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04.03.2016 Snautz.de

Von Anfang an rundum gut versorgt: BARF-Ernährung für Welpen

Die Fütterung von Frischfleisch, das so genannte BARFEN, gilt als eine der artgerechtesten Ernährungsmöglichkeiten für Hunde. Schon im Welpenalter können Hunde mit Frischfleisch gefüttert werden. Wir haben in diesem Artikel einige Gedanken und Hinweise dazu zusammengefasst.

Junge Bordeaux-Doggen bei ihrer Fleischmahlzeit. (Foto: JanDix, pixabay.com, Public Domain)

Bei ausgewachsenen Hunden hat sich die Fütterung von Frischfleisch schon lange als artgerechte Versorgung durchgesetzt. Immer mehr Züchter und Hundehalter sind von dieser Ernährungsform überzeugt und haben für ihre Vierbeiner einen hohen Anteil an frischem Fleisch auf dem Speiseplan. Bei sehr jungen Hunden hat sich das BARFEN noch nicht in gleichem Maße hervorgetan und vor allem Welpen werden heute noch häufig mit Dosenfutter großgezogen. Dabei eignet sich der Verzehr von Frischfleisch auch schon für junge Tiere.

Die Vorteile des BARFENs

Hunde sind, ebenso wie Katzen, seit jeher Fleischfresser. Frisches Fleisch hat ihren Speiseplan zu einem großen Teil bestimmt, schon lange bevor der Mensch damit begonnen hat, sich in die Ernährung der Vierbeiner einzumischen. Evolutionär gesehen ist die Verdauung der Hunde und Katzen deshalb darauf ausgerichtet, frisches Rohfleisch zu verarbeiten und die darin enthaltenen Stoffe in ein optimales Wachstum und eine gesunde Entwicklung zu verwandeln. Hier finden Hundebesitzer und Züchter interessante Hintergrundinformationen zum Verdauungsapparat des Hundes. Als natürliche Fleischfresser können Hunde aus rohem Fleisch, Knochen und Innereien alle Nährstoffe ziehen, die sie für eine gesunde Verdauung benötigen. Schon Welpen in ihren ersten Lebenswochen können so an die biologisch-artgerechte Rohfleischfütterung gewöhnt werden. Gerade für Jungtiere, die in ihren ersten Lebensmonaten eine Ernährung brauchen, die ihre gesunde Entwicklung optimal fördert, bestehen die Futterpläne aber oftmals noch vornehmlich aus Dosenfutter. Qualitativ hochwertige Produkte, die gemeinsam mit Experten für Tiernahrung und artgerechte Fütterung entwickelt wurden, sollen zwar in der Zusammensetzung der Nährstoffe möglichst nah an die ursprüngliche Nahrung von Hund und Katze angepasst werden, sie kommen aber häufig nicht ohne Zusatzstoffe aus, die für die gesunde Ernährung der Vierbeiner gar nicht erforderlich sind. Wer sich bereits bei der Aufzucht seines vierbeinigen Lieblings möglichst eng am Vorbild der Natur orientieren möchte, kann schon früh mit dem BARFEN beginnen.

Neben der besonders artgerechten Ernährung hat das BARFEN einen weiteren gesundheitlichen Vorteil: Die hauptsächliche Fütterung von Frischfleisch kann Allergien vorbeugen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten schonend ausgleichen. Im Gegensatz zu Dosenfutter enthält frisches Rohfleisch keine Zusatzstoffe, die die Verdauung des Hundes irritieren und zu allergischen Reaktionen führen können. Züchter und Hundebesitzer, die sich für das BARFEN entscheiden, versorgen ihren Hund oder ihre Katze mit natürlichen Zutaten und wissen jederzeit, was in der Nahrung tatsächlich enthalten ist. Das entlastet den Darm und das Immunsystem. Vor allem Welpen, deren Immun- und Verdauungssystem sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet, kann diese natürliche Form der Ernährung die Entwicklung von chronischen Erkrankungen von Beginn an verhindern.

