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19.11.2006 Claudia Lampe, Club für Pekingesenfreunde e.V.

Der Club für Pekingesenfreunde e.V. stellt sich vor

Sie werden sich möglicherweise fragen, warum schon wieder ein neuer Club? Es gibt doch genügend davon in Deutschland. Das ist zwar richtig, aber einen Spezialclub nur für den Pekingesen gibt es außerhalb des VDHs nicht. Frau Claudia Lampe, Vorsitzende des "Clubs für Pekingesenfreunde e.V.", stellt daher ihren neu gegründeten Verein, die Rasseherkunft und auch die Zuchtziele des Clubs im Hundefinder vor.

Ein wunderschöner Pekingesenrüde aus dem amerikanischen Top-Zwinger "Oakhill's" von Kaesi Cook

Im Mittelpunkt des Clubs, der nicht dem VDH oder der FCI angeschlossen ist, stehen die Interessen und die Verantwortung für die Pekingesen. Ziel ist es, die Gesundheit und die Zucht zu verbessern.

Die Krankheit, der heutige Zustand, wo will der Club hin?

Knieluxation tritt noch heute viel zu oft beim Pekingesen auf. Das müsste aber gar nicht sein. Atemnot sieht man leider ebenfalls häufig beim Pekingesen, bedingt durch das extrem platte Gesicht. Auch dies müsste und sollte nicht sein. Die zu großen Kulleraugen gehören zum Glück im Großen und Ganzen der Vergangenheit an. Die zu dicke Nasenfalte, die zum Teil sogar bis über die Nase geht, muss
auch nicht sein.

Nicht der Pekingese hat sich seinen Rassestandard so ausgesucht, nein, er wurde vom Menschen gezielt erstellt und so gezüchtet. Und genau hier will der Verein ansetzen: Er möchte dem Pekingesen wieder mehr von seiner Gesundheit zurückgeben und somit seine Lebensqualität erhöhen. Die Nasenfalte darf hier auch offen sein (normalerweise muss sie geschlossen über der Nase liegen), wodurch beim Pekingesen der Eindruck entsteht, als ob er eine kleine Schnauze hätte. Ein Pekingese mit einer Knieluxation wird im Verein nicht zur Zucht zugelassen. Außerhalb des VDHs hatte ich nur ganz selten einen Pekingesen mit dieser Erkrankung kennengelernt. Im Club werden Pekingesen mit etwas Schnauze zur Zucht zugelassen und sehr begrüßt. Man will nicht einen völlig anderen Pekingesen züchten, denn dann kann man sich auch einen Tibet Spaniel kaufen. Der Pekingese soll natürlich seiner Rasse entsprechen und Pekingese bleiben, aber eben nicht mehr dieser extremen Qualzucht unterliegen...

Die Idee der Gründung

Alles begann mit einer kleinen Gruppe von acht Pekingesenbesitzern, darunter auch einige Züchter. Alle gehörten Vereinen an, in denen mehrere Rassen betreut wurden. Leider geriet dort der Pekingese überall ins Hintertreffen, man hört und liest ja kaum etwas über diese wunderbare Rasse. Die Aufklärung über den Pekingesen und die Welpenvermittlung für den Züchter kamen viel zu kurz. Der Austausch war einfach nicht gegeben. Und so kam es wie es kommen musste. Die Idee und der Wunsch, einen eigenen Pekingesenclub zu gründen, wurde in die Tat umgesetzt. Der Club soll aber nicht nur Züchter ansprechen, sondern auch den einzelnen Pekingesenbesitzer, der einiges über seinen Hund lernen möchten. Alle drei Monate informiert wir über unsere ansprechende Clubzeitung und natürlich stets aktuell über unsere Internetseite. Gemütliche Treffs und Züchterseminare werden angeboten für Züchterkollegen, die erst am Anfang der Zucht stehen. Auch eine entsprechende Welpenvermittlung ist gegeben, und natürlich sollen auch Ausstellungen nur für Pekingesen nicht zu kurz kommen.

