gelesen: 1.188 mal
28.11.2016 Snautz.de

Hunde auf Kreuzfahrt: Das sollte man wissen

Schiffskatzen und Bordhunde haben eine jahrhundertelange Tradition. Die ersteren waren dazu da, lästige Nagetiere zu fressen, die sich über Vorräte und Ladung hermachen konnten. Zweitere waren beliebte Maskottchen der Mannschaft – einige wie z. B. die Hundedame Judy, aber auch andere wurden nach Kriegseinsätzen gar mit militärischen Auszeichnungen geehrt. In diesem Artikel geht es nun um die Möglichkeiten, als Reisender seinen geliebten Vierbeiner an Bord eines Kreuzfahrtschiffes mitnehmen zu können.

Hunde können mit auf Kreuzfahrt gehen - unter gewissen Voraussetzungen. (Foto: ©iStockphoto.com/mauinow1)

Ein Hund an Bord eines Kreuzfahrtschiffes – wie geht das denn?

Das ist gar nicht so einfach, aber durchaus möglich. Nicht jeder möchte auf seinen treuesten Freund verzichten, wenn er auf Kreuzfahrt geht, ihn in die Hände von Freunden oder in eine Tierpension geben. Neben der Tatsache, was technisch und organisatorisch möglich ist, stellen sich für jeden Hundefreund hierbei allerdings folgende Fragen:

  1. Wo wird der Hund auf See untergebracht? Ist das artgerecht?
  2. Wie wird er während der Kreuzfahrt beschäftigt? Kann er herumtollen und spielen?
  3. Wie sieht es mit Gassigehen aus?

Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner zusammen die sieben Weltmeere bereisen möchten, gilt es einiges zu beachten.

Von seekranken Hunden auf großer Fahrt

Zuerst lässt sich feststellen: Eine Kreuzfahrt ist für Hunde nicht der ideale Urlaub. Auf ihn prasseln die unterschiedlichsten neuen Reize ein. Stress und eine unbekannte Umgebung tun ein Übriges. Hinzu kommt: Auch Hunde können seekrank werden. Hier kann der Tierarzt im Vorfeld die Seekrankheit abmildernde oder verschwinden lassende Medikamente verschreiben. Buchen Sie deshalb, wenn Sie unbedingt mit Ihrem Vierbeiner auf Kreuzfahrt gehen möchten, möglichst keine Weltumrundung, sondern besser eine Minikreuzfahrt von wenigen Tagen. Alle großen Kreuzfahrtgesellschaften bieten diese Art von Kreuzfahrten an, bei denen Ihr Hund mit aufs Schiff kann. Wichtig hierbei: Die Landgänge! Denn nur hier besteht die Möglichkeit zu angemessenem Auslauf.

Zwinger statt Kabine

Informieren Sie sich am besten weit im Voraus, welche besonderen Regeln es für die Mitnahme eines Hundes an Bord eines Kreuzfahrtschiffs bei der jeweiligen Reederei gibt. Nicht jede Gesellschaft nimmt Hunde mit, aber viele transportieren Hunde in einem eigenen Hundezwinger unter Deck. Viele Fähren erlauben es Hundehaltern, ihre Haustiere im eigenen Wagen auf dem Autodeck unterzubringen, wo sie in einem eingegrenzten Areal ein wenig Bewegungsmöglichkeiten finden. Für Häufchen, Haufen und Hinterlassenschaften gilt wie auch generell überall: Bitte selber wegräumen.

Sonderregeln für Begleithunde und andere Service-Tiere

Besitzen Sie eine offizielle Bescheinigung, dass Ihr Hund aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung Ihrerseits Ihr ständiger Begleiter im Alltag ist, darf er diese Funktion auch an Bord erfüllen. Das Stichwort lautet in diesem Fall "Barrierefreiheit". Personen mit Einschränkungen haben schließlich dieselben Rechte wie Menschen ohne Einschränkungen. Dafür müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein, die sich je nach Reederei unterscheiden (hier z. B. die Vorgaben von Royal Caribbean - auf Englisch). Diese gelten natürlich auch international, und sind sie erfüllt, so schläft Ihr Hund dann auch mit in der Kabine.

Vier Grundvoraussetzungen, damit Ihr Hund auf Kreuzfahrt gehen darf

Schauen wir nun auf die Details, die im Vorfeld der genauen Planung bedürfen: Was müssen Sie beachten, wenn Ihr vierbeiniger Freund mit an Bord gehen soll? Welche Dokumente und Nachweise sind vorzulegen, wenn Sie als Hundehalter mit Ihrem Vierbeiner zu Kreuzfahrtpassagieren werden möchten:

  1. Das Tier muss einen EU-Tierausweis besitzen.
  2. Es muss gegen Tollwut geimpft sein.
  3. Es muss gechippt sein, also einen Mikrochip implantiert haben.
  4. Ein Nachweis, dass der Hund kurz vor Reisebeginn gegen Bandwürmer und Zecken behandelt wurde, ist zwingend erforderlich.

Außerdem muss Ihr Hund stubenrein sein. Zusätzlich sind in der Regel Sie dafür verantwortlich, dass Sie genug Hundefutter mit aufs Schiff bringen. Und zu guter Letzt noch ein Hinweis für Besitzer von Listenhunden. Diese, zuweilen auch unpassend als "Kampfhunde" bezeichneten Tiere, dürfen ausnahmslos nicht an Bord.

Wann Sie auf eine Kreuzfahrt verzichten sollten

Informieren Sie sich zusätzlich, ob Ihr Hund alle legalen Voraussetzungen erfüllt, um in den angelaufenen Häfen in Europa oder anderswo auf der Welt auch an Landgängen teilzunehmen. Sollten Sie feststellen, dass das auf der von Ihnen ausgesuchten Kreuzfahrt nicht möglich ist, sollten Sie umbuchen oder vielleicht gleich auf die Urlaubsidee Kreuzfahrt verzichten. Auch sollten Sie wissen, dass es nur sehr wenige Vakanzen für Hunde an Bord gibt.

Ist Ihr Tier eher ängstlich, fürchtet es sich vor größeren Menschenmengen und ist unter Stress nicht in der Lage, seine Aufmerksamkeit nur auf Sie alleine zu richten, wäre eine Kreuzfahrt die reinste Folter. Das wäre weder für Sie, noch für Ihren Vierbeiner bestimmt kein schöner Urlaub. So lässt sich, wenn man alle Aspekte betrachtet, festhalten: Hunde auf einer Kreuzfahrt? Kann man machen – muss man aber nicht.

Snautz.de sucht Hunde- und Katzenfans, die uns z.B. eine bestimmte Rasse, Gesundheitsthemen oder anderes Wissenswertes über die Vierbeiner in einem Artikel näher bringen möchten. Teilen Sie uns Ihre Artikelidee einfach per Mail an magazin@snautz.de mit...