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25.03.2013 Pirkko Andersson, Gulahund

Aktion "Gelber Hund braucht Freiraum"

Manche Hundebesitzer mögen keinen Kontakt zwischen dem eigenen Hund und  anderen Hunden. Das kann viele Gründe haben, bis hin zu einer ansteckenden Krankheit. Damit die Hundebesitzer ihrem Umfeld signalisieren können, Abstand zu halten, gibt es die Möglichkeit ihren Hund mit einem gelben Band zu kennzeichnen. Diese schöne Idee kommt aus Schweden: Ein gelbes Band zum Schutz des eigenen und anderer Hunde.

Banner zur Aktion "Gelber Hund braucht Freiraum". (Foto: www.gulahund.se)

Wenn Sie einen Hund sehen, der ein gelbes Band, eine gelbe Schleife, ein gelbes Tuch oder etwas Gelbes an der Leine, am Halsband oder am Geschirr geknotet trägt, bitte gewähren Sie diesem Hund und seinem/r Besitzer/in mehr Abstand bzw. Distanz. Die gelbe Markierung bedeutet, dass dieser Hund keinen näheren Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen wünscht, oder gar verträgt. Wie groß dieser Abstand sein sollte, unterscheidet sich natürlich von Hund zu Hund und sollte jeweils mit dem/der Besitzer/in geklärt werden. Die gelbe Markierung dient nicht zur Kennzeichnung aggressiver Hunde! Hunde die aggressiv auf Mensch oder Tier reagieren, müssen mit einem Maulkorb gesichert werden!

Warum brauchen manche Hunde mehr Abstand?

  • Der Hund kann krank sein, u. a. auch ansteckend.
  • Der Hund kann in der Ausbildung sein, z.B. zum Therapiehund oder einfach im täglichen Training.
  • Der Hund kann sich in der Reha befinden oder einfach alt sein.
  • Der Hund kann ein Hund aus dem Tierschutz sein und hat vor seiner Umgebung noch Angst.
  • Der Hund kann schlechte Erfahrungen gemacht haben und will fremde, egal wie freundliche Hunde nicht einfach so begrüßen.
  • Es kann sich um eine läufige Hündin handeln.

Es gibt eine Menge Gründe, warum ein Hund mehr Abstand brauchen kann. Bitte zeigen Sie diesen Hunden Ihren Respekt, indem Sie ihnen einen größeren Abstand gewähren oder ihnen Zeit zum zurückziehen geben. Die gelbe Markierung am Hund heißt schlicht und einfach "Mein Hund braucht etwas mehr Abstand als andere. Danke! Die Besitzer/innen von gelb gezeichneten Hunden schätzen Ihre Hilfe und Ihren Respekt."

Ein Hund mit Schmerzen wird sich z.B. schneller verteidigen. Ein Hund aus dem (Auslands-)Tierschutz kann seine neue Umgebung meistens noch als erschreckend empfinden und braucht oft längere Zeit für Training und Angewöhnung. Auch Besitzer/Innen von Hündinnen in Hitze können so Besitzer/Innen von Rüden schnell auf Abstand erkennen lassen was los ist. Weiter können Kinder lernen, dass man sich bei Hunden mit gelber Markierung nicht nähern sollte.

Woher kommt die Idee?

Am 27.Juni 2012 startete die Kampagne in Schweden, initiert von Eva Oliversson (die von einer Hundeschule in Australien hörte, die so manche Hunde kennzeichnete) und Pirre Andersson, Ulla-Britt, Maria A., Maria K. und Gitte die sich aus dem Internet kannten. Die Frauen, die sich zur "REKO" Gruppe zusammenschlossen (was so viel
bedeutet wie fairer, freundlicher und ethischer Umgang mit Mensch und Tier) eröffneten eine Homepage sowie eine Facebook Seite, um die Kampagne international bekannt zu machen.

Der "gelbe Hund" ist eine Kampagne, die jetzt international in mehreren Ländern läuft. Eine Kampagne für Hunde, die etwas mehr Abstand in Begegnungen brauchen. Mit einer gelben Markierung an der Leine zeigen wir, dass der Hund mehr Abstand wünscht - vielleicht nur momentan, vielleicht auf Dauer.

Bitte helfen auch Sie uns, die Kampagne weiterzuführen. Sie wird 100% ideell betrieben und wir sind von Ihrer Hilfe abhängig. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

(übersetzt aus dem Schwedischen von Elena Wende)

Ergänzung von Snautz.de

Mario von Snautz.de arbeitet nebenbei auch als Hundetrainer. Vor einigen Wochen trainierte er mit einem Hund, der besonders aggressiv kleinen Hunden gegenüber war. Als er mit dem Hund in einem nahegelegenen Park unterwegs waren, kamen dort auf einmal zwei kleine, nicht angeleinte Hunde auf die beiden zu. Deren Besitzer war außer Reichweite. Mario wies den Besitzer darauf hin, dass er gerade beim Training sei und nicht von anderen Hunden gestört werden möchte. Der Besitzer der beiden kleinen Hunde gab zu verstehen, dass dies leider nicht zu sehen war. Da wäre ein gelbes Band recht praktisch gewesen...

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