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19.05.2015 Daniela Krüger, Hundeschule Salzwedel

Wie bekomme ich meinen Hund stubenrein?

Oder: Jeder Hund kann sauber werden

Das Thema "Wie bekomme ich meinen Hund stubenrein?" ist immer wieder für Neuhundebesitzer interessant. Es gibt verschiedene Wege. Ihren "Lösungsweg" hat uns Daniela Krüger von der Hundeschule Salzwedel vorgestellt.

Wie bekommt man seinen Hund stubenrein? Der Mensch freut sich, wenn der Hund sein Geschäft draußen erledigt. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)

Endlich ein Hund: Die ersten Schritte in Richtung Sauberkeit

Wenn ein Hund ins Haus kommt, freuen sich die Menschen: Das oft langersehnte neue Familienmitglied zieht ein. Diese Freude wird in vielen Fällen oft schnell getrübt, wenn die Menschen bemerken, dass die Sache mit der Stubenreinheit nicht von einem auf den anderen Tag klappt. Das erste Pfützchen lässt nicht lange auf sich warten, dieses wird oft noch mit einem Lächeln beseitigt und freundlich dokumentiert: "Das wird er schon noch lernen!" Binnen weniger Tage häufen sich die Hinterlassenschaften der kleinen Hunde, besonders ärgerlich ist es an Stellen im Haus, wo wir das Endprodukt der gesunden Verdauung nicht mehr mit einem Lächeln weg wischen können. Doch hierfür gibt es einen Plan, der bei konsequenter Durchführung ganz sicher Erfolg und einen stubenreinen Hund verspricht.

Wichtig zu wissen ist es, dass sehr viele junge Hunde aufgrund ihrer winzigen Blase erst nach zirka sechs Monaten zuverlässig sauber sind. Doch den Hund stubenrein zu bekommen bedeutet Arbeit und Training. Wie immer in Sachen Hundetraining sind auch hier Geduld und Durchhaltevermögen für die Stubenreinheit erforderlich. Bringt man beides auf, wird das Ergebnis von Erfolg gekrönt sein. Zieht nun ein Hund in sein neues Zuhause ein, beginnt sofort das Training. Ab Einzug muss Ihr Hund, um ihn stubenrein zu bekommen, alle zwei Stunden vor die Tür. Weiterhin nach dem Schlafen, nach dem Fressen, Spielen oder Trinken. Deswegen sind Hunde auch so gut für einen gesunden Teint: Man kommt viel mehr an die frische Luft, als man es je für möglich gehalten hätte.

Natürlich ist dieser Rhythmus nicht nur am Tag wichtig, Junge Hunde können den Urin selbstverständlich auch in der Nacht nicht halten. Es ist sehr sinnvoll, Ihren kleinen Begleiter die Nacht über mit ans Bett zu nehmen, hierzu kann eine Kiste oder ein Karton verwendet werden. Die meisten Hunde verlassen zum Lösen das Nest und der Kleine wird versuchen aus der Kiste zu klettern. Dadurch werden sie geweckt und können ihn schnell vor die Tür bringen. Wenn Sie jedoch von Anfang an nicht möchten, dass Ihr Hund bei Ihnen schläft, wäre es sehr sinnvoll, wenn sich ein Familienmitglied bereit erklärt in der ersten Zeit beim Hund zu schlafen, auf dem Sofa oder u. U. auch auf einem Feldbett. Nach und nach vergrößert man dann den Abstand zwischen Hund und Mensch, bis Ihr Liebling dann schon nach relativ kurzer Zeit in der Lage ist, alleine zu schlafen. Ein Hinweis dazu: Nicht alle Hunde sind keine Nestbeschmutzer, es gibt durchaus Welpen, die pinkeln auch in ihre Körbchen.