Ein zusätzlicher Vorteil des BARFENs für die gesunde Entwicklung von Hunden und Katzen liegt in der Form der Nahrungsaufnahme. Der Verzehr von rohem Fleisch und Knochen erfordert einen größeren Kraftaufwand als der Verzehr von vorgefertigtem Dosenfutter. Das trainiert nicht nur Zähne und Kiefermuskulatur, sondern sorgt auch für zusätzliche Bewegung und Beschäftigung, die sich positiv auf die Gesundheit und Entwicklung des Vierbeiners auswirken können. Welpen kann diese Ernährungsform in ihrem natürlichen Bewegungs- und Beschäftigungsdrang unterstützen und dafür sorgen, dass er möglichst lange erhalten bleibt. Eine detaillierte Übersicht über die Vor- und Nachteile des BARFENs findet man unter heiltierarzt.de.

So klappt das BARFEN

Hundebesitzer, die sich für ihren vierbeinigen Liebling eine besonders gesunde und artgerechte Ernährung wünschen und die deshalb auf das BARFEN umsteigen möchten, sollten sich im Vorfeld über die richtige Fütterungsweise informieren. Besonders empfehlenswert ist eine Umstellung auf das BARFEN bereits vom Welpenalter an, damit sich die Verdauung frühzeitig an diese biologisch-artgerechte Fütterung von Rohfleisch gewöhnen kann. Ein paar grundsätzliche Hinweise sollten dabei allerdings berücksichtigt werden:

1. Futterpläne an die individuellen Bedürfnisse des Tieres anpassen

Ein großer Vorteil des BARFENs ist es, dass Hundebesitzer die Portionierung selbst vornehmen und sich damit genau nach den Bedürfnissen ihres vierbeinigen Lieblings richten können. Die Futtermenge variiert von Hund zu Hund und sollte entsprechend berücksichtigt werden. Hunde mit besonderen Ernährungsansprüchen oder chronischen Krankheiten benötigen unter Umständen einen speziellen Futterplan, in dem die Fütterung von frischem Rohfleisch nur einen Teil beanspruchen kann. Der jeweilige Anteil an Rohfleisch und eventuelle Nahrungsergänzungen sollten unbedingt mit dem Tierarzt abgesprochen werden, um eine Fehl- oder Mangelernährung auszuschließen. Die individuellen Futterpläne sollten auch beim BARFEN eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Mineralien und Spurenelementen enthalten und dem Tier eine ausreichende Energieversorgung bieten.

2. Auf gute Qualität achten

BARFEN bringt viele gesundheitliche Vorteile für Hunde und Katzen mit sich, allerdings sollten Züchter und Hundebesitzer unbedingt auf eine einwandfreie Qualität des Fleisches achten. Die Fütterung von frischem Rohfleisch bringt trotz aller positiven Auswirkungen auf die Gesundheit auch ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Parasiten, Würmern, Salmonellen und anderen Krankheitserregern mit sich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann beispielsweise auch tiefgekühltes Futter online bestellen.

3. Den Speiseplan abwechslungsreich gestalten

Hunde und Katzen lieben Abwechslung. Das gilt auch für ihren Speiseplan. Je vielseitiger die Futterauswahl ist, desto differenzierter entwickelt sich der Geschmackssinn und desto mehr Genuss empfinden die Vierbeiner beim Essen. Schon für ganz junge Welpen sollten Züchter und Hundebesitzer deshalb darauf achten, den Speiseplan möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Die verschiedenen frischen Fleischsorten dürfen dabei gerne durch Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Karotten ergänzt werden. Diese Nahrungsmittel sollten allerdings sorgfältig gekocht und aufgeweicht werden, bevor sie der Nahrung beigemischt werden. Für Welpen ist Gemüse in pürierter Form besonders gut verdaulich.

4. Vorsicht bei Knochenfütterung

Die Fütterung von Knochen ist nicht immer ratsam. Je nach Größe und Beschaffenheit der Knochen kann es zu Verstopfung und Darmverschluss oder gar zu Verletzungen von Zähnen und Rachen durch abgesplitterte Knochenpartikel kommen. Bei Welpen ist besondere Vorsicht geboten. Hier sollte der Rat eines Ernährungsexperten eingeholt werden.

Das folgende Video fasst einige Informationen zum BARFEN zusammen:

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weitere Bilder:

Welpen ab der vierten Woche können mit Rohfleisch ernährt werden. (Foto: Chiemsee2016, pixabay.com, Public Domain)
Rindfleisch eignet sich gut zum BARFEN der Welpen. (Foto: Romi, pixabay.com, Public Domain)