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05.05.2017 Snautz.de

Kinder und Hunde: Tipps für ein vertrauensvolles Miteinander

Hunde und Kinder sind eine tolle Kombination. Es gibt nichts Schöneres als wenn ein Kind mit einem Hund zusammen aufwachsen kann. Das Kind lernt Verantwortung, Disziplin und die Liebe zu einem treuen Gefährten oder gar Beschützer kennen. Aber damit der Hund keine Gefahr für das Kind wird, sind einige Regeln wichtig.

Es gibt nichts Schöneres für Kind und Hund als ein freundliches, vertrautes Miteinander. (Foto: Mario Jessat)

Sie haben sich beim Züchter einen Welpen ausgesucht und nun zieht der Welpe ins Haus. Nun heißt es Regeln zwischen dem Kind und dem Hund aufstellen, die Sie zwingend konsequent durchsetzen müssen. Dabei ist es noch einmal ein Unterschied, ob es ein Kleinkind oder ein Kind im fortgeschrittenen Alter ist.

1. Welpe und Kind: Wir tun uns gegenseitig nicht weh.

Das kleine Hundebaby ist gerade von seiner Familie weg. Nun ist es wichtig, es in seiner neuen Familie ankommen zu lassen. Ein Kind, das zu Hause wartet, muss lernen, dass dieser kleine Hund kein Spielzeug ist. Und der Hund muss lernen, dass das Kind nicht sein Wurfgeschwisterchen ist, in das er unbekümmert hinein beißen kann. Ihr Welpe wird beim Spielen seine Zähne einsetzen, denn er kennt es ja nicht anders von seinem Umgang mit den Wurfgeschwistern. Beobachten Sie Ihr Kind und Ihren Hund genau. Lassen Sie die Beiden beim Toben nicht allein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein Kind bis zu zehn Jahren gegen die spitzen Milchzähne der Welpen nicht behaupten kann. Wenn der Hund Ihr Kind ernsthaft zwickt, vergessen Sie kurz, dass es nun Ihr neues Haustier ist, sondern versetzen sich einmal in die Situation, was Sie machen würden, wenn ein fremder Hund Ihr Kind so attackieren würde.

Kinder und Welpen können sehr ähnlich sein, nämlich voller Temperament. Auch für das Kind gibt es Regeln und diese sind vom Respekt gegenüber dem neuen Lebewesen geprägt. Zwicken, Stoßen, am Schwanz Ziehen sind absolut tabu. Das gemeinsame Spielen und Toben fährt sich oft hoch. Unterbrechen Sie daher jedes Mal konsequent das Spiel, wenn es zu derb wird.

2. Hund und Kind: Wir unternehmen etwas gemeinsam.

Für das Verhältnis zwischen Kindern und Hund ist es vom Vorteil, wenn man unter Aufsicht etwas gemeinsam unternimmt. Es kann in erster Linie der gemeinsame Spaziergang sein. Es können aber auch einfache Übungen sein, die das Kind unter Aufsicht der Eltern oder des Hundetrainers durchführt, wie "Sitz" oder gemeinsame Apportierspiele. Es kann aber auch einmal ein gemeinsames Toben und Zerren mit Spielzeug sein, das unter Aufsicht stattfindet. Immer sind diese Unternehmungen positiv zu gestalten, der Hund verknüpft sie mit dem Kind dann auch positiv. Eine gemeinsame Unternehmung zwischen dem Kind und dem Hund ist auch die Schmuse-und Kuschelzeit. Der Welpe wird es sehr genießen, diese Zuwendung zu bekommen, besonders, wenn er neu im neuen Familienverbund ist.

3. Welpe und Kind: Eine Pause schadet nicht.

Hund und Kind sollen etwas lernen. Daher benötigen sie Pausen, damit das Erlebte verarbeitet werden kann. Und dabei ist es wichtig, dass jeder seinen Platz hat. Der Hund hat dazu sein Hundebett oder eine Box, die er als Höhlenersatz angeboten bekommt. Diese Ruhe ist wichtig, ähnlich wie ein Kind kann auch der Welpe überspielt und überreizt werden und findet keine Ruhe mehr. Da es aber wichtig für das Zusammenleben zwischen Kind und Hund ist, dass man auch Ruhephasen hat, muss man diese auch durchsetzen. Sollte es nicht anders möglich sein, schließen Sie die Hundebox. Und erklären Sie dem Kind im Haus, dass der Welpe noch ein Baby ist und schlafen muss.

