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24.11.2008 Nadine Amsberg, Hundezentrum Bergkamen

Dummyarbeit zur Beschäftigung von Hunden

Man soll seinen Hund auslasten, ist immer wieder zu hören. Wie geht das aber? Und besonders bei Jagdhunden, die heute in einer Wohnung leben und nicht mehr zur Jagd gehen? Eine Möglichkeit, seinen Hund geistig und körperlich auszulasten, ist die Dummy-Arbeit. Nadine Amsberg berichtet, wie Hund und Halter zu Dummys werden.

Der Hund wird eingewiesen. (Foto: N. Amsberg)

Viele Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung würden gar nicht erst entstehen, wenn der Hund optimal ausgelastet und beschäftigt werden würde. Bekommt der Hund keine Aufgabe, sucht er sich in der Regel selber eine, was meist nicht mit den Anforderung und Interessen des Halters im Einklang steht. So entstehen Probleme, die dann mühselig wieder abgewöhnt werden müssen. Art- und rassegerechte Erziehung ist die Grundvoraussetzung einer harmonischen und ausgewogenen Mensch-Hund-Beziehung. Hier setzt die Familienjagdhundeschule an, die speziell auf die Bedürfnisse von Jagdhunden ausgerichtet ist.

Jagdhunde erfreuen sich auch bei Nichtjägern einer wachsenden Beliebtheit, dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange der Hund ausgelastet und nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert wird. Die Dummyarbeit ist hier genau das Richtige, nicht nur für den Retriever. Auch andere Jagdhunderassen haben Freude am Suchen und Bringen eines mit Sägemehl oder Granulat gefüllten Segeltuchsäckchens, da diese Beschäftigung der Ursprünglichen Verwendung sehr nahe kommt. So wird dem Hund ermöglicht, auch ohne Wildkontakt alle seine Sinne, die er auch bei der Jagd gebrauchen würde, zu benutzen und seinen Anlagen entsprechend arbeiten zu dürfen.

Man unterscheidet bei der Dummyarbeit drei unterschiedliche Apporte: die Markierung, das Einweisen und die Freiverlorensuche.

Bei der Markierung, wird ein Dummy sichtbar für den Hund geworfen. Er merkt sich die Fallstelle und darf nach dem Kommando den Dummy holen. Um die Markierleistung und das Erinnerungsvermögen zu schulen, wird die Zeit bis zum Kommando herausgezögert und bei routinierten Hunden auch die Position verändert und von einem anderen Standort ausgeschickt, hierbei handelt es sich dann um einen Memory-Mark. Weiter kann man den Schwierigkeitsgrad steigern, indem man nicht nur eine, sondern zwei oder mehr Markierungen wirft, oder durch einen Helfer werfen lässt und dem Hund vorgibt, welche er zuerst arbeiten soll.

Beim Einweisen weiß der Führer, wo der Dummy liegt, der Hund hatte aber nicht die Möglichkeit, die Fallstelle zu markieren. Mittels Handzeichen und Pfeiffenkommandos wird der Hund nun zum Dummy gebracht. Hier wird dem Hund in Bezug auf Teamarbeit und Lenkbarkeit eine Menge abverlangt. Geschickt werden kann der Hund in sämtliche Richtungen, geradeaus, rechts, links und zurück, hinweg über Geländehindernisse.

Bei der Freiverlorensuche ist die Fallstelle der Dummys nicht bekannt und der Führer schickt den Hund mit Kommando ins Suchengebiet und lässt ihn selbstständig suchen. Häufig findet die Suche im hohen Bewuchs und unwegsamen Gelände statt, was den Schwierigkeitsgrad noch mal erhöht. Mit wachsender Erfahrung wird die Anzahl der ausgelegten Dummys im Suchengebiet verringert und das Gelände weitläufiger.

Allein durch diese kurze Beschreibung wird deutlich, wie anspruchsvoll die Dummyarbeit wirklich ist und dass sie immer wieder neue Herausforderungen, durch unterschiedliche Aufgabenstellungen, für den Hund bereithält. Dummyarbeit ist ein Teamsport bei dem Hund und Halter zu einem Team zusammenwachsen.

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weitere Bilder:

Der Hund trägt den Dummy. (Foto: N. Amsberg)
Der Hund kommt mit Dummy zurück. (Foto: N. Amsberg)