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15.01.2015 Mario Jessat, Snautz.de

Ach du dicker Hund: Übergewicht bei Hunden erkennen und behandeln

Wie bei Menschen kann es auch bei Hunden aufgrund einer falschen Ernährungsweise und mangelnder Bewegung zu Übergewicht kommen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Faktoren, die Adipositas bei Hunden begünstigen. In seltenen Fällen kann sogar eine schwere Erkrankung hinter der Fettleibigkeit stecken. Der folgende Ratgeber beschäftigt sich mit den Anzeichen, den begünstigenden Faktoren und möglichen Folgeerkrankungen des Übergewichts bei Hunden. Zudem werden hilfreiche Tipps gegeben, wie Übergewicht vermieden werden kann beziehungsweise was Halter tun können, damit adipöse Hunde wieder zu ihrem Normalgewicht finden.

Übergewicht bei Hunden kann schwere Folgeerkrankungen mit sich bringen. (Foto: © Willee Cole/fotolia.com)

Was sind die ersten Anzeichen für Übergewicht beim Hund?

Die folgenden Anzeichen können darauf hindeuten, dass ein Hund übergewichtig ist:

  • Rippen lassen sich nur schwer ertasten
  • Schwerfälligkeit
  • Schwierigkeiten beim Laufen
  • lange Schlafzeiten
  • keine Taille erkennbar
  • Kurzatmigkeit
  • Bewegungsunlust

Welche Faktoren begünstigen Übergewicht bei Hunden?

Eine zu große Futtermenge und unzureichende Bewegung sind die Hauptursachen für Übergewicht. Doch gibt es noch weitere Faktoren, wie zum Beispiel Krankheiten, die die Entstehung von Übergewicht bei Hunden begünstigen können.

Die Futtermenge

Tierhalter müssen vor allem bei der Fütterung von Trockenfutter beachten, dass das Futter im Magen des Hundes aufquillt und sich erst danach der Sättigungseffekt einstellt. Oftmals erhalten Hunde mehr Trockenfutter als nötig. Bei Welpen wird auf diese Weise die Magenwand gedehnt und in der Folge muss der Hund immer größere Futtermengen aufnehmen, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Auch bei Feuchtfutter muss einiges beachtet werden. So sollte sich der Nährstoffgehalt des Futters (gilt für Feucht- und Trockenfutter) stets am individuellen Bedarf des Hundes orientieren. Ein alter und weniger aktiver Hund hat schließlich einen anderen Energie- und Nährstoffbedarf als ein junges Tier, und ein Hund, welcher 40 kg wiegt, braucht mehr Futter als ein zehn Kilogramm schwerer Vierbeiner. Auf den Hund abgestimmte Mengenempfehlungen in Bezug auf bestimmte Inhaltsstoffe der täglichen Nahrung können zum Beispiel mit Hilfe eines Bedarfsrechners ermittelt werden. Auch Leckerlis sind nicht übermäßig zu füttern, da sie viele Kalorien enthalten.

Unzureichende Bewegung

Neben zu großen Futtermengen ist mangelnde Bewegung der zweite Hauptgrund für Übergewicht bei Hunden. Bewegt sich der Hund nur sehr wenig, verbraucht er entsprechend wenig Energie. Übergewichtig wird er dann, wenn die Menge der durch das Futter aufgenommenen Energie größer ist als sein täglicher Kalorienverbrauch.

Kastration

Mit der Kastration verändert sich auch der Hormonhaushalt des Hundes, sodass er das Futter wesentlich effizienter verstoffwechseln kann. Aufgrund der gesteigerten Nährstoffaufnahme kann die Futtermenge um ein Drittel reduziert werden.

Erkrankungen

Nur selten ist das Übergewicht auf eine bestehende Erkrankung des Tiers zurückzuführen. Können andere Ursachen für die Entstehung des Übergewichts jedoch ausgeschlossen werden, sollte der Tierhalter mit seinem Hund einen Veterinärmediziner aufsuchen um abzuklären, ob der Hund zum Beispiel an einer Stoffwechselerkrankung oder einer hormonellen Störung leidet.

Die Rasse

Oft kann auch die Genetik für Übergewicht bei Tieren verantwortlich sein. Bestimmte Hunderassen, wie zum Beispiel Labrador oder Beagle, neigen eher dazu übergewichtig zu werden als andere. Es gibt Rassen, die einfach bessere Futterverwerter sind. Reden sie mit dem Züchter über das richtige und genügende Futter oder ziehen sie einen Ernährungsberater hinzu.

Das Alter

Zunehmend mit dem Alter treten natürlich Erkrankungen auf. Eventuell bewegt sich der Hund nicht mehr so gern. Auch sein Stoffwechsel ist altersbedingt nicht mehr der beste. Ältere Hunde sind in der Regel nicht mehr so vital und aktiv wie ihre jüngeren Artgenossen. Wird das Nahrungsangebot nicht auf diesen sich mit der Zeit verringernden Energiebedarf abgestimmt, steigt das Risiko von Übergewicht.

Zu welchen Folgeerkrankungen kann Übergewicht bei Hunden führen?