Asiatische Schönheit mit eigener Seele: der Peking-Palsthund oder Pekingese

Unter den Kleinhunden nimmt der Pekingese schon einen ganz besonderen Stellenwert ein: Nur wenige Hunde dieser Gruppe haben ein so spezifisches Aussehen wie er und noch dazu eine so sagenumwobene Vergangenheit - ein Kuschelhund aus 1001 Nacht. Aber schaut man genauer hinter die Kulisse, so zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Einer sehr alten chinesischen Sage zufolge verliebte sich einst ein Löwe unsterblich in eine kleine Äffin. Mit Gottes Zustimmung kamen aus dieser Verbindung Nachkommen zur Welt, die das Gesicht der Mutter, gepaart mit der mächtigen Gestalt des Vaters hatten. Eine überlieferte Anekdote erzählt hingegen von einem Zauberer, der eine chinesische Prinzessin in eine Lotosblume verwandelte und einen Prinzen in ein Eichhörnchen. Buddha aber vereinigte dieses Paar, und daraus sollen die Pekingesen entstanden sein.

Schenkt man den mythischen Überlieferungen Glauben, so wurde Buddha von kleinen Löwen begleitet, die bei Gefahr zu großen Löwen wurden und ihn gegen seine Feinde verteidigten. Bereits zu Zeiten Konfuzius und Buddhas, etwa um 500 v. Chr., wurden löwenähnliche Zwerghunde erwähnt. Und doch weiß man nur wenig Konkretes über den Ursprung und die früheste Entwicklung dieses kleinen Löwenhundes, es wird aber vermutet, dass sich seine Wiege in China befindet. Überlieferte Kunstwerke des alten China belegen, dass diese Löwenhunde lange vor der bekannten Züchtung unter der letzten Kaisermutter Tzu Hsi existierten, so aus der Zeit der Tang-Dynastie (8. Jahrhundert), der Ming-Dynastie (1368-1644 n. Chr.), der Mandschu
(1644-1912), der K'angshi (1662-1722) und der Ch'ein-Inu (1736-1795).

Teils Löwe - teils Drache

Die Darstellungen von Malern und Bildhauern stellen einen Hund dar, dessen Gestalt Löwe und Drache gleichermaßen verkörpert, den kostbaren "Fo"-Hund. Teils löwenähnlicher als kunstvolle Porzellanfigur oder Schnitzerei, teils mehr Drache als Hund - als furchteinflößender Wächter. Das Wort "Fo" steht im Chinesischen für die lautliche Wiedergabe für Buddha. Es ist anzunehmen, dass die Vorfahren des Peking-Palasthundes in den tibetischen Klöstern zu finden sind. Ähnlicher Herkunft dürfte der Tibet-Spaniel sein.

Am Hofe zu Peking wurden diese Löwenhündchen dann immer mehr verfeinert, bis zu ihrem endgültigen Erscheinugsbild. Bald gab es Farbschläge und Schattierungen, verschiedene Größen- und Gewichtsklassen dieses Palasthundes. Einige waren gar so klein, dass man sie im Ärmel zur Beruhigung trug. Die Eunuchen suchten täglich die die Kaiserfamilie begleitenden Palasthunde nach deren Farben der Gewänder und den entsprechend gefärbten Fellfarben der Hunde aus.

Die Geschichte der Pekingesen ist von Sagen umwoben. Für das Aussehen der damals gezüchteten Palasthunde war eine eigens von der Kaiserin verfasste "Rassebeschreibung" verantwortlich. Diese Hunde wurden nicht nur als Kostbarkeiten betrachtet, sondern auch entsprechend gehalten. So war es bei Todesstrafe verboten, sie ohne Erlaubnis aus dem Palastbezirk zu entfernen. Die kleinen Hündchen, die häufig in den Ärmeln der Damen am Hofe spazieren getragen wurden - daher stammt die Bezeichnung "Sleeves" (Ärmelhündchen) - hatten ihre eigenen Diener, die mit ihrem Leben dafür hafteten, dass den Vierbeinern nichts passierte.

Sind Sie neugierig geworden? Dann nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf: Club für Pekingesenfreunde e.V., Claudia Lampe, club-fuer-pekingesen@gmx.net, Telefon 05491 1631.

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weitere Bilder:

die hellrote Pekingesenhündin Fengdu Airen von Loyang
Qua-Hang vom Pekingesenpalast, Besitzerin: Claudia Lampe, Damme
Pekingesenhündin "Luna vom Pekingesenpalast" im Besitz von Nicole Sattler
die Welpenhündin A Doll's Amazing Aimee