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24.04.2017 Johanna Geppert, Redakteurin bei NeoAvantgarde

Gefahren im Haushalt für Hund und Katze

Auch der normale Haushalt birgt Gefahren für den Hund und die Katze. Und man kann sein Tier nicht vor allen Gefahren schützen, dennoch können viele Unfälle vermieden werden. Eine ausreichende Information sowie Achtsamkeit ist wichtig. Einige Punkte sind hier zusammengetragen.

Hund und Katze im Haushalt. (Foto: Fujawa, pixabay.com, Public Domain)

Genauso wie ein Erste-Hilfe-Kasten in jeden Haushalt gehört, sollte jeder Tierbesitzer über eine Box mit den wichtigsten Materialien zur Erstversorgung verfügen. Dazu gehören sterile Mullbinden ebenso wie Jod und Elektrolyttabletten. Immer von Vorteil ist es für jeden Tierbesitzer, sich über Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Hund oder die Katze zu informieren oder einen Lehrgang zu besuchen.

Diese Lebensmittel sind nichts für Hunde

Egal wie harmlos und verträglich sie für den Menschen sein mögen, einige Lebensmittel können für Hunde gesundheitsgefährdend und sogar tödlich sein. Ein bekanntes Beispiel ist Schokolade. Diese enthält das aus der Kakaobohne stammende Theobromin. Die Substanz ist für Hunde hochgiftig und kann bei größeren verzehrten Mengen zum Tod führen. Insbesondere Bitterschokolade weist mit bis zu 16 mg/g einen hohen Gehalt an Theobromin auf. Noch höhere Werte findet man beispielsweise bei Kakaopulver (26 mg/g). Weiße Schokolade enthält hingegen nur eine sehr geringe Menge von etwa 0,009 mg/g Theobromin. Eine tödliche Dosis liegt je nach Empfindlichkeit zwischen 90 und 250 mg pro Körpergewicht. Aber auch schon darunter treten Vergiftungserscheinungen wie Unruhe, Krämpfe, Durchfall und Fieber auf. Hunde sollten deshalb niemals Schokolade in purer aber auch nicht in verarbeiteter Form als Keks oder Kuchen bekommen.

Neben Schokolade können auch Weintrauben und Rosinen für Hunde giftig sein. Studien zeigen jedoch, dass nicht alle Hunde nach dem Verzehr Vergiftungssymptome wie Erbrechen, Apathie, Durchfall und Bauchschmerzen zeigen. Diese Erkenntnis legt nahe, dass sich in Bezug auf die Verträglichkeit von Weintrauben und Rosinen keine pauschale Aussage treffen lässt. Dementsprechend lassen sich zum derzeitigen Zeitpunkt auch bezüglich der Menge, die eine Vergiftung hervorruft, keine Angaben machen. Da es jedoch Fälle gibt, in denen bei Hunden Vergiftungssymptomen und sogar Nierenversagen nach dem Verzehr von Weintrauben oder Rosinen nachgewiesen werden konnten, sollten Sie Ihren Hund zur Sicherheit von diesen Nahrungsmitteln fernhalten.

Auch Zwiebeln sind aufgrund ihrer Schwefelstoffe sowohl in roher als auch gekochter Form tödlich für Hunde. Darüber hinaus haben auch Avocados, Tomaten, rohe Kartoffeln, Auberginen und grüne Bohnen nichts im Fressnapf verloren. Auch Alkohol und Kaffee gilt es von Hunden fernzuhalten.

Diese Pflanzen stellen eine Gefahr dar

Wie für viele andere Tiere ist auch die Liste der Pflanzen, die für Hunde giftig sind, lang. Bei den Zimmerpflanzen sind dies insbesondere Alpenpfeilchen, Amaryllis, Azalee, Christusdorn und die stark giftige Prachtlilie. Aber auch baumartige Zimmerpflanzen wie der Gummibaum und der Ficus können Vergiftungen verursachen. Diese Pflanzen sollten außer Reichweite des Hundes gebracht werden, denn vor allem Welpen sind mit Gewächsen zum Teil noch sehr unvorsichtig.

Im Garten und beim Spaziergang finden sich ebenfalls giftige Pflanzen für Hunde. Für Mensch und Tier gleichsam gefährlich sind beispielsweise Goldregen, Eisenhut und Engelstrompete. Nicht alle Pflanzen führen zwangsweise zum Tod. Aber auch weniger giftige Pflanzen lösen schmerzhafte Krämpfe, Durchfall und Erbrechen aus. Wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind, sollten Sie ihn deshalb stets davon abhalten, an Sträuchern und Blüten zu knabbern oder diese runterzuschlucken.