Genau wie bei Menschen begünstigt Fettleibigkeit auch bei Hunden die Entstehung zahlreicher, teils schwerer Folgeerkrankungen. In erster Linie zu nennen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Erkrankungen der Gelenke. Doch auch das Risiko für die Entstehung von Tumoren und Krebs steigt mit zunehmendem Gewicht. Weiterhin ist das Immunsystem betroffener Tiere häufig geschwächt. Wie einer PDF der Tierärzte GmbH Hamburg zu entnehmen ist, ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines übergewichtigen Hundes statistisch gesehen um etwa 20 Prozent niedriger als die normalgewichtiger Artgenossen.

Wie kann Übergewicht vermieden beziehungsweise reduziert werden?

Am besten ist es natürlich, wenn der Hund von Anfang an adäquat ernährt wird und ausreichend Bewegung bekommt, damit Übergewicht gar nicht erst entsteht. Doch auch ein bereits übergewichtiger Hund kann durch eine Umstellung des Futters beziehungsweise der Futtermengen und durch zusätzliche Bewegung wieder zum Normalgewicht finden. Anbei deshalb einige hilfreiche Tipps, was Hundehalter für die Gesundheit ihres Vierbeiners tun können.

Tipps zur Fütterung des Hundes

Jeder Hund hat einen anderen Energiebedarf, welcher ermittelt werden sollte. Auf diese Weise bekommt der Hund genau die Futtermenge, die er benötigt. Sportliche Aktivitäten sind dabei einzukalkulieren. Öfter wiegen ist dabei wichtig. Die Futtermenge rigoros zu kürzen oder einfach zu halbieren ist wiederum keine gute Idee, da sich zum Beispiel beim Füttern von Trockenfutter auch die Menge der wichtigen Nährstoffe und Vitamine halbiert. Langfristig wird dieses dann zur Unterversorgung und zu Mangelerscheinungen führen.

Aber auch anderes ist zu vermeiden oder zu beachten. Füttern sie den Hund nicht zusätzlich am Tisch. Achten Sie auf Verwandte und Freunde, was diese zusätzlich in den Hund an Leckerlis hinein stopfen. Besteht bereits Übergewicht, wäre es ratsam, auf Leckerlis komplett zu verzichten. Bei normalgewichtigen Hunden können Leckerlis gegeben werden. Achten sie darauf, dass die darin enthaltenen Kalorien von der normalen Ration des Hundes abgezogen werden.

Leben mehrere Hunde im Haushalt, macht es eventuell Sinn, diese getrennt zu füttern. Oft haben die Hunde verschiedene Fressgeschwindigkeiten. Der schnellere holt sich dann Extrationen beim langsameren. Und natürlich sollte jeder Hund seinen eigenen Fressnapf haben.

Bewegung ist eine gute, hilfreiche Lösung

Tägliche Spaziergänge sind wichtig, um für ausreichend Bewegung zu sorgen. Der Halter sollte sich die Zeit für ausreichend Gassigehen nehmen und den Hund keinesfalls nur kurz vor die Tür lassen, damit er sein Geschäft verrichten kann. Abwechslungsreiche Strecken, zum Beispiel mit vielen Steigungen oder auch wechselden Untergründen, wie Gras, Laub, Sand oder seichtem Wasser, sind ebenfalls hilfreich, um die Vitalität des Tieres zu steigern. Diese Abwechslungen macht das Laufen anstrengender und der Hund verbraucht mehr Energie.

Apportieren, Bewegungsspiele und viele andere Formen von Hundesport sind gute Methoden, den Hund zu mehr und begeisteter Bewegung anzuregen. Leidet ein Hund bereits unter Folgeerkrankungen seiner Fettleibigkeit, wie zum Beispiel Arthrose, ist Schwimmen eine gute Alternative. Fittere Hunde können auch ihren Besitzer beim Fahrrad fahren begleiten.

Gut eignet sich auch ein Zweithund zur Bewegung. Das muss nicht unbedingt der eigene sein. Artgerechtes und artspezifisches Spielen ist eine gute Bewegungstherapie.

Die Verantwortung für die Gesundheit des Hundes liegt bei seinem Halter. Dieser hat von klein an auf eine gesunde Ernährungsweise und ausreichende Bewegung des Hundes zu achten, um Übergewicht zu vermeiden. Ist der Hund bereits adipös, können ihm eine Ernährungsumstellung und zusätzliche Bewegung zum Normalgewicht verhelfen. Nimmt der Hund trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung kontinuierlich zu, sollte der Tierarzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob möglicherweise eine Erkrankung der Grund für die Gewichtszunahme ist.

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weitere Bilder:

Einige Rassen neigen eher zu Übergewicht als andere. (Foto: © DoraZett/fotolia.com)
Am besten halten sich Mensch und Tier gemeinsam fit. (Foto: © vvvita/fotolia.com)
Hunde beim artgerechten Spielen. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)
Beim Spiel bewegen sich die Hunde viel. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)
Ausgiebige Spaziergänge sind gut für den Hund. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)
Hunde beim Schwimmen. (Foto: Mario Jessat/Snautz.de)