriellem Feucht- und Trockenfutter begnügen, stehen andere Haushalte dem ablehnend gegenüber und bereiten das Futter selbst zu. Wer verhält sich richtig? Aus Sicht der Tiermedizin hat alles Vor- und Nachteile. Im Hinblick auf die Nährstoffe gilt Fertigfutter aufgrund der Verwendung von Konservierungsstoffen und Getreide als durchaus umstritten. Beim Rohfleischfüttern kann es durch:

  • Fehler in der Dosierung,
  • das Verabreichen von Knochen,
  • zu hohe Energiezufuhr

zu erheblichen gesundheitlichen Problemen kommen. Letztlich scheint keine der genannten Varianten die Methode zur Fütterung eines Hundes zu sein. Halter werden daher nicht umhin kommen, sich mit dem Thema Hundefutter eingehend zu befassen und verschiedene Optionen mit ihrem Tier auszuprobieren.

Wichtig: Auch beim Hund nehmen Unverträglichkeiten und Allergien in Bezug auf die Inhaltsstoffe des Futters zu. Dabei können – wie beim Menschen – Getreide oder andere Proteinquellen eine Ursache sein. Hier tritt häufig Juckreiz auf, allergischer Schnupfen ist dagegen selten. Letzte Sicherheit geben in der Regel Ausschlussdiäten oder ähnliche Untersuchungen. So kann Hundefutter ohne Getreide eine gute Ausweichmöglichkeit darstellen.

Die Hundegesundheit pflegen und erhalten

Hunde gehören zusammen mit Katzen bei den Haustieren in Deutschland zu den Top 2. Haushalte, die sich für einen Hund entscheiden, übernehmen Verantwortung – nicht nur in Zusammenhang mit § 833 BGB (Tierhalterhaftung). Gerade die Sorge um das Wohl des Tieres kann zur Herausforderung werden. Hunde können wie Menschen schwer und ernsthaft erkranken. Und auch beim Liebling auf vier Pfoten kann es auf eine schnelle Diagnose und Behandlung ankommen. Wer die Anzeichen und Symptome verschiedener Krankheiten früh zu erkennen sowie zu deuten weiß, verschafft seinem Hund den nötigen Vorsprung für eine schnelle und lebensrettende Behandlung. Darüber hinaus stehen auch bei Hunden Aspekte wie Prophylaxe und Impfschutz immer im Mittelpunkt. Jeder Halter ist daher gut beraten, der Hundegesundheit schon im Vorfeld eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken.

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Trockenfutter: Ob Trocken- oder Nassfutter die bessere Alternative darstellt, ist eher eine Geschmacksfrage. Viel wichtiger sind die Nährstoffe, die das Futter dem Hund zu bieten hat. (Foto: bykst, pixabay, Public Domain)