Einen jungen Hund in der Stadt, ohne Garten oder in einem höheren Stockwerk stubenrein zu bekommen, ist allerdings ein Projekt der besonderen Art. Der Hund braucht länger, um zu verstehen, was Sie eigentlich von ihm wollen, wenn Sie ihn erst auf den Arm nehmen, die Jacke anziehen, in den Flur rennen, zwei Stockwerke hinunter rennen, durch den Hausflur stürmen, die Haustür aufreißen und ihn schließlich auf die Wiese setzen. Wenn Sie Pech haben, hat er bis dahin komplett vergessen, dass er eigentlich Pippi machen musste. Aber sehen wir die Sache doch mal positiv: Nicht nur der Spurt raus, nein, auch der Weg zurück nach oben in die Wohnung ist durchaus eine effektive Gymnastik. In vier Wochen werden Sie sicher drei bis vier Kilo abgenommen und eine Pomuskulatur wie aus Stahl haben. Der Monatsbeitrag für das Fitnessstudio ist somit gespart.

Nun ist es doch passiert

Wenn es nun doch passiert und Sie finden die Hinterlassenschaft in Ihrer Wohnung, wischen Sie es einfach kommentarlos weg. Aufgrund der Lerntheorie des Hundes kann er eine eventuelle Strafe (z. B. Schimpfen) nicht mit dem Kothaufen oder der Pfütze in Verbindung bringen. Es ist einfach zu viel Zeit zwischen der Tat und der Rüge vergangen, sodass eine Verknüpfung für den Hund unmöglich ist. Wenn Sie Ihren Hund jedoch auf frischer Tat ertappen, dürfen Sie mit einem deutlichen "Nein" (auch ein Klatschen in die Hände oder ähnliche Geräusche sind möglich) unterbrechen. Dieses führt zu einer Schrecksekunde und somit zum Zusammenziehen des Schließmuskels und der Vorgang wird abgebrochen. Tragen Sie Ihren Hund jetzt nach draußen an die richtige Stelle. Achten Sie bitte darauf, dass Sie selber jetzt eine gute Stimmung verkörpern, sodass er sich dort entleeren kann.

Wenn er sich nun entscheidet, den Rest aus der Blase rauszulassen, dann müssen Sie Ihren Hund jetzt intensiv loben und bestärken. Der Hund lernt: Draußen freuen sich die Menschen, wenn ich mein Geschäft mache, drinnen nicht. Ein kleiner Hinweis noch: Loben sie Ihren Hund nicht zu überschwänglich, sodass ihm möglicherweise alles wieder vergeht. Ein exzessiver Freudentanz würde aus Sicht des Hundes möglicherweise mehr irritieren, als positiv empfunden zu werden.

Stubenrein: Daran sollten Sie denken

Es ist nie der Fehler Ihres Hündchens, wenn "Unfälle" im Haus passieren. Jedes Malheur bedeutet, dass Sie nicht gut genug auf ihn geachtet haben. Ob und wie schnell ein Hund stubenrein wird, hängt allein damit zusammen, wie gut Sie Ihren Hund beobachten und wie gut Sie seinen Zeitplan im Griff haben. Es gibt die Möglichkeit, dass Ausscheidungsverhalten auf Signal zu setzen. Dieses ist nicht nur sinnvoll beim Stubenreinheitstraining auch später, wenn der Hund sich nur auf bestimmte Plätze lösen darf. Dazu ist es wichtig, das spätere Signal wie z. B. "Mach Pusch Pusch!" in dem Augenblick, wo er es tut (besser noch eine halbe Sekunde, bevor er sich hinsetzt) zu sagen. Nach einigen Wiederholungen haben Sie das Ausscheidungsverhalten auf Signal gesetzt und können Ihren Liebling punktuell zum Lösen bringen. Wie praktisch.

Viel Erfolg!

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim großen Ziel der Stubenreinheit! Bringen Sie Geduld auf! Jeder Hund ist anders. Was der eine binnen weniger Tage lernt, dafür braucht ein anderer einige Monate. Jeder braucht seine Zeit. Die Hunde lehren uns Geduld und das ist für unsere persönliche Entwicklung doch auch eine ganz wunderbare Eigenschaft.

Eines steht fest: Jeder gesunde Hund kann stubenrein werden!



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Auch ein älterer Hund kann noch stubenrein werden. Dazu bedarf es Training. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)
Regelmäßiges Gassigehen hilft dem Hund, stubenrein zu werden. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)