4. Welpe, erwachsener Hund und Kind: Jeder frisst für sich allein.

Erwachsene Hunde, aber auch die Welpen verteidigen ihr Futter. Lassen Sie daher niemals das Kind an den Fressnapf Ihres Welpen. Unter Anleitung darf das Kind den Hund füttern. Achten Sie darauf, dass das Kind im Beisein des Junghundes nicht mit Essbarem durch das Haus oder den Garten läuft. Oft bieten Kinder dem Hund etwas an, Beide sind aber Egoisten und hätten gern den Rest. Hier kann es schnell zu Konflikten kommen.

5. Welpe, erwachsener Hund und Kind: Das Spielzeug

Beim Spielzeug soll es zu keinen Komplikationen kommen. Daher sollte alles an Spielzeug weggeräumt sein. Ein Welpe oder auch älterer Hund sucht sich oft etwas zum Spielen, eine Socke oder einen Kinderschuh oder gar das Spielzeug des Kindes, wie z. B. Kuscheltiere. Da hat er nichts verloren. Das Kind ist der Meinung, dass dieses alles sein Eigentum ist und wird es dem Hund wegnehmen wollen. Der Hund ist der Meinung, es ist seine Beute, und schon kann es zu Komplikationen kommen. Der Hund hat sein eigenes Hundespielzeug, das zu Apportierspielen oder Zerrspielen genutzt werden kann. Unterbinden Sie Zerrspiele, wenn sie nicht erwünscht sind oder wenn das Spielzeug Eigentum des Kindes ist. Alle Spiele sind unter Kontrolle von Erwachsenen durchzuführen.

6.Welpe, erwachsener Hund und Kind: Wir sind niemals allein.

Hunde sind Tiere. Im Laufe der Zeit wird der Hund Ihr Kind akzeptieren, vielleicht sogar schützen. Aber niemals werden die beiden Egoisten alleine gelassen. Ein Kind kann einem Hund unbeabsichtigt wehtun, der Hund könnte mit seinen Zähnen antworten. Gerade Kleinkinder, die noch wenig Motorik besitzen, sollten unter absoluter Aufsicht sein. Krabbelkinder können für einen Hund Stress bedeuten. Sie krabbeln dem Tier hinterher, können den Hund in eine Ecke stellen. Der Hund kann nicht sagen, wenn es ihm zu viel ist. Beobachten Sie daher immer die beiden Protagonisten.

7. Erwachsener Hund: Recherchieren Sie!

Ein erwachsener Hund als neues Familienmitglied ist schwerer. Der Hund hat eine Vorgeschichte, die Sie kennen sollten. Kommt er von einer Privatperson, kann diese Ihnen schon etwas über den Hund und dessen Umgang mit Kindern erzählen. Kommt er aus dem Tierschutz und kennen Sie diesen Hund nicht, ziehen Sie unbedingt einen erfahrenen Trainer,fragen sie in Hundeschulen nach spezialisten oder einen erfahrenen Mitarbeiter des Tierheims hinzu. Erfahrene Trainer können in kürzester Zeit durch das Simulieren von Situationen herausfinden, ob die Erfahrungen des neuen Hundes mit Kindern positiv oder negativ sind.

8. Erwachsener Hund: Ein Baby kommt hinzu.

Ein Baby kommt hinzu und alles ändert sich. Aufregung im Haus, neue Gerüche, Hektik und auch vielleicht weniger Zeit für den bisherigen alleinigen Liebling. Babys schreien zum Beispiel, was für den Hund Stress bedeuten kann. Bleiben Sie aber immer ruhig und bestimmt, damit der Hund an Ihrem Verhalten sieht, dass alles in Ordnung ist. Führen Sie den Hund in dieser ersten Zeit in Ruhe und Konsequenz durch sein neues Leben. Regeln werden aufgestellt, zum Beispiel, dass er am Kinderbett nichts zu suchen hat. Hunde sind feine Beobachter und verknüpfen das Baby bei richtiger Anleitung schnell positiv.

Für beide, den Welpen und das Kind, kann es ein tolles Leben werden. Beide haben einen sozialen Partner an ihrer Seite, lernen Regeln und Verantwortung. Es gibt sicher nicht viel Schöneres als ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Kind und Hund.

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