Gefahrenquelle Haushalt - Stromkabel, Reinigungsmittel & Co.

In heutigen Haushalten sind die Bewohner im Normalfall vor dem direkten Kontakt mit Stromquellen geschützt. Für Hunde aber können Steckdosen und Kabel dennoch ein Gefahrenrisiko darstellen. Nämlich dann, wenn Ihr Hund eine Steckdose aufkratzt oder an Stromkabeln rumknabbert. Je nach Körpergröße des Hundes kann ein eventueller Stromschlag zu Herzversagen und damit zum Tod führen. Aber auch schwere Verbrennungen können je nach Stromstärke auftreten. In diesem Fall gilt es, die betroffene Stelle sofort zu kühlen.

Chemikalien, Medikamente und Putzmittel sollten immer außer Reichweite des Hundes aufbewahrt werden. Insbesondere Chemikalien und Putzmittel, die mit einem Warnhinweis versehen sind, sollten niemals unverschlossen herumstehen. Aber auch Insektizide, Dünger oder Frostschutzmittel bedürfen bei ihrer Anwendung besonderer Vorsicht. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Hund beim Gebrauch fernhalten. Das häufig enthaltene Ethylenglycol kann schwere Vergiftungen hervorrufen. Durch ihren teils beißenden Geruch halten viele Tiere intuitiv Abstand von diesen und anderen giftigen Substanzen. Aber nicht immer riecht alles, was auch giftig ist. Hinzukommt, dass gerade Welpen und junge Hunde Neues gerne genau erforschen. So kann es passieren, dass ein Tab für die Geschirrspülmaschine angekaut wird oder das mit WC-Reiniger versetzte Toilettenwasser im Verdauungstrakt des Hundes landet. Hier können die verschiedenen Substanzen die Magen-Darm-Schleimhaut reizen. In diesem Fall können Durchfall, Krämpfe und Erbrechen auf eine Vergiftung hinweisen. Starke Giftstoffe betreffen zudem häufig das Nervensystem des Hundes. Koordinationsstörungen und Lähmungen können die Folge sein. Wann immer eines dieser Symptome auftritt, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Versuchen Sie nicht, Ihren Hund zum Erbrechen zu bringen. Die wieder aufsteigenden Substanzen können die Speiseröhre und die Schleimhäute des Verdauungstraktes erneut reizen oder beschädigen.

Vorsicht Treppe und Fenster!

Ähnlich eines kleinen Kindes müssen auch Welpen erst lernen, wie man Treppen steigt. Wenn die Schützlinge noch sehr klein sind, sollten sie deshalb möglichst von diesen ferngehalten werden, um Verletzungen zu vermeiden. Mithilfe von Tierschutzgittern können Sie Ihre Treppen sichern. Diese werden zwischen Wand und Geländer angebracht. Gerade bei sehr kleinen Hunden kann auch ein Treppenrollo sinnvoll sein. Hier ist die Möglichkeit ausgeschlossen, dass der Welpe sich durch die zu weit auseinanderstehenden Gitter zwängt. Katzenbesitzer sollten zudem ein besonderes Augenmerk auf die Fenster legen. Jedes Jahr kommt eine Vielzahl der kleinen Stubentiger um, weil sie versuchen, durch ein gekipptes Fenster nach draußen zu gelangen. Durch die Anbringung eines Schutzgitters kann ein Unfall verhindert werden. Dieses wird ganz einfach im Rahmen angebracht.

Sicheres Spielzeug - Plastik für den Hund geeignet?

Beim Kauf von Spielzeug für den Hund sollten Hundebesitzer allgemein auf gute Qualität achten. Damit ersparen Sie sich und ihrem Hund eine Menge Ärger. Denn billiges Hundespielzeug, das auch in Geschäften ohne fachliche Ausrichtung erhältlich ist, enthält häufig nicht nur Schadstoffe, sondern lässt sich auch so schnell zerbeißen, dass dadurch leicht verschluckbare Teilchen entstehen. Aber auch bei kleineren Spielsachen sollte darauf geachtet werden, dass diese vom Hund nicht verschluckt werden können. In der Regel spucken die Tiere das Spielzeug von selbst wieder aus. Wird aber doch einmal ein größeres Stück verschluckt, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden, denn auch wenn das Teil die Speiseröhre passiert hat und somit keine Erstickungsgefahr mehr besteht, kann es im Magen-Darm-Trakt zu Verletzungen oder einem Darmverschluss kommen. Versuchen Sie auch hier in keinem Fall, Ihren Hund zum Erbrechen zu bewegen, da dann erneut die Gefahr besteht, dass das hochgewürgte Teilchen in der Speiseröhre steckenbleibt.

Mit ausreichender Pflege das Wohlbefinden steigern

Katzen betreiben in der Regel eine ausgiebige Körperpflege. Bei Hunden sieht das hingegen etwas anders aus. Nach einer Runde Toben im Schlamm kann ein Bad schon mal nötig sein. Wichtig: Waschen Sie Ihren Hund in der Dusche oder Badewanne, sollte immer eine Gummimatte untergelegt werden, um zu vermeiden, dass Ihr Tier ausrutscht. Verwenden Sie zur Hundepflege so wenig Pflegeprodukte, Shampoos und Seifen wie möglich, um die Haut des Tieres nicht unnötig zu strapazieren. Augen, Schnauze und Ohren sollten in jedem Fall ausgespart werden.

Seinen Hund versichern? Hunde-OP-Versicherung und Hundehaftpflicht

Hierzulande hat nahezu jeder eine Kranken- und Haftpflichtversicherung. Gleiches wird inzwischen auch für Ihren Vierbeiner angeboten. Doch ebenso wie bei allen anderen Arten von Versicherungen lohnt es sich, genau zu schauen, ob sich eine solche Absicherung auch lohnt und man am Ende nicht auf mehr Kosten sitzen bleibt.

Anders als eine normale Krankenversicherung greift eine Hunde-OP-Versicherung nur im Falle einer Operation. Dies ist einerseits sinnvoll, da Operationen in den meisten Fällen die höchsten Kosten verursachen. Bei anderen Krankenversicherungen für Hunde zahlt man dagegen recht hohe Beiträge, auch wenn nur kleinere Tierarztbesuche anstehen. Insofern ist die Hunde-OP-Versicherung in jedem Fall einer klassischen Krankenversicherung vorzuziehen. Auf der anderen Seite sollte man sich jedoch überlegen, ob sich der Abschluss einer Versicherung im Hinblick auf mehrere Jahre wirklich lohnt. Mit einem Tarif zwischen 10 und 18 Euro im Monat, kommen über die Lebenszeit des Hundes einige hundert Euro zusammen. Die Kosten für gängige Operationen, wie die Behandlung von Brüchen oder die Entfernung eines Tumors, überschreiten nur selten eine Höhe von 500 Euro. Halten Sie eine Versicherung dennoch für sinnvoll, um im Falle eines größeren Eingriffs abgesichert zu sein, sollten Sie unbedingt die Gebührenordnung eingehend studieren. Denn nicht alle OP-Versicherungen greifen auch tatsächlich bei allen Operationen. Teilweise werden häufig auftretende Eingriffe gar nicht oder nur zum Teil von der Versicherung übernommen, sodass trotz Versicherung eine hohe Eigenbeteiligung für den Hundebesitzer anfällt. Auch Höchstgrenzen sollten beachtet werden. So tragen manche Versicherungen die Kosten nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Solche Angebote sollten vermieden werden, da auch hier der Fall eintreten kann, dass der Versicherte letztlich trotz Versicherung auf einem Teil der Kosten sitzen bleibt.

Anders sieht es bei einer Hundehaftpflicht aus. Da hier durch das Verschulden Ihres Hundes erhebliche Kosten entstehen können, ist es sinnvoll, eine Versicherung abzuschließen. Läuft Ihr Hund einmal auf die Straße oder überrascht einen Fahrradfahrer, können schnell hohe Sach- und Personenschäden entstehen. Die meisten Versicherungen liegen bei 40 bis 70 Euro im Jahr. Dafür bieten diese eine Deckungssumme von bis zu 50 Millionen Euro bei geringer Selbstbeteiligung und greifen auch bei Unfällen im Ausland.

Mehr Informationen rund um das Thema Tiersicherheit erfahren Sie außerdem im E-Book "Sicher auf vier Pfoten - tierisch sicher leben".

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